RHD Analyser Pro kalibrieren für Farbmischkopf: Welche Werte nehme ich für Mulitgrade-Papier?

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    • RHD Analyser Pro kalibrieren für Farbmischkopf: Welche Werte nehme ich für Mulitgrade-Papier?

      Um Multigrade-Papier mit einem Farbmischkopf zu nutzen, kann ich entweder nur jeweils Yellow oder Magenta eindrehen oder beide Filter kombinieren, um gleichmäßigere Belichtungszeiten zu bekommen. Für beide Methoden liefert Ilford Tabellen mit den Werten für gängige Geräte.

      Ich will nun den Analyser Pro für diesen Anwendungsfall kalibirieren. In der aktuellen Anleitung empfiehlt RHD die kombinierten Filtereinstellungen. Ich bin aber faul und würde gerne nur an einem Rädchen drehen.

      Daher habe ich einfach mal Grade 2 kalibriert, was ja dann ohne Filter auskommt. Allerdings musste ich dann den Belichtungsfaktor extrem korrigieren (-21), weil eben anders als bei der Grundkalibrierung auf Folienfilter das Licht direkt aufs Papier fällt.

      Ich habe jetzt Bedenken, ob der Anayser die Stufen 1,5 und 2,5, in denen der Y- bzw. der M-Filter eingedreht wird, korrekt interpolieren kann.

      Hat dazu schon mal jemand Erfahrungen gesammelt und könnte mir ein paar Stunden für Kalibrierversuche ersparen? Das wäre echt super.

      Viele Grüße
      Alexander
      Make Grain, not Pixel!
    • Ich arbeite ja nur mit Probestreifen. Es gibt aber eine Denk-Regel: Die Belichtungszeit für das maximale Schwarz beim blanken Film verändert sich durch Magenta-Filter sehr gering. Daran halte ich mich fest. Die belichtungszeit für die Lichter wird hingegen sehr stark durch die Filterung beeinflusst.

      Ins Gelbe gehe ich nur selten. Multigradepapaier gibt hier kein richtiges Schwarz mehr, weil zunehmend nur eine der beiden Schichten benutzt wird. Dazu kann ich also nichts sagen.
    • Uwe Pilz schrieb:

      Ich arbeite ja nur mit Probestreifen. Es gibt aber eine Denk-Regel: Die Belichtungszeit für das maximale Schwarz beim blanken Film verändert sich durch Magenta-Filter sehr gering. Daran halte ich mich fest. Die belichtungszeit für die Lichter wird hingegen sehr stark durch die Filterung beeinflusst.

      Ich dachte, ich könne Technik nutzen, um nicht so viel denken zu müssen. Und um nicht so lange üben zu müssen, bis ich Deine Erfahrung habe.


      Uwe Pilz schrieb:

      Ins Gelbe gehe ich nur selten. Multigradepapaier gibt hier kein richtiges Schwarz mehr, weil zunehmend nur eine der beiden Schichten benutzt wird. Dazu kann ich also nichts sagen.

      Das finde ich sehr interessant. Das heist aber wohl, bessere Fotos machen. Denn Papiere mit weicher Festgradation gibt es ja praktisch nicht mehr.
      Make Grain, not Pixel!
    • Alexander Welker schrieb:

      Ich habe jetzt Bedenken, ob der Anayser die Stufen 1,5 und 2,5, in denen der Y- bzw. der M-Filter eingedreht wird, korrekt interpolieren kann.
      Sicher kann er das, dazu hat man diesen Analyser schließlich. Aber auch wenn Du weißt, wie's geht: so 1-2 Stunden für die individuelle Kalibrierung wirst Du aufbringen müssen, da kann Dir keiner helfen. Aber danach hast Du ein point&shoot Fotolabor. Und welche Filter Du für welche Grad. brauchst, steht auf dem Beipackzettel in jeder Papierschachtel (beides: nur Y / M oder Y+M kombiniert).

