Ist Lomografie am Ende?

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    • hm...im web befindet sich lomografie leider in einen steten Sinkflug.

      google.at/trends/explore?q=%2Fm%2F04k35,lomography

      Leider mussten sie ja expandieren und eine AG werden. Jetzt verkaufen sie billige Plastikkameras zu teuren Preisen.
      Ich habe lange ueberlegt warum ich mir eine chinesische Plastikamera kaufen soll, wenn ich um viel weniger Geld das selbe in besserer Qualitaet auch bekomme. Mir ist allerdings kein wirklich ueberzeugender Grund eingefallen. Vielen gefaellt's, das ist auch schwer ok und ich mag auch den Look, aber wie gesagt, das P/L Verhaeltnis ist einfach zu mies.
      Schade eigentlich...

      lg redy
      If you don't shoot, the Chance to miss is 100 %
    • Lomografie beschränkt sich ja keineswegs auf Kameras aus China. Zum einen gehören die russischen Kameras von Lomo ganz sicher dazu (die aber nicht mehr produziert werden), zum anderen ist es ja eher eine Art zu fotografieren als Fotografieren mit einem bestimmten Kameratyp. Und ich denke, es ist ein Missverständnis, dass die Bildqualität schlecht sein muss.

      Mir waren die Kameras dort auch zu teuer, aber ich habe ein Original von Lomo: Smena 8M,, außerdem die Lomo Konstruktor UFK2 und von der Lomografie-Seite als einziges: Lomo Konstruktor.
      Trotz des sehr ähnlichen Namens unterscheiden sich die beiden letztgenannten drastisch. Die UFK2 ist Halbformat und hat einen Durchsichtssucher, die andere Konstruktor hat Vollformat und ist eine Spiegelreflexkamera.

      AUf jeden Fall hat mich Lomografie ermutigt, auch lange überlagerte Filme zu verwenden.

      Das Neue aber wird immer teuerer und ist bals unerschwinglich für mich. Vielleicht ist das ein Grund.
      Lomo wird sicherlich auch digital ...
      Aber zur Zeit ist das Ganze im Sinkflug und wird bald im offenen Meer baden gehen ...

      Ich stimme bei dem, was DU schreibst, zu: In dem genannten Fall: " ... das P/L Verhaeltnis ist einfach zu mies."
    • Ah ok. Das habe ich jetzt missverstanden. Du meinst also die "Kunstrichtung" Lomografie und nicht die Firma :)
      Da ist meine Meinung auch recht klar: Nein sie wird nicht untergehen, sondern halt wie alle anderen Moden und Spielarten mal ausgepraegter, mal weniger in Erscheinung treten, aber nie ganz von der Bildflaeche verschwinden.

      Noch was zu der (Firma) Lomography: Ich finde es grossartig von ihnen das sie den Mut haben, ganz alte Objektive in Russland neu bauen zu lassen. Grosses Kino :)

      lg redy
      If you don't shoot, the Chance to miss is 100 %
    • Die Kameras, Filme etc von Lomography sind für mich primär Angebote an einen Lifestyle. Gut erfunden, aber letztlich auch nur der Versuch, etwas marktschreierisch zu etablieren, was schon lange bekannt ist. Man schaue sich dazu bloss einmal die sog. "10 Regeln" an - da wird als Anleitung zum Fotografieren verkauft, was jeder Anfänger irgendwann mal praktiziert und dann zu vermeiden sucht.

      Das alleine ist m.E. noch nicht Kunst, sondern vorerst vielleicht ein Programm zur Verweigerung. Potenzial hat die Idee aber auf jeden Fall. Allein die vertiefte Auseinandersetzung mit dem "Unperfekten" kann weiterführen. Zu diesen Vorgehensweisen kann man aber auch kommen, ohne von einen entsprechenden Markt suggeriert zu bekommen, nur mit dessen Produkten klappe die grenzenlose Umsetzung dann perfekt.

      So gesehen stirbt vielleicht der Markt, aber wohl nicht das was gestalterisch unter den Begriff "Lomografie" Eingang gefunden hat.
    • Für mich gibt es keine Entwicklung in dem Bereich, der nicht vorhersehbar war.

      Es ist doch wie bei jedem Trend: Zuerst machen alle mit und wollen haben, aber das lässt eben so schnell nach.

      Einerseits hat die Lomografie sicherlich den Ein oder Anderen zur Analogen Fotografie gebracht, aber die meisten die sich haben mitreissen lassen, sind schon längst wieder abgesprungen - wie bei jedem Trend!

      Wer sich diese billigen und schlechten Plastikkameras aus China hat andrehen lassen, war meiner Meinung nach eh nicht ernsthaft im Thema der analogen Fotografie.

      Andererseits gibt es natürlich den positiven Effekt, dass manch einer auf die Analoge Fotografie aufmerksam geworden ist, der es vorher nie geworden wäre, und der ein oder andere Hersteller von analogen Material hat vielleicht Zuwächse im Absatz feststellen können.
      Auf der anderen Seite haben die gerade die Preise bei Ebay für überlagertes Filmmaterial teilweise Rekorde gebrochen!

