Xtol: Entwickler hinüber?

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    • Xtol: Entwickler hinüber?

      Hallo Gemeinde,

      aus der 10er Charge eines APX100NEW (also Lupus, nicht Leverkusen) habe ich zwei Filme an unterschiedlichen Tagen und mit unterschiedlichen Kameras belichtet und in Xtol 1+1 entwickelt (und nicht so wie sonst in Rodinal 1+25).
      Nun sind mir auf beiden Filmen deutliche Flecken aufgefallen (siehe angehängten Scan).
      1) Da ich an unterschiedlichen Tagen belichtet habe, schließe ich mal aus, daß ich im Labor "einen schlechten Tag hatte".
      2) Unterschiedliche Kameras und Objektive schlißene ich auch aus, daß es daran liegen könnte.
      3) Im Streiflicht sieht man auf der Filmschichtseite des Negativstreifens an den Stellen, wo die Flecken sind, ganz kleine, fast "glimmerartige" Flecken, die im Licht leicht violett schimmern.
      4) Andere APX100NEW-Rollen aus derselben 10er-Charge, die ich in Rodinal entwickelt habe, sind einwandfrei. Es kann also auch nicht am Film liegen (auch nicht am identischen Fixierer).
      5) Mein Xtol-Konzentrat ist etwa 6 Monate alt, das war bisher noch nie ein Problem (und ich verwende wasweißichwielange schon Xtol, setze immer 5 L mit Aqua dest an und fülle das Konzentrat immer in 5 1L Braunglasflaschen mit Drehverschluß, Dichtgummi und Parafilm umwickelt um.
      6) Bei dem Fleck, den ich mit einem ! auf dem Scan markiert habe, sieht es sogar fast nach einer Doppelstruktur aus.

      Scheint aber wohl doch so zu sein, daß mein Xtol abgekackt ist nach so kurzer Zeit. :S

      Was meint ihr? Hattet ihr solche Flecken schon mal?

      Danke und beste Grüße
      Ingo
      Dateien
      • Flecken Xtol.jpg

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    • 10er Charge heißt gekauft 2010? Was hat Lupus damals verkauft, auch schon Kentmere?

      Ich würde eher mal vermuten, dass ein 10 Jahre alter Film Probleme macht, und nicht ein 6 Monate alter Xtol. Abgelaufene Filme sind ja gerade das Standardthema hier im Forum. Nach Entwicklerfehler sehen diese scharf umrandeten Flecken wirklich nicht aus.

      Die Geschichten von umgekipptem Xtol sind nicht ausrottbar, und wenn er tatsächlich umgekippt ist, entwickelt er angeblich gar nicht mehr. Ist das hier überhaupt schon mal jemandem passiert, ich meine mit Xtol jünger als 1 Jahr? Bei mir ist Xtol noch nie so alt geworden, aber nach 1 Jahr würde ich JEDEN Entwickleransatz wegkippen, erst recht so einen billigen wie Xtol. Kodak warnt lediglich davor, Xtol nach 1/2 Jahr in der Verdünnung 1:2 oder 1:3 zu verwenden (mache ich aber trotzdem, und bisher ohne Probleme!)

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Manfred Anzinger schrieb:

      Die Geschichten von umgekipptem Xtol sind nicht ausrottbar, und wenn er tatsächlich umgekippt ist, entwickelt er angeblich gar nicht mehr. Ist das hier überhaupt schon mal jemandem passiert, ich meine mit Xtol jünger als 1 Jahr?
      Ja mir ist dieser "sudden death" passiert bei einer Lagerungszeit von weniger als 6 Monaten; äusserlich war nichts Verdächtiges zu erkennen. Ergebnis: total blanker Film !!!
      Allerdings vor mindestens 10 Jahren, als es Xtol noch in 1 Liter-Packungen gab.
      Mit der Umstellung auf die 5 Liter-Packung soll das ja angeblich nicht mehr passieren.
      Trotzdem meide ich seitdem Xtol wie der Teufel das Weihwasser und verwende lieber Entwickler, denen ich den Tod ansehen kann (wie z.B. Verfärbung etc.)

      Gruss
      Rainer
    • Manfred Anzinger schrieb:

      10er Charge heißt gekauft 2010? Was hat Lupus damals verkauft, auch schon Kentmere?
      10 Stück auf einen Schlag neu gekauft (vor wenigen Wochen) und gleich ab damit in den Gefrierschrank. 2 Tage vorher in den Kühlschrank umgelagert. 1 Tag vor Verwendung raus an Raumtemeperatur.





      Ich würde eher mal vermuten, dass ein 10 Jahre alter Film Probleme macht, und nicht ein 6 Monate alter Xtol. Abgelaufene Filme sind ja gerade das Standardthema hier im Forum. Nach Entwicklerfehler sehen diese scharf umrandeten Flecken wirklich nicht aus.
      Also nicht 10 Jahre alt.



