Umstieg auf Mittelformat?

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    • Gut, ich gebe gerne zu: Ich habe schon ein paar Rahmen gebaut, aber so eine perfekte Gehrung wie bei jedem Billigrahmen aus der Fabrik schaffe ich nicht ansatzweise...
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Hallo, wäre das Rahmen von Bildern so einfach, brauchten wir keine Einrahmer mehr. Für alle Teilschritte (Passepartout, Rahmen, Glas ) benötigen wir zur präzisen Fertigung Spezialgeräte, die nicht billig sind. Von allein machen die aber nichts, wir müssen sie bedienen können. Erst mit solchen Geräten ist es möglich, auch spezielle Präsentationsformen bei Rahmenherstellung oder Passepartouts durchzuführen. Auch ein Glasschnitt muss gelernt sein. Ein Glaser schneidet sogar noch wenige Millimeter einer Glasscheibe ab. Jetzt kommen wir zum eigentlichen Sinn des Ganzen. Wenn eine perfekte Vergrößerung gezeigt werden soll, benötigt sie eine perfekte Präsentation. Diese unterstützt die Wirkung und beim Hängen in den eigenen vier Wänden hat sie die Aufgabe der guten Konservierung ( so verhindert ein "echtes" Passepartout z.B., dass die Fotografie an der Scheibe festklebt).. Das Abkleben des Pakets ( Rückwand, Foto, Scheibe ) verhindert z.B., dass Fliegen ihre Eier ablegen, oder dass Feuchtigkeit eindringen kann. Über die farbliche Abstimmung des Rahmens auf das Bild kann ich hier nur hinweisen. Ein SW-Bild kann seine Wirkung in einem braunen Rahmen (Holz oder Plastik) nur schwerlich entfalten. Auch der Alurahmen ist nur eine scheinbare Allzweckwaffe. Wenn man diese wenigen Punkte weiter durchdenkt wird deutlich, dass eine gute Vergrößerung mehr braucht als eine billige Rahmenlösung. Frdl. Gr.! Michael
    • Jens Dörsam schrieb:

      [...]
      Es gibt ja auch gute billige Rahmen. Die muss man aber erstmal finden, und meistens sind die superbilligen einfach nur schlecht. Vielleicht darf man nur nicht den Fehler machen, das unbesehen online zu kaufen. Darauf bin ich schon ein paarmal reingefallen. Sowas kann man ja ausserdem auch selbst machen, Gehrungssäge kostet 30 EUR.
      Ich habe mir vor längerer Zeit 'mal die Frage gestellt, womit ich eigentlich beim Einrahmen der besonderen Aufnahmen anfange: Beim Abzug oder beim Rahmen.
      Ich habe mich ganz klar für den Abzug entschieden. Sucht man dann den passenden Rahmen, bei dem wirklich alles stimmt, kann man sich einen Wolf suchen.
      Professionelle Einrahmungsgeschäfte habe ich außen vor gelassen, weil sie preislich zu überzogen sind. Ich habe früher bei einem Glaser in der Innenstadt, der auch Einrahmungen anbietet, Bilder einrahmen lassen und unverschämte Preise bezahlt.

      Ich bin dann dazu übergegangen, die Rahmen nach Maß selber zu machen. Die Leisten und die Rückwand bekomme ich aus dem Baumarkt. Die leisten schneide ich mir auf der Fräsbank zurecht.
      Das Passepartout besorge ich mir im Künstlerbedarf in der richtigen Größe, Stärke und Farbe. Für den Ausschnitt des Passepartouts hatte ich mir einen Passepartout-Schneider besorgt.
      Wenn der Rahmen fertig ist, besorge ich mir einfaches Museumsglas (Antireflex/ leichter UV-Schutz) nach Maß, in 2mm Stärke.
      Das Glas ist der teuerste Teil des Rahmens, aber es macht sich bezahlt.

      Ralph Heger schrieb:

      Ich kriege ja immer das Glas nicht ordentlich hin
      Viele Glaser bieten einen Zuschnitt nach Maß an, oder auch hier.


      Jens Dörsam schrieb:

      Gut, ich gebe gerne zu: Ich habe schon ein paar Rahmen gebaut, aber so eine perfekte Gehrung wie bei jedem Billigrahmen aus der Fabrik schaffe ich nicht ansatzweise...
      Ich benutze eine Gehrungslade und eine japanische Säge dafür.
      Wie verbindest du denn die Leisten, mit Nut und Feder?
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      Altes bewahren - Neues prüfen
    • @ Michael

      Dem kann ich mich nur vollkommen anschließen :thumbsup: !

      Ich gebe mir doch nicht auf jeder Stufe die größte Mühe, bei der Kamera, beim Aufnahmematerial, bei der Entwicklung, bei der Vergrößerung etc. und zwänge das Bild dann in irgendeinen 08/15 Rahmen.
      Ich spare so vielleicht ein bisschen Geld, ärgere mich aber anschließend jedes Mal, wenn ich das Bild anschaue.
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    • Was ich ja immer besonders interessant finde: Der hier ...

      murrer-rahmen.de/blog/tag/expressionismus/

      ...ist als Spezialist für "Expressonistenrahmen" bestimmt ultrasuperteuer, andererseits bedeutet "Expressionistenrahmen" so qualitätsmässig manchmal nichts anderes als vier leicht schief zusammengenagelte Palettenbretter, grob angemalt. Das hat man 1920 nur nicht so genannt. Gut, wenn der Künstler das so wollte... Wir waren ja alle schonmal im Museum.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Was es so alles für Probleme gibt rund ums Mittelformat bis hin zum Kinderverhalten.
      Soweit ich mich noch erinnern kann, habe ich diverse Duka-Abzüge (max. 30x40cm) mit post-it oder Stecknadeln oder Tesafilm im Kinderzimmer an die Wand geklatscht und war dann froh wenn im kindlichen Übermut wieder Zeit für eine neue Dekoration war.
      Im Wohnbereich der Eltern habe ich dann doch lieber wahre Kunst oder stylistische Deko und nicht die ego-zentrierten fotografischen Ergüsse meiner selbst aufgehängt.

