Umstieg auf Mittelformat?

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    • Umstieg auf Mittelformat?

      Hallo zusammen,

      auch wenn ich schon seit Jahren analog fotografiere und hier ab und an schreibe bezeichne ich mich immer noch als Anfänger was die Analog-Fotografie betrifft (da immer noch überwiegend digital). Bisher war ich immer mit einer Pentax ME Super unterwegs, nun möchte ich mich dem Mittelformat widmen.
      Meine Gründe für Mittelformat der Reihe nach priorisiert:
      • Mein eigenes Empfinden und des örtlichen Heimatverlags fordern mehr Details/Reserven bei den angefertigten Dias und Negativen
      • Ich würde gerne in den Genuss eines großen Lichtschachtsuchers kommen
      • Durch günstiges Verhältnis von Bildgröße/Korngröße würden höherempfindlichere (und damit auch grobkörnigere) Filme wieder interessanter für mich werden
      • Bessere Möglichkeit bei der Freistellung von Motiven
      • und natürlich auch die Neugier mit so einem Gerät zu arbeiten

      Nur informativ: Duka für Schwarz-Weiß-Abzüge ist noch dieses Jahr vorgesehen

      Bereits hier die Zwischenfrage, ob allein aus diesen Gründen eine Umstellung lohnt?
      Sicher gilt es dann im Falle herauszufinden, ob es eine Kamera gibt, welche die Erwartungen erfüllen könnte und sich im Rahmen des Budgets befindet. Hierbei bin ich auf die Pentacon Six gestoßen.

      Viele Grüße,
      Tobias
    • Was genau erhofst du dir von empfindlicherem Film? Bei dem Thema muss man immer bedenken, dass man im MF für gewöhnlich lichtschwächere Gläser hat und/oder gegebenenfalls mehr abblendet um noch genug Tiefenschärfe zu bekommen. Man steht am Ende also trotz empfindlicherem Film nicht zwangsläufig mit schnelleren Verschlussszeiten da falls der Wunsch ist.

      Ist denn die Geschwindigkeit ein Thema? Das wäre denke ich ein wichtiges Kriterium zur Auswahl der Kamera. Wenn man langsam und gemütlich fotografiert finde ich die RB67 im Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut. Einen schönen großen Lichtschacht bietet sie definitiv.
    • Tobias Rossmann schrieb:

      ob allein aus diesen Gründen eine Umstellung lohnt?
      Ja! Ganz klar, denn da sind auch meine Gründe dabei, weshalb ich Mittelformat liebe. Umstellung - ich weiß nicht, eher mit Ergänzung durch KB, denn es gibt einfach sehr schöne, kompakte, leise und schnelle AF-Kameras im KB-Bereich, die für bestimmte Motive einfach besser passen.

      Mir geht es aber so, dass mir die KB-Negative regelrecht "mickrig" vorkommen, wenn ich mal wieder eine Weile nur MF gemacht habe.

      Digitalisieren mache ich bisher nicht, nur Duka, bis 6x9, aber hauptsächlich 6x7 und 4,5x6. Da hab ich eine schon recht flotte Mamiya, das ist nach meinem Empfinden auch kein Kompromiss vom Format her, ich nutze sie nur mit Prismensucher und Motor. Die hat aber keinen AF, darum ist sie für richtige Schnappschüsse noch ungeeignet. Die Rollei SLX ist ähnlich schnell, die nutze ich nur mir Lichtschachtsucher, die ist auch toll, vor allem die Optik und die Belichtungsmessung (wegen Dia). Für 6x7 hab ich eine RB67, die ist langsam, zickig, herrlich, so richtig was zum Runterkommen :)

      Für Schnappschüsse, wenn ich nur das Motiv beurteilen kann und auf AF angewiesen bin, mache ich KB (mit den formattechnischen Nachteilen, die du oben anführst).

      Grüße
      Rolf
    • Tobias Rossmann schrieb:

      Hallo zusammen,

      auch wenn ich schon seit Jahren analog fotografiere und hier ab und an schreibe bezeichne ich mich immer noch als Anfänger was die Analog-Fotografie betrifft (da immer noch überwiegend digital). Bisher war ich immer mit einer Pentax ME Super unterwegs, nun möchte ich mich dem Mittelformat widmen.
      Meine Gründe für Mittelformat der Reihe nach priorisiert:
      • Mein eigenes Empfinden und des örtlichen Heimatverlags fordern mehr Details/Reserven bei den angefertigten Dias und Negativen
      • Ich würde gerne in den Genuss eines großen Lichtschachtsuchers kommen
      • Durch günstiges Verhältnis von Bildgröße/Korngröße würden höherempfindlichere (und damit auch grobkörnigere) Filme wieder interessanter für mich werden
      • Bessere Möglichkeit bei der Freistellung von Motiven
      • und natürlich auch die Neugier mit so einem Gerät zu arbeiten

      Nur informativ: Duka für Schwarz-Weiß-Abzüge ist noch dieses Jahr vorgesehen

      Bereits hier die Zwischenfrage, ob allein aus diesen Gründen eine Umstellung lohnt?
      Sicher gilt es dann im Falle herauszufinden, ob es eine Kamera gibt, welche die Erwartungen erfüllen könnte und sich im Rahmen des Budgets befindet. Hierbei bin ich auf die Pentacon Six gestoßen.

