LW/EV Diskrepanz

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    • Das Problem ist mir auch schon aufgefallen und besteht in einer allgemeinen Begriffsverwirrung.

      Das deutsche Wort Lichtwert bedeutet. Wieviel Licht ist da. Ganz unabhängig davon, ob ich überhaupt eine Kamera benutze. Es ist so definiert: Lichtwert 0 bedeutet so viel Licht, dass bei 100 ASA und Blende 1 gerade 1 Sekunde Belichtungszeit benötigt würde, wenn man eine Kamera benutzen täte.

      Exposure value heißt auf deutsch übersetzt so etwas wie Belichtungswert. Das ist etwas ganz anderes und bedeutet, wieviel Licht der konkrete Film braucht. Das ist so definiert: EV=0 heißt, der Film braucht bei Blende 1 eine Sekunde (egal wieviel ASA er hat).

      All meine Gossen-Belichtungsmesser arbeiten mit Exposure Value, auch wenn daneben noch die Abkürzung Lichtwert (LW) steht.

      Ich bitte dich mal zu prüfen, ob die Angaben deiner Belichtungsmesser übereinstimmen, wenn du 100 ASA einstellst: Dann muss es gleich sein. Du wirst sehen, es ist so wie ich schreibe: Pentax rechnet mit Lichtwerten, Gossen mit Belichtungswerten.
    • Ohne zur Klärung beitragen zu können... Bei meinem Capital SP-I (ja, das Billig-Ding) gibt es diese lineare IRE-Skala auch. Soviel ich weiß, ist das eine Art Zonen-Skala für Fernsehaufnahmen mit einem Kontrastumfang von 1:32 (wie es ja auch dort steht). Witzig ist, dass bei mir der weiße Pfeil nicht bei 3,3 wie bei dem Pentax angeordnet ist, sondern bei 5. Und trotzdem erhalte ich, wenn ich diesen weißen Pfeil auf 17 stelle, bei 400 ASA die Kombination 1/500 und 32...
    • Könnte es sein, dass beim Gossen Spotmeter diese siebzehn garnicht LW 17 meint? Ich habe mir mal meinen alten Lunasix 3 angesehen.
      Wenn ich dort den Lichtwert 17 einstelle, erscheint an dem gelben Pfeil, wo ich den gemessenen und angezeigten Skalenwert meines Messinstumentes einzustellen habe, der Anzeigewert 20.
      Der Wert 17 beim Spotmeter wird nicht der Lichtwert, sondern der Anzeigewert sein, hoffentlich ?
    • Uwe Pilz schrieb:

      ...

      Ich bitte dich mal zu prüfen, ob die Angaben deiner Belichtungsmesser übereinstimmen, wenn du 100 ASA einstellst: Dann muss es gleich sein. Du wirst sehen, es ist so wie ich schreibe: Pentax rechnet mit Lichtwerten, Gossen mit Belichtungswerten.
      Ja, so ist es, bei 100 ASA sind sie gleich.
      Danke Uwe, das wäre die fachliche Erklärung.
      Also damit muss ich mich befassen.

      Die Frage ist auch, ob die untere Skala beim Pentax überhaupt der Lichtwerten ist, oder nicht sogar nur ein Wert um vom Messgerät auf die Skala zu übertragen und ich habe mich da einnehmen lassen... denn EV oder LW steht da nirgends.
      Viele Grüße
      Philipp ^^

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    • Pentax Spotmeter zeigen immer den LW bei 100 ASA an. Die Umrechnung auf verschiedene Filmempfindlichkeiten werden über die Skalen realisiert.
      Gossen verschiebet in seinen Geräten den LW immer auf die eingestellte Filmempfindlichkeit.

      So wird aud LW 10 beim Pentax (eingestellte Filmempfindlichkeit 'juckt nicht')
      LW 12 beim Gossen (eingestellte Filmempfindlichkeit 400 ASA).

      Die Gossen Methode ist klar im Vorteil wenn man eine Kamera mit LW Einstellung (z.B. alte Rolleiflex) benutzt.

      Der Artikel "The ultimate exposure computer" beschreibt wie man von Lichtverhältnissen über den Lichtwert zur Belichtungseinstellung kommt.

      Beste Grüße,

      Julius
    • Julius hat es richtig erfasst.

      Beim Gossen sind Empfindlichkeit und LW/EV-Skala mechanisch (Sixtar usw.) bzw. elektronisch (Digisix) mit der Nachführnadel respektive der Messwertanzeige gekoppelt.

      D.h. wird eine Lichtmenge gemessen, die bei ISO100 LW10 entspricht, sorgt die Ablesemechanik bzw. Elektronik dafür, dass ich bei eingestellter Empfindichkeit "ISO400" "LW12" ablese.