      Die Entwicklung, wie gesagt, war mich zumindest aber vorhersehbar und nicht überraschend!
    • Inzwischen hat die Firma Lomography auch etliche Filme im Angebot. Dabei sind das nicht nur "Experimental-"Filme. Sie decken auch einige Marktlücken wie 110 Pocketfilm ab. Wenn sie schaffen schnell genug auf den Markt zu reagieren und nicht nur bei den Plastikschrottkameras verweilen, werden sie überleben. Augenfällig ist die Zuname junger Menschen, die sich für Film interessieren. Man sieht seit 2-3 Jahren gar nicht so selten 20-25Jährige mit einer (guten) analogen Kamera fotografieren. Auf der Photokina ist mir dieser Zuwachs an jungen Kunden auch auf dem Stand von Maco deutlich aufgefallen. Diese jungen Erwachsenen bieten ein gutes Kundenpotential auch für Lomography. Dafür müssen sie allerdings auch ausreichend "ernste" Produkte im Sortiment haben.
    • Hallo,
      man muss schon deutlich unterscheiden:
      Lomo - das sowjetische Original
      Lomographische Gesellschaft - Vermarkter von Photographica
      Lomography/Lomografie - Fotografische Stilrichtung

      Die fotografische Stilrichtung Lomografie wird es immer geben, sie ist ja an nichts gebunden, selbst mit einer Nikon F6 und Leica kann man lomografisch fotografieren.
      Zur Lomographischen Gesellschaft habe ich eine gespaltene Meinung, einerseits bedienen sie viele Nischen und haben die Analogfotografie mit über die "digitale Durststrecke" geholfen, andererseits finde ich das Preisleistungsverhältnis für den deren Produkte sehr abenteuerlich. Und ich stimme Hans Wöhl zu, es fehlen die "ernsten Produkte".
      Lomo als Petrograder Kamerahersteller ist wohl Geschichte...

      Viele Grüße

      Markus
      Nostradamus: Anno Domini MCMLXXX wird ein Apfel emporsteigen, den niemand essen kann.
    • Ich denke, dass eher die kommerzielle Ausschlachtung ihren Zenit überschritten hat. Gerade auf diese seltsamen Kameras dürften inzwischen nur noch wenige reinfallen. Ich fotografiere/knipse selbst liebend gern mit einfachen und einfachsten Kameras – aber mit den Originalen! Die sind nicht nur um den Faktor zehn billiger, sie haben dazu auch eine Geschichte, egal, ob sie Smena, Pouva, Vredeborch oder Agfa heißen.

      Hans hat recht, ersthafte Kameras wären dem Ruf des Unternehmens Lomography sicherlich zuträglich. Mit der Bel Air hätten sie die Chance z.B. gehabt - leider vergeigt.

      Und als Stilrichtung begreife ich es auch eher so, andere Herangehensweisen auszuprobieren, auch gern spontan. Nicht auf Ansel Adams oder National Geographic zu machen, sondern aus dem Moment heraus etwas einzufangen, vielleicht sogar ein Gefühl. Das geht ebenfalls auch ohne kommerzielles Label und Lifestylezeugs.

      Gruß
      Alex
    • Ein kurzfristiger Trend ist es jedenfalls nicht unbedingt, weil es Lomografie als Begriff schon m.E. seit Beginn der 1990er gibt und die "Lomografische Gesellschaft" kurz danach entstanden ist. Im Gegensatz zu anderen äusserst interessanten potenziellen Geschäftsmodellen, die in letzter Zeit im Bereich der analogen Fotografie auftauchen und wo schon von vornherein klar ist, dass sie wahrscheinlich nicht sehr aussichtsreich sind (was sollte der 4x5"-Instantfilm nochmal pro Schuss kosten?), ist "Lomo" ja sogar ein langfristig recht erfolgreiches Modell.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Es stimmt, es ist relativ langfristig erfolgreich.
      Und die Methoden ("Regeln") üben eine seltsame Faszination aus.
      Sie lassen sich zusammenfassen: Fotografiere, was und wie du möchtest und gehe über die "normalen" Grenzen. Schlechte Fotos sind nicht unbedingt schlecht.
      Fühle das Foto. Die Intuition steht wieder vorn. Man kann jeden Fotoapparat nehmen.

      Lomografie ist ein Perspektivwechsel.
    • Gerade Nachricht erhalten, dass mein DAGUERREOTYPE ACHROMAT 2.9/64 ART LENS bald eintrifft.

      Das Paket befindet sich im GLS Zustellfahrzeug und wird voraussichtlich im Laufe des Tages zugestellt.

      Das Gute bei Lomo: Sie kümmern sich auch um "alte" professionelle Linsenformeln. Sie entwickeln sich dort weiter, und sie nutzen extensiv Crowd-Funding. (Es bringt ja nichts, Sachen herzustellen, die dann niemand kauft.)

      Beim Petzval hingen leider die Trauben zu hoch ...