      Die Geschichten von umgekipptem Xtol sind nicht ausrottbar, und wenn er tatsächlich umgekippt ist, entwickelt er angeblich gar nicht mehr. Ist das hier überhaupt schon mal jemandem passiert, ich meine mit Xtol jünger als 1 Jahr? Bei mir ist Xtol noch nie so alt geworden, aber nach 1 Jahr würde ich JEDEN Entwickleransatz wegkippen, erst recht so einen billigen wie Xtol. Kodak warnt lediglich davor, Xtol nach 1/2 Jahr in der Verdünnung 1:2 oder 1:3 zu verwenden (mache ich aber trotzdem, und bisher ohne Probleme!)

      Gruß, Manfred
      Xtol war 1+1, also nciht 1+2 oder 1+3.

      Deine 3 Punkte können also alle nicht der Grund sein.
    • Thomas Klinger schrieb:

      Soweit ich mich erinnere kann XTOL mit der Zeit flocken.
      Das sollte sich aber durch Schütteln vor den Anwendung lösen.
      Das habe ich mir grundsätzlich angewöhnt vor der Verwendung von Xtol: schauen, ob Flocken drin sind und dann schütteln. Selbst ohne Flocken schüttle ich die Stammlösung ein paar mal hin und her und lasse sie kurz absitzen.
      Muß aber zugeben, daß ich nach den 2 Filmen noch nicht die Stammlösung probehalber durch ein Filter gegeben habe, um zu schauen, ob unlösbare Bestandteile rumschwirren, die man gegens Fenster gehalten durch das braune Glas vielleicht nicht sieht.
    • Rainer Hubertus schrieb:

      Manfred Anzinger schrieb:

      Die Geschichten von umgekipptem Xtol sind nicht ausrottbar, und wenn er tatsächlich umgekippt ist, entwickelt er angeblich gar nicht mehr. Ist das hier überhaupt schon mal jemandem passiert, ich meine mit Xtol jünger als 1 Jahr?
      Ja mir ist dieser "sudden death" passiert bei einer Lagerungszeit von weniger als 6 Monaten; äusserlich war nichts Verdächtiges zu erkennen. Ergebnis: total blanker Film !!!Allerdings vor mindestens 10 Jahren, als es Xtol noch in 1 Liter-Packungen gab.
      Mit der Umstellung auf die 5 Liter-Packung soll das ja angeblich nicht mehr passieren.
      Trotzdem meide ich seitdem Xtol wie der Teufel das Weihwasser und verwende lieber Entwickler, denen ich den Tod ansehen kann (wie z.B. Verfärbung etc.)

      Gruss
      Rainer
      Ich verwende schon seit zig Jahren immer Xtol, hergestellt als 5L-Ansatz. Hatte noch NIE solche Probleme damit, wie momentan mit den 2 Filmen.
      Solange Xtol ohne Flockungen und klar ist, hat es immer funktioniert.
    • Ingo Bohn schrieb:

      Solange Xtol ohne Flockungen und klar ist, hat es immer funktioniert.
      Zu den Flockungen: Weil einige "Spezialisten" ihre Pulverentwickler angeblich erfolgreich auch in der halben Wassermenge ansetzen, kann da bei vorgesehenem Ansatz nichts auskristallisieren. Aber solche Flocken kenne ich auch und das ist ziemlich sicher furzordinärer Schimmel. Das Zeug wächst überall, und vor allem dann, wenn man den Entwickler mit Baumarktwasser ansetzt. Die verwendeten Ionenaustauscher sind bei mangelhafter Wartung ideale Brutstätten dafür. Mit Augsburger Leitungswasser (eher hart) hatte ich noch nie Probleme. Entgegen allen Gerüchten wird weder bei Kodak noch sonstwo die Verwendung von entkalktem Wasser für den Ansatz der Entwickler empfohlen. Jeder handelsübliche Entwickler kann dank Foto-Calgon mit (fast jedem) Leitungswasser angesetzt werden. In Xtol flockt dann auch nichts aus. Ein Grund für die gezeigten Flecken ist der Schimmel aber eher nicht.