      Beim Pentax-Spotmeter hingegen ist bauartbedingt die Messwertanzeige NICHT mit der eingestellten Empfindlichkeit gekoppelt. Durch die fehlende Kopplung bezieht sich der angezeigte EV-Messwert immer auf ISO100, egal welche Filmempfindlichkeit eingestellt ist. Die Berücksichtigung der Empfindlichkeit erfolgt durch deren Kopplung mit dem Zeitenrad erst beim Ermitteln der Zeit-Blenden-Kombi. Wenn ich LW10 ablese und auf die Skala übertrage, steht dort bei Einstellung ISO100 genau wie bei ISO400 immer "LW10". Die daraus resultierende Zeit/Blendenkombination ist allerdings jeweils eine andere.

      Im Umkehrschluss heißt das, die Skala des Pentax ist NICHT geeignet, aus einer vorhandenen Kombination aus Zeit, Blende und Empfindlichkeit den LW/EV einfach abzulesen und ggf. auf andere Kameras zu übertragen. Man muss ggf. die von ISo100 abweichende Empfindlichkeit berücksichtigen. Dennoch hat auch die Methodik des Pentax ihre Vorteile. Nämlich dann, wenn man es aus der fotografischen Praxis gewöhnt ist, bestimmte Standardlichtsituationen mit bestimmten Helligkeiten zu verbinden oder diese gedanklich "zu hinterlegen. Also nach dem Muster "offene Landschaft mittags volle Sonne = EV14" In diesem Fall wird man die Filmempfindlichkeit auch erst im letzten Schritt in die Gleichung miteinbeziehen, genau wie beim Pentax.

      Ich hab jahrelang mit dem Pentax Spotmeter digital gearbeitet und mir irgendwann als Ergänzung einen Digisix angeschafft. Auf den ersten Blick arbeiten beide Geräte nicht unähnlich, man liest einen im Display digital angezeigten "Lichtwert" ("EV") ab und überträgt den Messwert händisch auf eine Skala, wo man dann die Zeit/Blendenkombi abliest. Wie schon geschildert ist die EV-Anzeige aber beim Digisix an die eingestellte Empfindlichkeit gekoppelt. Man liest also bei identischer Motivhelligkeit unterschiedliche EVs ab, je nach eingestellter Empfindlichkeit. Ich war von der Arbeit mit dem Pentax und der Arbeit ohne BeLi so darauf programmiert, die Empfindlichkeit erst ganz am Ende (Zeit/Blende) zu berücksichtigen, dass mich die Arbeitsweise des Digisix irritiert hat. Ich hab mir dann irgendwann damit beholfen, die Empfindlichkeit am Gerät grundsätzlich bei 100 zu belassen. Zumal das Verstellen der Empfindlichkeit beim Digisix sowieso umständlich ist.
    • Wolfgang Haller schrieb:

      Wie ich schon in Beitrag 17 geschrieben hatte, ist es kein Lichtwert, sondern ein Ablese- oder Zeigerwert.
      Alles Andere wäre illusorisch.

      Gruß
      Wolfgang
      Der Begriff "EV" wird von Pentax selbst bei den Spotmetern verwendet, sonst hätte ich meinen Beitrag nicht so formuliert. Die im Foto von Philipp gezeigte Skala auf dem Spotmeter heißt im offiziellen Pentax-Sprachgebrauch "exposure value scale" der Pfeil "exposure value index". Es ist in der Anleitung sogar eine Tabelle enthalten, um von den angezeigten EV-Werten in Beleuchtungsstärke umzurechnen. Beim Spotmeter digital, auf den ich mich bezogen habe, steht "EV" sogar auf dem Gehäuse direkt neben der Skala.
    • Ich hatte bisher mehrere Belichtungsmesser von Gossen und je einen von Sekonic und Sepherd.

      Und dieser Shepherd DM-170 zeigt unter der Bezeichnung "Exposure Value" sowohl den ungekuppelten als auch gekupelten Wert an.

      Der ungekuptelte entspricht dem Index-Wert, dem man als eigentlichen Messwert dann auf die ineinander gekuppelten Scheiben überträgt und entspricht ASA100.

      Ich hatte (ausser den DM-170) noch nie einen anderen Belichtungsmesser, der per Digitalanzeige einen auf eine mechanische Scheibe zu übertragenen Indexwert anzeigte welcher dem LW/EV entsprach, kann mir aber vorstellen, dass es solche auch von anderen Herstellern gab.

      Mich würde auch nicht wundern, wenn das bei welchen von Gossen selbiger Konstruktion der Fall wäre, also bei denen man per Indexwert einstellt.