      Viele Grüße,
      Tobias
      Der Umstieg auf analoges Mittelformat ist sehr zu empfehlen. Wenn man die BQ vergleicht, ist das wie Tag und nacht. Ich löse mich so langsam vom KB.
      --
      Daniel
      :D


    • Ich habe ein altes Buch gleich zweimal:
      Stefan Kruckenhauser: Verborgene Schönheit.
      erschienen ab 1938 , da war noch die "Ostmark" im Titel, die Nachkriegsauflagen erschienen dann
      mit "Österreich" im Titel.
      In den Vorkriegsauflagen begründet Kruckenhauser sehr ausführlich und interessant, warum er das
      ganze Bildmaterial nicht mit Rollei und Großformat gemacht hat, sondern mit der Leica, und dabei strebte
      er natürlich auch nach möglichst perfekter Bildqualität. Weil die ersten Negative im Bombenkrieg verloren
      gingen, hat er in den fünfziger Jahren alles noch einmal fotografiert. Die Bilder der Nachkriegsauflage
      erscheinen mir von der Bildqualität im Durchschnitt besser, sicher hat dabei nicht nur die Filmtechnik,
      sondern auch die Drucktechnik geholfen.
      Es ist sicher ein sinnvoller Weg, bei Kleinbild nach möglichst großer Bildqualität zu streben!
      (Aber das hat mich natürlich auch nicht davon abgehalten, alles andere bis 8x10 auch auszuprobieren und zu
      benutzen). ;)

      Also weiter so!
      Hans-Gerd
    • Hallo Tobias,

      Ich finde Mittelformat in jeder Hinsicht besser und kann eine Ergänzung, die dann irgendwann 90% der belichteten Film ausmachen wird, unbedingt zustimmen. KB habe ich auch noch behalten, für die Fälle, bei denen die Handlichkeit und Schnelligkeit wichtig ist. Deine Zusatzinformation finde ich übrigens ausschlaggebend. MF-Negative sind im Vergleich zu KB in der Duka ein Traum, auch in jeder Hinsicht.

      Gruß, Frank
      Gut Licht!
      Frank
    • Ich stand vor ein paar jahren auch vor der Entscheidung. Ich war/bin in KB ganz gut mit Canon aufgestellt (New F-1, A-1, damals noch T90, Linsen von 20-200mm).
      Trotzdem war der Wunsch nach MF immer stärker. Nach einigen Gesprächen mit Freunden habe ich mich dann für eine Rolleiflex 6008i (mit inzwischen 3 PQ-Linsen, 50-80-150) entschieden und es bis heute nicht bereut.
      Mit der fotografiere ich am Liebsten, nur wenn´s schneller gehen soll oder das Gepäck leichter sein soll, nehme ich meist die New F-1 zur Hand.
    • Hans-Gerd Roehne schrieb:

      Stefan Kruckenhauser: Verborgene Schönheit.
      erschienen ab 1938 , da war noch die "Ostmark" im Titel, die Nachkriegsauflagen erschienen dann
      mit "Österreich" im Titel.
      In den Vorkriegsauflagen begründet Kruckenhauser sehr ausführlich und interessant, warum er das
      ganze Bildmaterial nicht mit Rollei und Großformat gemacht hat, sondern mit der Leica, und dabei strebte
      er natürlich auch nach möglichst perfekter Bildqualität. Weil die ersten Negative im Bombenkrieg verloren
      gingen, hat er in den fünfziger Jahren alles noch einmal fotografiert. Die Bilder der Nachkriegsauflage
      erscheinen mir von der Bildqualität im Durchschnitt besser, sicher hat dabei nicht nur die Filmtechnik,
      sondern auch die Drucktechnik geholfen.
      Stefan Kruckenhauser kenne ich noch persönlich - aus einer Zeit, da es digital noch nicht gab.
      Er hat mir erzählt, dass die Leica Negative seiner Fotos alle über ein Zwischennegativ (9x12 oder ähnlich) für den Druck 'aufbereitet' wurden.
      Das müsste die Erklärung für die bessere Bildqualität im Druck sein.

