Hat jemand Tipps zu Ilford New MGRC

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    • Hat jemand Tipps zu Ilford New MGRC

      Hallo,

      hat jemand schon Tipps und Erfahrungen zu Ilfords neuem Multigrade-Papier? Ich schwimme momentan ein bisschen mit den Einstellungen meines MG-Kopfes (ab Gradation 3.5 tut sich kaum noch was) und auch das Kalibrieren meines Belichtungsmessers hat im ersten Durchlauf wenig konstante Ergebnisse geliefert. Mit Fomaspeed war alles einfacher ...

      Grüße
      Alex
      Make Grain, not Pixel!
    • Hallo,
      Ich habe den Eindruck, dass eine steilere gradation schon mit weniger Magentafilter kommt. Sprich für ein Negativ, das ich mit mit ~0y-30m auf Fomaspeed oder Adox MCC abziehe, ein ähnliches Ergebnis bei 0-0 bis 0-10 auf Ilford MGRC herauskommt.
      Außerdem braucht es bei mir erheblich länger im Entwickler.
      2min in Neutol, 3min in Moersch Eco. Jeweils Bildspurzeit mal 6.

      Grüße,
      Florian
    • Meine Erfahrung mit dem neuen Ilford Papier:
      • im weichen und mittleren Bereich etwa 1 Stufe härter als MG IV (Fomaspeed hatte ich leider noch nicht)
      • Gradationen gleichmäßiger abgestuft und daher besser steuerbar
      • sichtbar wärmerer Bildton
      • längere Bild­spur­zeit, für Maximal­dichte sind aber 90s im Entwickler (Adox Neutol 1+7) ausreichend;
        die Faustregel 6-fache Bildspurzeit trifft hier nicht zu; schadet aber nicht, dauert halt länger
      • reagiert lt. Ilford deutlicher auf Tonung (noch nicht selbst ausprobiert, das alte MG IV hat den Bildton jedenfalls kaum geändert)
      • einziger bisher entdeckter Nachteil: liegt nach dem Trocknen auf der Wäscheleine nicht ganz so eben wie das alte MG IV (d.h. Nasszeiten, in denen sich der Papierfilz von der Schnittkante her vollsaugt, sollte man nicht übermäßig ausdehnen)
      Hier die Dichteumfänge (ISO-R-Wert) mit meinem Dunco-VC-Kopf (Gradationsstufen sind kaum auf andere Filterköpfe übertragbar):
      Grad: 00 - 0 - 1 - 2 - 3 - 4 -5
      ISO-R: 133 - 111 - 98 - 85 - 74 - 62 - 53
      zum Vergleich: MG IV ging im weichen Bereich bis 160

      Achtung: Für eine optimale Nutzung der Gradations­spreizung sollte man die Negative auf ein geringeres gamma entwickeln:
      Statt bisher 0,65 für MG IV jetzt 0,55 (gemessen auf dem Grundbrett). Ilford hat damit die Gradations­stufen neu definiert und weicht damit von den anderen Papieren aus dem eigenen Haus ab. Auf der anderen Seite: Wenn man die bisherige Film­entwickung beibehält, erstellt man Vergrößerungen auf dieses neue Papier etwas weicher (d.h. mit mehr Y-Filterung) und hat damit weniger Probleme mit der durch →UV-Anteile verursachten Unschärfe.

      Gruß, Manfred (der das neue Papier für eine echte Verbesserung hält!)
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Ich habe jetzt alle mir möglichen Tests durch und komme auf folgendes Ergebnis für MGRC neu, glossy:

      Grad: 0 - 1 - 2 - 3 - 4 - 5
      ISO-R: 108 - 82 - 62 - 57 - 51 - 52

      Ausrüstung: Kaiser VPM 6005 Multigrade-VG (aufgerüstet zum 9005), RHD Analyser (Software 6.6), Densitometer Techkon RT112 (Schätzeisen?)

      Ich habe den Faktoren Streulicht und Verschleierung instensive Beachtung geschenkt, bevor ich beides ausschloss. Den Stouffer-Streifen habe ich vermessen, der Durchschnitt über alle Stufen liegt fast genau bei 0.15, doch es gibt Abweichungen (Stufen zwischen 0.12 und 0.20), die ich beim Kalibrieren beachte. Ich mache keinen Kontaktabzug, sondern klebe den Streifen in eine lichtdichte Maske und lege diese in den Negativhalter. Ich habe mit frischem Ilford MG-Entwickler gearbeitet.

