Atomal und seine Nachkommen: Wehner-Entwickler

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    • Im Moment habe ich kein Material da, ich melde mich sobald ich wieder klassische Theater-/ Konzertmotive habe, die dann bei 1600 oder 3200 belichtet sind.
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      Ich will nicht wissen, wie etwas aussieht. Ich will sehen, wie es sich anfühlt.

      Zen und die Kunst ein Bild zu erschaffen: lauter-als-der-rest.de
      Aktuell: Hafen Bremen und das was davon überblieb:
    • Witzig, ich hatte wie Oliver gerade einen Fomapan 200 durch, Da ich diesen aber das erste mal genutzt habe und mir die Erfahrungen fehlen, wollte ich ihn nicht in ATM-W entwickeln. Für einen ATX 100 new hatte ich leider zu spät das eingetroffene Paket entdeckt, der war da bereits mit Perceptol entwickelt.

      Als nächstes wird allerdings entweder ein FP4+ oder ein HP5+ durchgezogen, je nach Licht. Da kommt dann der ATM-W zum Einsatz. Insbesondere beim HP5 wäre mir eine volle Ausnutzung der Empfindlichkeit sehr wichtig, wenn der drin ist kann ich die vollen ISO400 meist gut gebrauchen.

      Und langweilig wird mir bei diesem Thema eigentlich nie :)

      Gruß
      Christian
    • Noch ein paar Anmerkungen zu Ansetzen der Gebrauchslösung:

      ich wollte das möglichst einfach machen.

      In der fertigen Gebrauchslösung befinden sich 10% Entwickler Konzentrat (nämlich 5% von Part A und 5% von Part B).

      Wer ein beliebiges Volumen ansetzen möchte kann das ganz einfach im Kopf rechnen.

      Beispiel: gewünschtes Volumen 250 ml;
      10% davon: 25ml Konzentrat
      25 ml zu gleichen Teilen auf Part A & B aufgeteilt: 12,5 ml Part A und 12,5 ml Part B
      12,5 ml A und 12,5 ml B werden auf 250 ml aufgefüllt
      fertig!

      Die Konzentration ist nicht willkürlich gewählt.
      Sie ist so bemessen, daß sich gerade alle ("Normal"-) Filme in einer vertretbaren Zeit entwickeln lassen (RPX 25: 6 Minuten... RPX 400: 21 Minuten).
      Die meisten gängigen mittelempfindlichen Filme in werden 7 bis 10 Minuten entwickelt.

      Es ist sinnvoll sich an diese Konzentration zu halten.

      Mit den meisten Filmen zeigt der ATM-W Entwickler eine sehr flache Zeit / Gamma Kurve.
      Das bedeutet, daß der Entwickler sehr tolerant gegen Verarbeitungstoleranzen ist.
      Dafür ist es aber auch nicht ganz einfach eine Konzentration zu finden die für fast alle Filme passend ist.
      Das ist mir mit 90+5+5 gerade gelungen.

      Die von mir vorgeschlagene Konzentration (für 100 ml Gebrauchslösung jeweils 5ml von Part A und Part B) erscheint mir einfach zu rechnen zu sein und passt für die meisten Filme.
      Wer nicht gewohnt ist mit Prozentangaben zu rechnen kann auch mit der üblichen Schreibweise operieren: 18+1+1.
      Das Ergebnis ist aber immer das gleiche.

      Abweichungen von der vorgegebenen Konzentration kann notwendig sein z.B. beim Entwickeln von Spezialfilmen.
      Hier kann eine geringere Entwicklerkonzentration verhindern, daß die Dichten in den Lichtern so dicht werden, daß sie nicht mehr kopierbar sind.

      Aber für solche speziellen Anwendungen habe ich den Entwickler nicht konzipiert.
      Natürlich freue ich mich wenn trotzdem etwas Brauchbares heraus kommt.

      Herzliche Grüße aus Paderborn
      Klaus
    • Moin,

      ich habe je einen APX mit "Mhd" 2010 in ATM-W und in X-Tol entwickelt.
      Empfindlichkeit war jeweils 64ASA, bei einem Film der 5 Jahre abgelaufen ist ein guter Wert. X-Tol nutzt die Empfindlichkeit ja auch immer gut aus.
      Mit der 7-fach Lupe sieht das Korn vom ATM-W feiner aus, er ist etwas schärfer, am Interessantesten fand ich das feine Strukturen plastischer erscheinen. Leider ist meine Duka derzeit nicht zu benutzen, richtige Aussagen kann ich erst nach ein paar Prints machen, aber derzeit sieht das nach einem neuen Lieblingsentwickler aus. Mal sehen wie er mit Flachkristallern arbeitet!