      Der ungekuppelte LW/EV- Wert kann schon sehr Sinn machen - und zwar für die Kontrastmessung. Und genau dafür ist ein Spotmesser ja prädestiniert . . .
    • Guten Abend, nachdem ich diese Meinungen verfolgt habe wollte ich mich überzeugen und nahm den Prifisix und den Pentaxspot zur Hand und tatsächlich der Profi zeigt 16-500 und der spot 16-2000 an habe hier noch den alten gossen Trisix auch der zeigt 16-500 an. Um dieses Rätsel zu lösen sollte man sich an den Gossentechniker wenden ich bin jetzt auch neugirig was die Lösung ist.Grüsse Josef
    • Josef Unterthurner schrieb:

      Um dieses Rätsel zu lösen sollte man sich an den Gossentechniker wenden
      Die Gossen-Techniker können da nicht helfen. Seit Jahrzehnten zeigen alle Gossen- oder Sekonic-Geräte und wohl auch alle anderen richtige EV-Werte (=LW) an, nur der alte Pentax tanzt aus Reihe und zeigt keine EV-Werte, sondern selbstdefinierte Skalenwerte an, die wahrscheinlich nur bei 100-ISO mit dem EV-Wert übereinstimmen.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Philipp Mittelstaedt schrieb:

      Das eine ist der Lichtwert, das andere der Belichtungswert.
      Sorry, aber das kann man so nicht stehen lassen. Es gibt nicht das eine und das andere, beide sind das selbe, LW = EV! Und beides bedeutet eine bestimmte Belichtung für den Film, beginnend bei LW/EV=0 mit 1s bei Blende 1,0. Das ist nicht von mir, sondern kann auch in beliebiger Fachliteratur so nachgelesen werden, z.B. bei Adrian Bircher "Belichtungsmessung, korrekt messen - richtig belichten".
      Als die Deutschen in der Fotoindustrie noch mitreden konnten, haben die das eben Lichtwert genannt, eine schlichtweg falsche Übersetzung von Exposure Value EV, wörtlich übersetzt "Belichtungswert". Darum steht auf vielen Gossen Belichtungsmessern auch LW/EV an der selben Skala, was trotz unsinniger Übersetzung nach deutschem Sprachgebrauch ja auch richtig war. In der Anleitung zur alten Rolleiflex ist konsequent richtig von einer "Tabelle der Belichtungswerte" die Rede, in der englischsprachigen Version dieser Anleitung heißt es dort "Table of Exposure Values", gemeint sind Lichtwerte.

      Zur kompletten Verwirrung gibt es jetzt also nur in der deutschen Sprache 3 Begriffe für das selbe:
      Belichtungswert (ganz alt, Rolleiflex) = Lichtwert LW (alt und falsch übersetzt) = Exposure Value EV (aktuell und international)
      Gossen versucht diese unfreiwillig gestiftete Verwirrung aufzulösen, z.B. Kapitelüberschrift aus der aktuellen Anleitung zu Gossen-Belichtungsmessern: "Belichtungswert (Lichtwert) LW/EV"

      In den 1950er-Jahren hat man versucht, die logarithmischen Blenden- und Belichtungszeiten mit der Definition der linearen LW/EV-Skala leichter begreifbar zu machen. Hasselblad hat sogar seine Zentralverschluss-Objektive mit einer solchen LW/EV-Kupplung ausgestattet. Heute spricht schon lange keiner mehr davon. Gehalten hat sich der durchaus nützliche EV-Wert bis heute nur bei Handbelichtungsmessern, offensichtlich alle außer dem Pentax Spotmeter. International einheitliche Gepflogenheiten wurden von Pentax ignoriert und eben eine eigene Interpretation der Skalenwerte eingeführt.

      Und dann gibt es noch diverse, einfach falsche EV-Tabellen auf dubiosen Internetseiten. Ein EV-Wert ist und war noch nie an eine bestimmte Filmempfindlichkeit gebunden!

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Manfred Anzinger schrieb:

      Josef Unterthurner schrieb:

      Um dieses Rätsel zu lösen sollte man sich an den Gossentechniker wenden
      Die Gossen-Techniker können da nicht helfen. Seit Jahrzehnten zeigen alle Gossen- oder Sekonic-Geräte und wohl auch alle anderen richtige EV-Werte (=LW) an, nur der alte Pentax tanzt aus Reihe und zeigt keine EV-Werte, sondern selbstdefinierte Skalenwerte an, die wahrscheinlich nur bei 100-ISO mit dem EV-Wert übereinstimmen.
      Gruß, Manfred
      Hallo Manfred,

      so ist es. Das Pentax Spotmeter zeigt nur bei ISO 100 einen korrekten EV- Wert an. Bei anderen Empfindlichkeitseinstellungen, zeigt es nun einen Anzeigewert, Skalenwert, Ablesewert oder wie man es immer nennen möge, an. Aber definitiv zeigt es keinen EV-Wert mehr an.

      Gruß Wolfgang