      Ergebnis der Kalibirierung: Wenn ich nach einer Weiß-Messung einen Teststreifen mit linker LED am RHD an und einen mit rechter LED an jeweils mit Gradation 0-5 belichte, messe ich im Ergebnis für jede Gradation eine Dichte von 0,04 (+/-0,01) bzw. 90% von Maximalschwarz (+/-4 Dichtestufen). Genauer kriege ich es nicht hin.

      Zum Vergleich die Ergebnisse für Fomaspeed 312 (matt):

      Grad: 0 - 1 - 2 - 3 - 4 - 5
      ISO-R: 135 - 102 - 79 - 65 - 58 - 53

      Ich bin relativer Anfänger und mache bestimmt alles Mögliche falsch. Für Hinweise wäre ich daher dankbar.
      Make Grain, not Pixel!
    • Hallo Alexander,
      was Du gemessen hast, ist doch plausibel, ich hätte es nicht viel anders erwartet. Mach jetzt mit dieser Kalibrierung einfach mal einen Abzug mit weiß und schwarz, lass den trocknen und schau ihn Dir bei gutem Licht mal an. Ich vermute, der wird schon nah am Optimum sein. Eventuell kann man mit geringfügiger Anpassung noch ein bisschen optimieren.

      Deine Gradationsspreizung 0...5 entspricht einem Kontrastwert 108....52, bei mir sind das 111...53. Das ist ja schon verblüffend ähnlich, wenn man bedenkt, dass jeder Hersteller die Stufen seiner Gradations- und Filterskalen willkürlich anders definiert. Es ist gut möglich, dass mit den Filtern in Deinem Kaiser-Kopf die Grad.00 nicht erreichbar ist.

      Ilford hat sich bei dem neuen Multigrade nach 25 Jahren sicher etwas dabei gedacht, wenn wir jetzt mit dem neuen Papier tendenziell mehr Y-Filterung brauchen. Meine Vermutung: wegen des dann geringeren Einflusses von UV-Licht.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Hallo Manfred,

      vielen Dank, das beruhigt mich. Ich fand halt die Aussicht, maximal einen Dichteumfang von 1,1 verarbeiten zu können, und die eigenartige Spreizung als verwunderlich. Ob das praxisrelevant ist, kann ich nicht einschätzen. Ich werde jedenfalls erstmal Deiner Empfehlung folgen.

      Außerdem besorge ich mir mal einen Satz MG-Filter, um zu schauen, ob ich damit die Grenzen meines Vergrößerers erweitern kann.

      Danke und viele Grüße
      Alexander
      Make Grain, not Pixel!
    • Alexander Welker schrieb:

      ... die eigenartige Spreizung ...
      Die Spreizung ist bei Dir wirklich seltsam, das spielt sich fast vollständig zwischen G0-G2 ab. Bei Deinen Foma-Messungen ist die Tendenz aber ähnlich. Lt. Ilford-Datenblatt und meinen Messungen mit einem Dunco-VC-Kopf sollten sich halbwegs einheitliche Abstufungen ergeben, deutlich einheitlicher als mit dem alten MG IV. Könnte es sein, dass die Filterverstellung in Deinem (Kaiser-)Kopf irgendwo hängt? Das ist nur eine primitive Kurvenscheibensteuerung, die z.B. beim Dunco allein mit Schwerkraft funktioniert? Erfolgt das Ein-/Ausschwenken der Filter kontinuierlich mit der Drehung des Einstellknopfes?

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Ja, der Verdacht ist mir auch schon gekommen. Wenn man durch die Filterschublade linst, verändert sich die Farbe kontinuierlich, und die erste optische Kontrolle des Mechanismus zeigte kein Haken oder Hängen. Seltsam allenfalls: Mit eingeschwenktem MG-Filter habe ich einen Anschlag bei Gradation 0, wenn ich ausschwenke, kann ich noch ein Stückchen über die Null rausdrehen. Doof ist außerdem, dass man für die Weißlichtmessung sowohl ausschwenken, als auch auf Gradation 0 stellen muss. Das ist aber im Handbuch auch so dokumentiert.