      Feine Arbeit, Danke Klaus!

      Gruß Peter
    • Klingt ja echt spannend. Vielleicht wird er ja nicht nur mein "Lieblingsentwickler", sondern auch auch mein Lieblingsgetränk ;)
      Nu weiß ich nicht ob "geschüttelt oder gerührt".
      Daher meine Frage: welchen Kipprhythmus empfehlt ihr, mit welchem habt ihr ihn getestet?

      PS: Danke an Klaus, dass ich bald ATM-W-Tester sein darf.
    • Die Agitation ist bei der Entwicklung eine wichtige Einflussgröße.

      Manche Entwickler sind hier sehr sensibel und reagieren z.B. auf eine zu starke Bewegung bei der Entwicklung (Rotationsentwicklung) mit deutlichem Verlust an Schärfe.

      Das ist beim ATM-W nicht zu befürchten. Er kommt mit allen Arten von Agitation gut zurecht.
      Die Schärfe bleibt immer auf einem außergewöhnlich hohem Niveau.
      Deshalb gibt es nur die Empfehlung jenen Bewegungsrythmus zu nehmen mit dem man üblicherweise arbeitet bzw. der am komfortabelsten ist.

      Ziel ist es langfristig Negative zu erhalten die sich unter den eigenen Verhältnissen etwa mit Gradation 2 gut printen lassen.

      Peter hat noch eine sehr wichtige Beobachtung gemacht.
      Persönlich schätze ich den ATM-W Entwickler, weil er mir genau den Bildeindruck erzeugt der mir für meine Art der Fotografie wichtig erscheint (und den ich in den anderen Entwicklern nicht finde).
      Das ist etwas sehr subjektives und nicht meßbar. Aus dem Grund habe ich es auch erst einmal nicht thematisiert.
      Ich bezeichne das für mich als eine besondere "Präsenz" des Bildausdrucks.
      Mir ist das sehr wichtig. Wenn andere das auch sehen so freue ich mich.

      Herzliche Grüße aus Paderborn
      Klaus
    • Hallo zusammen,

      ich habe den Fomapan 200 KB-Film in ATM-W getestet. Warum diesen Film? Ganz einfach, den kenne ich schon. Der Fomapan 200 ist ein Film mit Flachkristalltechnologie der in Xtol und RHS-DC/D74 DC eine fast lineare Dichtekurve aufbaut und zwischen 80 und 100 ASA erreicht.

      Gefallen hat mir der Fomapan 200 aber nicht wirklich (entwickelt in Xtol und RHS-DC). Die Farbumsetzung ist wirklich gut, aber es fehlt an Schärfe und das Einsatzgebiet ist meiner Meinung nach stark eingeschränkt (Für Portraits aber sehr gut geeignet).

      Zum ATM-W:

      Mit ATM-W kann man über die Verdünnung die Dichtekurve steuern. Ich habe verschiedene Verdünnungen angewendet. Der Kipp war immer 30/30/2x.
      Bei einem stärkeren Ansatz von ATM-W mit dem Fomapan 200 ( 15ml + 15ml + 220 ml) zeigt die Dichtekurve zwischen Zone 3 und Zone 8 einen Dichteanstieg (einen "Buckel" ähnlich dem Fomapan 100@50 in Rodinal), ab Zone 8 fällt die Dichtekurve wieder stark ab. Wenn ATM-W verdünnt wird bleibt die Dichtekurve zwischen Zone 3 und Zone 8 sehr nahe an der Idealkurve. Ab Zone 8 fällt die aber wieder ab, fast unabhängig von der Verdünnung. In allen getesten Verdünnungen weist der Fomapan 200 einen ausgeprägten Kurvenfuß auf, der bis knapp über Zone 2,5 reicht.

      Ich habe ATM-W in dem Verhältnis 10 ml Teil A + 10 ml Teil B + 230 ml Wasser benutzt und im kleinen Jobotank 1510 bei 20°C entwickelt. Der Kipp war 15x die ersten 30 Sekunden, dann alle 30 Sekunden 2x in 5 Sekunden. Die Entwicklungszeit beträgt 10:00 Minuten.