      Soviel für heute ausnahmsweise mein Ketchup, statt Senf !

      Grüsse
      Rainer
    • Maximilian Eggert schrieb:

      Jens Dörsam schrieb:Gut, ich gebe gerne zu: Ich habe schon ein paar Rahmen gebaut, aber so eine perfekte Gehrung wie bei jedem Billigrahmen aus der Fabrik schaffe ich nicht ansatzweise...
      Ich benutze eine Gehrungslade und eine japanische Säge dafür.Wie verbindest du denn die Leisten, mit Nut und Feder?
      Mit Montagekleber... Damit kann man sich den hohen Aufwand, den man beim Leimen (mit Klammern oder Eckhaltern) treiben muss, sparen. Ist halt nicht so authentisch, funktioniert aber gut. Je nach Grösse der Leisten tackere ich diese Leisten hinten noch zusammen, oder ich nagele klassisch ein Dreieck in die Ecken. Glas kann man auch fertig zugeschnitten kaufen, die einzuhaltenden Toleranzen sind aber hier wirklich so gross, dass man das selbst machen kann. Bruch ist ja auch nicht so teuer. Ich mache das aber primär nicht für Fotos und damit nicht unbedingt mit Glas, sondern für richtige Bilder, die es ja leider manchmal nur in Sondermassen gibt und wofür man sowieso keinen fertigen Rahmen bekommt und demzufolge einen massgefertigten braucht. Das ist natürlich insgesamt schwierig, und es braucht einige Durchgänge, bis die Ergebnisse gut aussehen. Aber es ist wirklich noch sehr weit von "unmöglich" entfernt.

      Mit der Oberfräse vorher noch eine passende Nut reinfräsen, dann ist man auch flexibel bezüglich der Füllhöhe. Wenn man das nicht hat, kann man auch hinten vier schmale Leisten ankleben, das erfüllt den gleichen Zweck, und aufgehängt sieht man das ja sowieso nicht, weil man nie genau von der Seite draufschaut.

      Selbst wenn es hinterher total schepp wird, "...hat man was Eigenes...". Um Loriot zu bemühen.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Rainer Hubertus schrieb:

      [...]
      Soweit ich mich noch erinnern kann, habe ich diverse Duka-Abzüge (max. 30x40cm) mit post-it oder Stecknadeln oder Tesafilm im Kinderzimmer an die Wand geklatscht und war dann froh wenn im kindlichen Übermut wieder Zeit für eine neue Dekoration war.
      [...]
      So habe ich meinen Winnetou-Starschnitt auch aufgehängt, aber das ist sehr lange her *green* !
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    • Ich mag ja aufgezogen, rahmenlos und schwebend auf weißer Wand.
      Und wenn bin ich mit RIBBA immer ohne schlechtes Gewissen gut gefahren.
      interessiert meine Nachwelt sowieso nicht, muss also nicht Galerie

      Bilderrahmen sind überbewertet und oft ein viel zu einnehmendes pompöses Profil gewählt, es geht um das Bild.
      BDBF4E11-6C49-4CBF-AC9D-670BAC42B20E.jpeg



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      Haben wir nun alle Meinungen zu Bilderrahmen zusammen und können das nächste Thema angehen?

      Vorschläge?
    • Tobias Gronemeyer schrieb:

      Ich mag ja aufgezogen, rahmenlos und schwebend auf weißer Wand.
      Und wenn bin ich mit RIBBA immer ohne schlechtes Gewissen gut gefahren.
      interessiert meine Nachwelt sowieso nicht, muss also nicht Galerie

      Bilderrahmen sind überbewertet und oft ein viel zu einnehmendes pompöses Profil gewählt, es geht um das Bild.
      BDBF4E11-6C49-4CBF-AC9D-670BAC42B20E.jpeg



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      Haben wir nun alle Meinungen zu Bilderrahmen zusammen und können das nächste Thema angehen?

      Vorschläge?
      Das sieht Klasse aus, kannst Du da noch ein bisschen mehr zu sagen?
    • Tobias Gronemeyer schrieb:

      Und wenn bin ich mit RIBBA immer ohne schlechtes Gewissen gut gefahren.
      Da der Thread sich gen Ende neigt (alles Unwichtige geklärt), ist vielleicht jetzt die Zeit gekommen, sich den richtig wichtigen Aspekten zuzuwenden: Kann man auch mit schlechtem Gewissen gut fahren? Vielleicht dann mit einem anderen Produkt als Ribba? Oder wenn der andere Parameter geändert wird: Kann man mit gutem Gewissen schlecht fahren? Das sind so Sachen, die ich brennend interessant finde. Viel interessanter als das 300-seitige Hasselbladmanifest, durch das ich mich gerade quäle.
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      "Jede Chance ist eine Gelegenheit!" Matti Nykänen