      Aber zum Thema:
      KB bleibt lechter und flexibler, MF mit weniger Aufwand qualitativ besser, mit GF geht es dann nochmal besser (und viel langsamer).
      Wenn es Lichtschacht sein soll, warum nicht zweiäugige Kameras (Rollei o.-ä.).
      RB67 war mir schon vor vielen Jahrzehnten zu schwer für unterwegs.
      Wenn größer warum nicht Sucherkameras wie Mamiya oder Makina 67 oder gleich Texas-Leica.

      Qualität ist schön und gut, aber Gewicht und Volumen sind das, was man dann doch nicht immer mitnehmen will.
    • Rainer Hubertus schrieb:

      wenns nicht quadratisch sein soll Mamiya 645
      Mit den elektronischen Mamiya 645 (super, pro, TL) hatte ich immer mal Probleme. Der Messucher hat nicht kontaktiert und immer wieder nicht nachvollziehbare Fehlfunktionen. :/
      Zunächst hatte ich die Mamiya 645 1000s mit der ich sehr zufrieden war. Die hat aber keine Wechselmagazine und daher hatte ich damals (leider) zu den neueren eletronischen M645 Modellen gewechselt.

      Empfehlen kann ich fürs kleine Mittelformat (6x4.5) aktuell die Zenza Bronica ETRS(i) Modelle. Ich habe ein umfangreiches System mit 2 Body und hier funktioniert eigentlich alles (auch die elektronischen Komponenten).

      Irgendwann will man dann noch mehr Format...... :rolleyes: Meine ETRS(i) sind aber geblieben. ;)
      Grüße Jörg
    • Hallo, Tobias;

      endlich finde ich wieder mal die Zeit, hier wieder mal für ein paar Wochen aktiv mitzumachen! - Und gleich zu Beginn zu Deiner Frage - zunächst anhand Deiner Thesen:

      - a) Rein rechnerisch ist das Format 4,5x6cm etwa 2,7-fach größer als das Kleinbild; das 6x6-Format irgendwo bei 3,8-fach - und das "ideale Mittelformat", 56x72 der Mamiya RB 67 vielleicht 5-fach. - Ich sehe das so: Vom Kleinbild kannst Du wirklich noch ganz gute 30x40cm Vergrößerungen machen; vom Mittelformat, 6x6 oder 6x7, spielend bis 50x50 oder eben 50x60cm; mal so ganz krude dahin gesagt. - ABER: Wie die Anderen schon hervorheben, erfordert das das Arbeiten mit demselben Film und derselben [maximalen] Entwiclung - und darus resultierend, aus den von den Anderen genannten Gründen, eigentlich öfters die Verwendung eines Stativs, eventuell auch Einbein-Stativs.

      - b) Der Lichtschacht hilft bei der Komposition des Bildes - und der ist gegenüber Kleinbild-Lichtschächtelchen freilich vernünftig groß - ABER: In den letzten Jahren sehe ich - als Brillenträger - doch lieber durch die Sucher-Lupe und kreiere so dan BIldaufbau - eigentlich, wie beim "Kleinbild"-Sucher. - Eine gute Hilfe finde ich durch eine Gittermattscheibe mit Prismenfeld.

      - c) Da würde ich jedenfalls nicht ohne Weiteres mitgehen, wie auch die Anderen schon sagten! - Mit einem exzellent entwickelten Ilford HP-5 KB-Film kommst Du am Ende schneller und weiter, als mit ihm, dem HP-5, in einer Mittelformat-Kamera, wobei dort die Größe mit entscheidet: Eine kleine handliche Mamiya 645 oder ZEnza BRonice ETR-xx - oder aber - eine riiiiesige Mamiya RB 67 - mit ungleich größeren und schwereren Objektiven. - Ich habe seit 35 Jahren eine Hasselblad 500 CM - damals vom ersten Sparvertrag mit riesiger Freude gekauft - und die ist immer noch sehr handlich! - Beim Foto Bantle - damals in Ravensburg hatte ich alle drei in der Hand: Die Zenza BRonica ETR, die Hasselblad 500 CM - und die enorme, wuchtige RB 67; und Letztere war mir deutlich zu groß und zu schwer. - Meine Hasselblad hatte ich immerhin schon auf vielen Wanderungen durchs Schweizerische Engadin und Poschiavo auf mehr als 3.000 MEtern Höhe dabei - und das ging immer gut; vielleicht einen Liter weniger Trinkwasser, das man dafür öfters an sauberen Wasserläufen sammelt.