      Uwe Pilz schrieb:

      Multigradepapaier gibt hier kein richtiges Schwarz mehr, weil zunehmend nur eine der beiden Schichten benutzt wird.
      Das stimmt einfach nicht! Diese Aussage widerspricht den MG-Dichtekurven, die unabhängig von der Filterung immer die gleich hohe Maximaldichte ergeben. Und das entspricht auch meiner Erfahrung. Auch mit Grad. 00 kriege ich schon immer ein sattes tiefes Schwarz, nicht unterscheidbar vom Schwarz bei Grad. 5. Oder anders ausgedrückt: was Besseres als Ilford-MG-Emulsionen wird man nicht kriegen (je nach Geschmack andere Oberflächen vielleicht schon).
      Mit den neuen MG-Papieren geht Ilford entgegengesetzt zu Deiner Theorie genau in die andere Richtung: Man muss weicher (mehr Y) filtern als mit dem alten MG IV.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Multigradepapier besteht aus zwei Schichten unterschiedlicher Farbempfindlichkeit, darauf beruht der ganze Effekt. Vielleicht nehmen manche au drei Schichten, dmit sich das noch feiner gestuft steuern lässt. Wenn man eine der Schichten nur wenig oder nicht benutzt, dann wirkt sich das auf die Maximaldichte aus. Falls die andere Schicht diese Maximaldichte allein erzeugt, dann könnte man den Kontrast in den Schatten nicht vernünftig steuern.
      Man müßte das mal messen.
    • Ob Ilford das gemessen hat oder ob die veröffentlichten Kurven von der Marketingabteilung kommen, können wir wohl nicht beurteilen. Aber so sehen die Dichtekurven der 3 Emulsionen und deren Überlagerung aus (aus "Contrast control for Ilford Multigrade variable contrast papers", 10/2010, Link habe ich jetzt leider keinen):
      Ilford MG Emulsion.png

      Der Trick ist, dass die drei Emulsionsteile unterschiedlich empfindlich auf grünes Licht reagieren. Es gibt keinen Emulsionsanteil, der ausschließlich auf blau oder grün reagiert. D.h. bei jeder Filterung sind in den Schwärzen die 3 Emulsionsarten gleichermaßen beteiligt. Bei M-Filterung (blaues Licht) reagieren alle drei gleich schnell, bei Y-Filterung (grünes Licht) reagieren sie unterschiedlich schnell. Nach richtiger Belichtung erreicht man in allen Fällen die selbe, visuell nicht unterscheidbare Maximaldichte, was ich bestätigen kann.

      Selbst wenn man jetzt mit einem Auflichtdensitometer geringe Differenzen an der zweiten Stelle nach dem Komma messen könnte, kann die kein Mensch sehen. Messtechnisch deutliche Unterschiede in den Schwärzen sind vom menschlichen Auge nicht wahrnehmbar, im Gegensatz zu bereits kleinsten Differenzen in den fast weißen Bildstellen.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Manfred Anzinger schrieb:

      Sicher kann er das, dazu hat man diesen Analyser schließlich. Aber auch wenn Du weißt, wie's geht: so 1-2 Stunden für die individuelle Kalibrierung wirst Du aufbringen müssen, da kann Dir keiner helfen. Aber danach hast Du ein point&shoot Fotolabor. Und welche Filter Du für welche Grad. brauchst, steht auf dem Beipackzettel in jeder Papierschachtel (beides: nur Y / M oder Y+M kombiniert).
      Dem kann ich nur zustimmen! Wenn man den RHD Analyser einmal gründlich kalibriert hat, dann hat man fast eine Art analoges Photoshop.

      Alexander Welker schrieb:

      Ich bin aber faul und würde gerne nur an einem Rädchen drehen.
      Dann kauf Dir einen Multigrade-Kopf!

      Alexander Welker schrieb:

      Hat dazu schon mal jemand Erfahrungen gesammelt und könnte mir ein paar Stunden für Kalibrierversuche ersparen? Das wäre echt super.

      Alexander Welker schrieb:

      Ich dachte, ich könne Technik nutzen, um nicht so viel denken zu müssen. Und um nicht so lange üben zu müssen, bis ich Deine Erfahrung habe.
      Der Kalibrierungsvorgang ist eine gute Grundlage um zu verstehen wie das Gerät arbeitet, was es misst und welcher Grauwert später auf dem Papier erzeugt wird.
      Das Denken nimmt Dir das Gerät nicht ab, im Gegenteil, Du musst schon wissen wie Du die Messpunkte legen musst um zum gewünschten Ergebnis - Bildeffekt - zu kommen.
      Wenn Du nicht viel denken willst, dann empfehle ich die Kamera in Deinem Mobiltelefon, Bilder kannst Du dann gedankenlos über eine App bestellen. Sorry, aber ein wenig Arbeit wirst Du Dir schon machen müssen um zu guten Ergebnissen zu kommen!
      Nostradamus: Anno Domini MCMLXXX wird ein Apfel emporsteigen, den niemand essen kann.
    • Danke für all die "hilfreichen" Antworten auf meine Frage (siehe Beitrag 1). Ich habe bereits viel Zeit mit Kalibrierung verbracht. Die Ergebnisse meines Multgrade-Kopfs weichen so weit von denen mit Ilford Filtern ab, dass ich es nun mit einem Farbmischkopf versuchen möchte. Offenbar ist es eine dumme Frage, ob das mit der Einfiltermethode hinhaut, weil der Analyser so große Sprünge zwischen den Belichtungszeiten interpolieren muss, oder ob die Zweifiltermethode nicht besser geeignet sei. Ich werde das in den nächsten Wochen exakt ausmessen und entschuldige mich dafür, dass ich Euch mit einer Frage belästigt habe, die außer mir niemanden interessiert.
      Make Grain, not Pixel!
    • Alle Emulsionen sind von Natur aus immer blau empfindlich. Daran kann man nicht ändern. Die Grünempfindlichkeit wird durch Zugabe von Molekülfarbstoffen erzeugt. Das ist dann das Geheimnis des Herstellers.

      Die oben gezeigten Kurven sind wenig aussagekräftig, da die Achsen nicht sachgerecht beschriftet wurden. Man sieht jedoch, dass man sehr lange mit Grün belichten muss, um das Maximalschwarz zu bekommen. Also entweder hat man im "gelben Bereich" die Lichter grau oder aber die Schatten grau.

      Wenn ich mit Splitgrade arbeite, sehe ich genau das. Mit der grünen Belichtung werde die Lichter eingestellt. Mit der blauen Belichtung werden die Schatten vertieft. Anschließend wird die grüne Belichtung soweit korrigiert, dass die Lichter wieder stimmen.

      Das hört sich nach viel Arbeit an, ist es auch. Ausstellungreife Bilder bekommt man nicht aus dem Automaten. Das ist Handarbeit. Abwedeln und Nachbelichten sind bei fast jedem Negativ notwendig.

      Viele Grüße
      Runhild
    • Ich habe gerade damit begonnen, meinen Dunco Vergrößerer in einen LED - Vergrößerer umzubauen. Um sicherzustellen, dass ich mich damit nicht aufs Glatteis begebe, habe ich vorab ein paar Tastversuche gemacht. Zunächst wurde eine LED - Matrix notdürftig eingebaut und mit verschiedenen Farben Kalibrierbilder erstellt. Die Ergebnisse bestätigen die in Beitrag 6 gezeigten Dichtekurven von Ilford. Auch wenn man diese wegen fehlender Skalierung nicht quantitativ beurteilen kann, so lassen sie sich doch qualitativ bewerten. Um mit Grün (weich) ein tiefes Schwarz zu erreichen, muss man länger oder intensiver belichten.

      Nachfolgend die Kalibrierbilder:
      Alle Testbilder wurden auf Ilford Multigrade IV angefertigt. Die Kopfhöhe entsprach einer 30x45 - Vergrößerung.
      Die kleinen Kreisflächen wurden im Uhrzeigersinn zwischen 1 s und 45,2 s mit einem Abstand von einer halben Blende bei Blende 11belichtet. Die große Kreisfläche in der Mitte und der äußere Rand wurden mit exakt 151,97 s belichtet.

      Ich bitte, die Verzerrungen und Streulichter auszublenden. Diese beruhen auf nicht optimal ausgerichtetem Strahlengang des Testaufbaus.

      Bild Mitte, links: Dunco 6x7 Mischbox, Gradationsmodul, Filtereinstellung 2,0
      Bild Mitte, rechts: LED-Matrix (R 0, G 255, B 255)
      Bild oben : LED-Matrix (R 0, G 255, B 0)
      Bild unten, rechts: LED-Matrix (R 0, G 0, B 255)
      Bild unten, links : LED-Matrix (R 255, G 0, B 0) (wurde genau so belichtet wie die anderen Bilder und beweist: Rotlicht (nur rote LEDs an) ist sicher !!!




      Kalibrierbilder Dunco LED Test.jpg