      Das mit der "Charge" habe ich falsch verstanden, sorry.
      Weitere Hypothesen:
      • Umgekipptes Xtol entwickelt gar nicht mehr: scheidet als Ursache aus.
      • So scharf berandete Flecken kann ich mir beim besten Willen nicht als Entwicklerfehler vorstellen.
      • Anhaftende Luftblasen: würden anders aussehen (unscharfe, rundliche Flecken), nicht so unregelmäßig berandet.
      • Schaumbildung (durch Gleit- und Netzmittelbeschichtung bei allen Harman/Ilford-Filmen) würde nur am in der Dose oberen Rand des Negativs stören und ist sowieso kein Problem, wenn man die Entwicklermenge nicht zu knapp bemisst. Scheidet hier auch aus.
      • Wasserspritzer, die beim Trocknen auf die Schicht gelangt sind?? In dem alten Agfa-Büchlein "Verarbeitungsfehler in Schwarzweiß-Prozessen" passt das am ehesten zu Deinem gezeigten Bild. Abhilfe lt. Agfa: "wiederholtes Einweichen und Trocknen".
      • "glimmerartige" Flecken, die im Licht leicht violett schimmern: Alle Spuren von Entwickler und/oder Fixierer sind nach dem Wässern zuverlässig weg. Sind diese Flecken mit einem Lappen vorsichtig abwischbar? Falls nicht: Doch ein Filmfehler, zufällig bei den beiden in Xtol entwickelten??
      Ich glaube immer noch nicht, dass Xtol schuld ist, weil ich damit in mind. 15 Jahren noch nie Probleme hatte. Ich habe aber auch immer Markenfilme in der Kamera. APXneu ist halt doch ein Billigprodukt, auch wenn er sonst gar nicht schlecht ist. Wer weiß, was Harman da verscherbelt, der Original-Kentmere ist immer teurer.

      Gruß, Manfred

      Nachtrag: Du hast hoffentlich nicht vorgewässert? Ilford schreibt dazu: “A pre-rinse is not recommended as it can lead to uneven processing”.
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Danke Dir, Manfred, daß Du Dir so viel Zeit für mein Problem nimmst!
      Ich bin auch etwas ratlos, was da passiert sein könnte, und suche immer noch nach einer sinnvollen Erklärung.
      Ich bin bei Deinen Punkten 1, 2, 3, 4 voll bei Dir.

      Zu Punkt 5: Könnte natürlich theoretisch sein, aber bei zwei Filmen an zwei unterschiedlichen Tagen? Und ein Film trocknete im 1. Stock, der andere ein paar Tage später im Keller. Außerdem paßt dazu die Fleckenform m.E. nicht.
      Zu Punkt 6: Das wird auch in meinen Augen immer wahrscheinlicher. Ich werde mal noch den einen übrigen Film der 10 Stück unbelichtet etwas aus der Filmdose ziehen (dann isses halt nur noch ein 30er Film, kein 36er mehr, so what) und schauen, ob die Flecken schon beim unbenutzten (!) Film auf der Emulsionsseite sichtbar sind. Vorsichtig mit einem Tuch oder einem weichen Gummispatel wegkratzen ließen sich die glimmerartigen Flecken übrigens nicht.

      Danke Euch für Eure rege Beteiligung!
    • Und hier kommt die Auflösung:
      Es war das Xtol, die alte Wutz.

      1) Von einem frischen Film (aus dem 10er Riegel) die Filmzunge etwas rausgezogen und Filmschicht kontrolliert: keine Flecken.
      2) Diesen Film belichtet.
      3) In RODINAL entwickelt - KEINE Flecken.

      Werde bei Gelegenheit mal dien Inhalt der Rodinal-Stammlösung durch einen Trichter mit Papierfilter jagen und prüfen, welche Rückstände bleiben.

      Danke Euch!
    • Ingo Bohn schrieb:

      Es war das Xtol, die alte Wutz.
      Die 5-Liter-Packung ist einfach zugross. Damit steht das Zeugs bei vielen Anwendern zu lange rum. Deshalb nehmen auch viele Amateure lieber D-76 in 1-Liter-Packungen und somit schnellerer Aufbrauch.
      Aus welchen Gründen auch immer KODAK diese Grosspackung einführte ist mir nicht bekannt; aber ich denke mal, dass das für professionelle Anwender oder Fotolabore vorgesehen ist.
    • Ingo Bohn schrieb:

      Und hier kommt die Auflösung:
      Es war das Xtol, die alte Wutz.

      1) Von einem frischen Film (aus dem 10er Riegel) die Filmzunge etwas rausgezogen und Filmschicht kontrolliert: keine Flecken.
      2) Diesen Film belichtet.
      3) In RODINAL entwickelt - KEINE Flecken.

      Werde bei Gelegenheit mal dien Inhalt der Rodinal-Stammlösung durch einen Trichter mit Papierfilter jagen und prüfen, welche Rückstände bleiben.

      Danke Euch!
      Schreibfehler, meinte natürlich, daß ich mal die Xtol-Stammlösung filtrieren werde (wozu ich noch nicht gekommen bin).

      Gestern übrigens weitere 2 APX100 in Rodinal (!) entrwickelt - keine Flecken. ;)