      Ausgemessen habe ich die Negative mit einem Durchlichtdensitometer.

      Schleier: 0,39

      Dichten ohne Schleier:

      Zone 1: 0,09
      Zone 2: 0,20
      Zone 3: 0,37
      Zone 4: 0,58
      Zone 5: 0,81
      Zone 6: 1,04
      Zone 7: 1,23
      Zone 8: 1,36
      Zone 9: 1,59
      Zone 10 : 1,60

      Gamma 0,61
      Erreichte Empfindlichkeit 20,8 DIN

      Die Negative mit dem Kornscharfsteller unter dem Vergrößerer betrachtet sind feinkörnig. Das Silberkorn ist scharf. Übergänge mit starken Kontrasten wirken ähnlich wie bei Rodinal. Auf gleichmäßigen Flächen tritt das Silberkorn nicht störend in den Vordergrund, ist aber leicht sichtbar.

      Testbilder:

      Nikon D80 Nikkor 50mm 1,4D Fomapan 200@100 ATM-W 10:00 20°C 30/30/2x
      Kaiser Mischlicht auf Adox MCP 13x18 Gradation 2 (ohne Filter) Scan vom Bild

      [Blockierte Grafik: http://aphog.de/forum/index.php/Attachment/16354-Foma-200-ATM-W-jpg/?tiny=1] [Blockierte Grafik: http://aphog.de/forum/index.php/Attachment/16352-Foma-200-ATM-W-Ausschnitt-jpg/?tiny=1] [Blockierte Grafik: http://aphog.de/forum/index.php/Attachment/16353-Foma-200-ATM-W-Zaun-jpg/?tiny=1]

      LG Oliver

      Mein subjektiver Eindruck: Fomapan 200 in ATM-W gefällt mir gut und bekommt ihm gut! Er hat nun die nötige Schärfe die ihm fehlte. Korn passt für das KB-Format.
      Dateien
    • Hallo zusammen (die zweite),

      nun habe ich mir den Rollei Superpan 200 als KB-Film mal zur Brust genommen und in ATM-W gebadet.
      Warum diesen Überwachungs-/Luftbildfilm auf PET-Träger?
      Der klare Träger ist prima zum Scannen, Feinkörnig,eine erhöhte Rotempfindlichkeit die eine Verwendung mit IR-Filter für IR-Aufnahmen möglich macht.
      Hat aber auch ein paar Nachteile, denn die Farbumsetzung ist sehr gewöhnungsbedürftig, denn rot wird sehr hell wiedergegeben... u.s.w....
      Der Film neigt zum Aufsteilen. Das bedeutet das die Dichten je nach Entwickler ab Zone 6 stark zunehmen.

      habe den Rollei Superpan KB-Film in ATM-W getestet. Warum dieser Film? Ganz einfach, den kenne ich sehr gut. In A49 1+1 erreicht dieser Film 80 ASA und die Dichtekurve ist fast linear. Das Korn ist aber leider sehr unscharf und rundgelutscht, ein kleiner Nachteil den A49 als Superfeinkornentwickler leider mit sich bringt. In anderen Entwicklern ist der Superpan 200 aber sehr scharf, hat aber eine stark S-förmige Dichtekurve.

      Ich habe ATM-W in dem Verhältnis 8 ml Teil A + 8 ml Teil B + 234 ml Wasser benutzt und im kleinen Jobotank 1510 bei 20°C entwickelt.
      Der Kipp war 15x die ersten 30 Sekunden, dann alle 30 Sekunden 2x in 5 Sekunden.
      Die Entwicklungszeit beträgt 12:00 Minuten.

      Vorsicht! Der Entwickler mit dem Superpan 200 schäumt leicht auf! Die Filmspule im Tank muss ausreichend bedeckt sein!

      Ausgemessen habe ich die Negative mit einem Durchlichtdensitometer.