      - d) Mit der "Freistellung von Motiven" verstehst Du vielleicht ein "Heraus-Vergrößern" einzelner Motiv-Anteile eines Negativs?? - Damit kollidierst Du allerdings mit der "idealen Forderung" regelmäßig "formatfüllend" zu photographieren. - Das sollte man sich ganz grundsätzlich überlegen??!! - Dafür ist Mittelformat -oder jedes größere Format - aber nicht wirklich "konzipiert". - Sofern Du allerdings die merklich geringere Schärfentiefe meinst, ist das physikalisch-optisch freilich richtig - erfordert aber in solchen FÄllen / Motiven meistens eine gutes Stativ!!

      - e) Neugier gehört, wie das Staunen, zu den menschlichen Grundkonsatnten unseres Dasein - In der Welt-Seins. - Da stimme ich Dir vollauf zu!!! - Allerdings würde ich dabei eine erste ökonomische Hochrechnung aufstellen - interpolieren; heißt: Wieviel GEld möchtest Du für eine neue "Entdeckung" / "photographische Welt" insgesmat auf - sagen wir mal - zwei Jahre ausgeben - kannst Du wirklich ausgeben. - Da sind dann Objektive, größere Filter, weiteres Labor-Eqipment - der größere Vergrößere selbst!?!

      Ich selbst würde die Neu-Entdeckung, die "Entdeckung des photographischen Amerikas und Australiens" an die erste Stelle setzen: Bei mir wude es die letzten Jahre beispielsweise auch immer größer: Erst Contax-Yashica als Kleinbild, dann die sagenhafte Hasselblad 500 CM, dann wurde es eine Crown Graphic 4x5 - und vor zwei Jahren eine Sinar F-2, 13x18cm; auch motiviert durch einen exzellent erhaltenen Durst Laborator 138. ABER: Das ist auch viel Arbeit. Und: ICh vergrößere "nur" bis 20x28" / 50x72cm von den 13x18cm Negativen - aber die werden schon recht schön - wollen aber auch wirklich im Detail ausgearbeitet werden. - Gewisserweise eInschränkend muss ich allerdings hinzu fügen, dass das ein Familien-Hobby in dritter Generation ist - und ich schon als ganz kleiner Junge meinem Vater beim Entwickeln der Bilder für den Kindergarten geholfen habe - und ich mir die Format-Steigerungen auch recht gut "leisten" konnte. - Derzeit erwarte ich vielleicht das letzte Objektiv: Ein Fujinon W 360mm für die Siner, das entspricht etwa einem 80mm KB-Objektiv - würde allerdings mit einem Bildkreisdurchmesser von etwa 480mm auch bequem das 8x10" oder vielleicht sogar 11x14" erlauben - siehe dazu mal my personal favourite: Butcher Clyde aus Florida!


      So nun habe ich sehr viel geschrieben. - Eines noch: Keine (!!!) Praktica - Six; nehme lieber eine RB-67 von Jemanden, den Du kennst oder vertrauen kannst! - Oder freilich: Eine gut erhaltene mechanische Hasselblad.

      Mein persönliches, "rechnerisches" Fazit: Mit der Hasselblad 500CM habe ich bisher die allermeisten Photos und davon etwa 4800 Dias gemacht, die auch ihren Platz brauchen! - Und die Vergrößerungen mit der HAsselblad lassen sich wirklich sehen!! - Da treten die Graflex und die Sinar doch ein bisschen in den Hintergrund - und "runden das Hobby doch eher "nach oben" ab".


      Dir viel Spaß beim ÜBerlegen und Hineinwachsen!

      Jan-Peter
    • Jan-Peter Raspe schrieb:

      Und die Vergrößerungen mit der HAsselblad lassen sich wirklich sehen!!
      Weil du deine Hasselblad dabei hattest und sie benutzt hast. ;)

      Den größten Anteil am technisch guten Foto haben, meiner Meinung nach, die Objektive. Und dazu gabs damals in Color Foto einen Test der div. Hersteller (genaues Heft muß ich mal heraussuchen).
      Ergebnis: die lagen ziemlich genau alle gleich auf Augenhöhe. Egal ob es die Optiken für Hasselblad, Mamiya, Bronica, Rollei.....waren.
      Grüße Jörg
    • mittelformat ja,
      der lichtschachtsucher ist nicht zwangsläufig ein genuss,
      für mich eine qual.

      daraus folgt, dass ich die hasselblad zwar schleppen darf,
      es fotografiert aber ausschließlich meine frau damit.

      das günstige verhältnis von bild- zu korngröße
      korreliert mit zunehmendem format oft umgekehrt zum verhältnis von körper- zu rucksackgröße.

      vielleicht hast du die möglichkeit,
      eine kamera einfach mal auszuprobieren,
      um zu sehen, ob's dir liegt ...