      Die Filter in dem noch nicht gar so alten Kaiser können ja noch nicht ausgebleicht sein, oder?

      Ich werde jedenfalls mal den Vergleich zu den Ilford-Filtern machen, das sollte Klarheit bringen.

      Vielleicht messe ich ja auch nur Mist ...

      Apropos: Ich habe mal den Vergleichsstreifen zum RHD Analyser vermesen, weil mit das Grau so dunkel vorkam: Mein Densitometer gibt dafür 0,08 statt 0,04 an. Und der dunkle Streifen hat nur 83% vom Maximalschwarz, nicht 90%. Hat da jemand was anderes gemessen?

      Viele Grüße
      Alexander
      Make Grain, not Pixel!
    • So, jetzt habe ich mal das MGRC new, glossy auf Weißlicht + Ilford-Folienfilter geeicht:


      Grad: 00 - 0 - 1 - 2 - 3 - 4 -5
      ISO-R: 135 - 120 - 110 - 98 - 77 - 61 - 53

      Das sieht schon besser aus. Oder auch nicht, denn auf das Gefummel mit den Folien habe ich so gar keine Lust. Mir war schon das Y-M-Gedrehe am Farbkopf lästig, daher habe ich mich für die Multigrade-Variante entschieden.

      Die habe ich jetzt mal zerlegt und konnte keine Fehlfunktion feststellen. Die Filter scheinen korrekt im Halter zu sitzen, der komplett ein- und ausgefahren wird (Druck eines Hebels nach unten gegen Federkraft nach oben). Doch offenbar reicht das Gelb nicht aus und Magenta kommt zu schnell.

      Ich schau mich jetzt mal nach einem passenden System-V-Farbkopf um. Und fange mal an, auf Kaltlicht-LED von Heiland zu sparen ...

      Viele Grüße
      Alexander
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    • Alexander Welker schrieb:

      Und fange mal an, auf Kaltlicht-LED von Heiland zu sparen ...
      Du weckst verborgene Sehnsüchte, ich bin auch ständig auf der Suche nach guten Argumenten dafür, ... dann gleich in einem Kienzle Vergrößerer ... *green*
      Mit LED schafft man aber die harte Gradation 5 nicht ganz (wegen fehlender UV-Anteile). Am besten hat man perfekte Negative, mit denen man so gut wie immer mit den mittleren Gradationen 1-2-3 zurechtkommt.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Naja, bei der ganzen Einmesserei gilt ja: "Grau ist alle Theorie." In der Praxis liegen ja die meisten Negative zwischen 0,8 und 1,0. Da sollte mit Analyzer und Kaiser-MG-Kopf was hinzukriegen sein. Und für Ausreißer (ein Rollfilm, eine Entwicklung, 8 Bilder ...) habe ich ja jetzt die Filterfolien. Dennoch lockt die LED und es ist nicht jedem gegeben, Befriedigung aus Verzicht zu schöpfen. Kienzle, sagst Du ...

      Viele Grüße
      Alexander
      Make Grain, not Pixel!
    • Silberhalogenid-Emulsionen sind nach der Herstellung aus physikalischen Gründen immer UV-empfindlich. Das kann ein Hersteller nicht beeinflussen. Die Empfindlichkeit für die anderen Farben können dann mit chemischen Beigaben dazu erzeugt werden. Wenn man die UV-Unschärfe vermeiden möchte, geht das bei Halogenlampen nur mit UV-Filtern im Strahlengang.
      Das Problem bei den blauen LEDs ist nicht das fehlende UV-Licht, sondern das zusätzliche grüne Licht, dass von den LEDs am Rande des Spektrums abgestrahlt werden kann. Damit wird die weiche Schicht zusätlich belichtet und Gradation 5 ist unmöglich. Es reicht, die blaue LED schmalbandiger herzustellen (Quantendots, gibt es noch nicht zu kaufen.) oder aber das Blau ein wenig in Richtung UV zu verschieben (royalblaue LEDs). Übrigens können grüne LEDs auch ins Blaue hinein strahlen und damit Gradation 00 verhindern. Je nach Hersteller und Typ kann die Durchmischung der Farben unterschiedlich stark sein.

      Viele Grüße
      Runhild