      Schleier: 0,16

      Dichten ohne Schleier:
      Zone 1: 0,09
      Zone 2: 0,20
      Zone 3: 0,37
      Zone 4: 0,59
      Zone 5: 0,82
      Zone 6: 1,06
      Zone 7: 1,25
      Zone 8: 1,36
      Zone 9: 1,49
      Zone 10 : 1,59

      Gamma 0,62
      Erreichte Empfindlichkeit 20,7 DIN

      Die Negative mit dem Kornscharfsteller unter dem Vergrößerer betrachtet sind sehr feinkörnig. Das Silberkorn ist sehr scharf. Übergänge mit starken Kontrasten wirken ähnlich wie bei Rodinal.
      Auf gleichmäßigen Flächen tritt das Silberkorn kaum in den Vordergrund. Die Dichtekurve ist S-Förmig, neigt ab Zone 7 aber nicht zum Aufsteilen.

      Testbilder:
      Nikon D80 Nikkor 50mm 1,4D
      Rollei Superpan 200@100 ATM-W 12:00 20°C 30/30/2x
      Kaiser Mischlicht auf Adox MCP 13x18 Gradation 2 (ohne Filter) Scan vom Bild

      [Blockierte Grafik: http://aphog.de/forum/index.php/Attachment/16355-Superpan-200-ATM-W-jpg/?tiny=1] [Blockierte Grafik: http://aphog.de/forum/index.php/Attachment/16356-Superpan-200-ATM-W-Ausschnitt-jpg/?tiny=1]

      LG Oliver
      Dateien
    • Lieber Oliver,

      vielen Dank dafür, dass du weitere Filme testest. Was mir auffällt: Der untere Teil der Kurve von SP200 gleicht dem Foma 200 auf's Haar. Dennoch ist der Bildeindruck deiner Abzüge der Scans ganz unterschiedlich. Insbesondere saufen die Schatten vom SP 200 ab. Die beschattete Seite der Bäume ist extrem dunkel. der Bildeindruck vom Foma 200 ist um Längen besser. Hast du dafür eine Erklärung?
    • Ich habe mir nochmals den Print auf MCP angeschaut den ich gescannt habe. Da ist noch genug Zeichnung auf der linken Baumhälfte. Unter dem Balkon ist noch ein Kellerfenster versteckt, dass auf dem Print noch zu sehen ist. Also hat der Scanner den Schatten gefressen. Bei der Belichtung des Negatives hätte aber eine halbe Blende mehr Licht auf die Schatten nicht geschadet. Ich habe fast zeitgleich das gleiche Motiv auf einen Leverkusener APX 100 @ 64 ASA belichtet und mit Rodinal 1+50 entwickelt. Das Superpan 200 in ATM-W Motiv brauch sich nicht hinter dem APX zu verstecken. Die Schärfe ist mindestens genauso so gut und das Korn auf homogenen Flächen sogar feiner. Es wirkt weniger "wolkiger".

      LG Oliver
    • Klaus Wehner schrieb:



      Noch eine Bitte / Frage:
      aus historischem Interesse versuche ich die Geschichte des Atomals zu recherchieren.
      Falls jemand über Literatur oder Insiderwissen verfügt, so würde ich mich über entsprechende Informationen freuen!

      klaus.wehner@web.de

      Fragen beantworte ich gerne!

      Herzliche Grüße aus Paderborn
      Klaus


      Karl Neumeier spezifizierte ATOMAL in seinem Grundlagen-Referat Entwickler betreffend als Phenidon/Hydrochinon-Entwickler.
      Er veröffentlichte darin unter "Weichentwickler" folgende Rezeptur:

      Wasser 200 mlNa4EDTA 1 gNatriumsulfit sicc. 8 gKaliumsulfit 1.7 gKaliumkarbonat sicc. 10 gHydrochinon 2 gPhenidon 2 g*Diethylenglykol 10 ml*Wasser auf 250 mlpH 10.0 - 10.2

      *Phenidon wird in Diethylenglykol gelöst und zugegeben. Dieses Konzentrat wird kurz vor dem Gebrauch im Verhältnis 1+19 verdünnt. 50 Milliliter Konzentrat ergeben auf diese Weise einen Liter Arbeitslösung.

      Kennst du das Rezept und wenn es kein Geheimnis ist, hat es Ähnlichkeit?

      VG, Rainer

      ps.: Eure Ergebnisse sind wirklich beeindruckend. "Kaiser Mischlicht" dürfte etwas weicher sein als Print mit Doppelkondensor, oder?
      Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Jetzt soll es wenigstens eine anständige Erziehung haben.(Abraham Lincoln ?)