ADOX HR-50 in HC110 Gradationskurve

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    • Runhilds und Manfreds Beiträge sind sehr interessant, und beide haben recht: Manfred streicht heraus, dass die Verarbeitung zuhause natürlich von einem gewissen Pragmatismus geprägt sein muss, während Runhild zuerst mal ganz naiv fragt: Stimmt denn die Kurve? Das sind zwei ganz verschiedene Schuhe.

      Mich würde daher auch interessieren, was denn genau die x-Werte sind, deren Bedeutung wir aus dem Kontext eines Fotografieforums herleiten. - Belichtungen, ja klar. Aber wie wird die Verdoppelung bzw. Halbierung der Lichtwerte erreicht? Mit den Belichtungszeiten? Gemessene oder angenommene, am Fotoapparat eingestellt? Blendenschritte am Objektiv? Mit Hysterese oder ohne?

      Wenn ich eine Erklärung für Marcus' erste Kurve suchen sollte, hielte ich Folgendes für plausibel: Marcus hat die Belichtungsreihe durch manuell eingestellte Belichtungszeiten realisiert. Weil es ein niedrigempfindlicher Film ist, sind die Zeiten für die oberen "Zonen" schon recht lang. Wenn dann der Verschluss an dieser Kamera in dem Bereich tendentiell zu langsam ist, bleibt der Verschluss bei den langen Zeiten zu lange offen. In der Folge nimmt dann die Dichte auf dieser "Zone" zu. Trotzdem wird die gemessene Dichte zB über der "gemeinten" Zone 7 aufgetragen, obwohl es nach der "wirklichen" Belichtungszeit eher Zone 7,3 sein müsste. Dadurch rutscht der Datenpunkt nach links, und die Kurve erhält einen Buckel. Dann hat Marcus die gemessenen y-Werte ins Forum gestellt. Der nächste erstellt daraus ein Diagramm und beschriftet die x-Werte mit "Blendenschritte". Ein anderer nimmt einen anderen Entwickler, eine andere Kamera, die Belichtungsänderung überlässt er womöglich dem Kamera-Beli, und erhält eine ... andere Kurve. Schon klar, Physikseminar geht anders. Aber die gestellten Fragen sind schon richtig.

      Schönen Sonntag noch und beste Grüße
      Carstem.
      Gott grüß die Kunst!
    • Ich habe inzwischen die beiden Ergebnisse von Marcus mit den Belichtungsdaten in meinem Plotprogramm eingegeben. Das was ich sehe, entspricht ungefähr, was ich nach den Angaben von Klaus Wehner und nach der Beschreibung aus dem Datenblatt erwarten würde. Das sind wohl Eigenschaften der Emulsion. Da wird sich vermutlich nichts gerade biegen lassen.

      Es geht mir nicht darum, dass extrem präzise gearbeitet wird, aber es ist mir wichtig, dass bekannt ist, was gemacht wird, sodass man mögliche Fehler finden kann.

      Ich habe bei mir zu Hause 2 Möglichkeiten, die Dichte von Testfilmen zu messen. In beiden Fällen ergibt sich eine andere Kurve. Welche ist die Richtige?


      Viele Grüße
      Runhild
    • Moin
      Ja ich gebe Runhild recht man muss beim testen sauber, wiederholbar arbeiten.
      Eben Möglichst wissenschaftlich.
      Nur sind wir in der"Alchemie " Fotografie alle kunterbunt mit oft sehr unterschiedlichen Gerätschaften ausgestattet. Da bleibt die Wissenschaft ein wenig auf der Strecke.
      Im Moment teste ich den HR 50 in einer Zweibad Entwicklung ,Hc110 + Triethanolamine (TEA).
      Jedoch habe ich noch keine vorzeigbare Kurve.
      Die Schatten sind noch viel zu dünn, jedoch ist in den Lichtern eine "gute" dichte Reduzierung zu erkennen. Auf steilen tut der Film aber ab zone 4-5.
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Die Punkte sind für das Gamma.
      Die rechts links Verschiebung erfolgt über + und - minus DIN Eingabe in der Tabelle so erfährt Mann auch die echte Filmentfindlichkeit.
      Du findest die Exel auf Manfred Anzinergs Website. Dort darf man ich die Liste Downloaden
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Marcus Bahrs schrieb:

      Der Film liefert hierbei nur ca. 20ASA und ca 6 brauchbare Blendenstufen.
      Hallo Marcus!
      Im Vergleich zu Deinem ersten Versuch (nur in HC-110) ist die Verbesserung eher marginal. Das sieht man schön, wenn man beide Kurven in einem Diagramm darstellt. Wie Klaus Wehner eben sagt: ein Spezialfilm. Wobei er in A49 (lt. obigem Beitrag von Thomas Pauly) richtig gut aussieht.

      Vorsicht: Wie auch bei gepushten Filmen darf man hier die Empfindlichkeit nicht am IS0-Referenzpunkt (0,1 über Schleier) ermitteln, sondern man wählt die praktische Empfindlichkeit besser so, dass die Mitteltöne (Zone V, in meinem Diagramm 0 auf der x-Achse) auch mittlere Dichten (ca. 0,8) bekommen. Wenig bis keine Details in Schatten und Lichtern nimmt man dabei bewusst in Kauf. So ausgewertet liegt Dein erster Versuch bei 50 ISO, der von gestern bei 32.
      Bei so krummen Kurven ein mittleres gamma ermitteln zu wollen ist eigentlich unanständig (macht das Programm aber trotzdem). Interessanter sind dabei die Punkte, die den gamma-Verlauf entlang der Dichtekurve anzeigen. Und da schießen Deine Beispiele bei den Mitteltönen ordendlich übers Ziel hinaus, Schatten und Lichter sind kontrastarm. Vielleicht der passende Film für kommende Halloween-Szenen?

      Wenn man scannt, kann man die Kurve evtl. hinbiegen, ein Laborabzug wird wohl eine sportliche Herausforderung.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Danke Manfred

      für deine ergänzende Erklärung.
      Der Film ist nix für HC110.
      Aber fein Körnig.
      A49 habe ich ja nicht im Haus, jedoch Klaus sei Entwickler.
      Der ist als nächster dran.
      Darüber hatten Klaus und ich uns auch schon nebenher unterhalten.
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Hallo Marcus,

      mit dem Wehner-Entwickler kannst du die Dichtekurve auch bestens beeinflussen. An die A49 Kurve kommst du damit nicht ganz ran, aber das Ergebnis ist sehr gut.
      Bei solchen Spezialfilmen sollte man dann die Bewegung/Kipp stark reduzieren, ebenfalls sollte der Entwickler stärker verdünnt werden. Bei Wehner-Entwickler hatte ich noch keine Bromidabläufe oder eine ungleichmäßige Entwicklung.

      Ich kippe in Wehner-Entwickler
      8ml Teil A mit 8 ml Teil B auf 250 ml Wasser auffüllen (für Jobo 1510)
      Entwicklungstemperatur 24°C
      Nicht vorwässern!
      Die ersten 30 Sekunden 10x Kippen
      Alle 120 Sekunden 1x langsam für 5 Sekunden Kippen
      Entwicklungszeit 11:00 - 12:30 Minuten je nach erwünschter Dichte
      Filmempfindlichkeit 25 - 32 ASA


      Die angegebene Entwicklungungszeit ist nur eine Empfehlung!

      LG Oliver
    • Zu dem Thema möchte ich ganz kurz einige grundsätzliche Gedanken äußern.

      Bei einer Entwicklung gibt es im wesentlich 4 Parameter, die Einfluß auf das Ergebnis nehmen:
      1. Entwicklungszeit
      2. Konzentration der Chemie
      3. Temperatur
      4. Agitation

      Um die Wirkungsweise meines Entwicklers möglichst nachvollziehbar zu halten, habe ich versucht nur die Parameter mit der größten Wirkung zu variieren. Das sind die Entwicklungszeit und die Konzentration der Chemie.

      Wenn alle 4 Einflußgrößen verändert werden, so erschwert das die Vergleichbarkeit und führt zu einer gewissen Unübersichtlichkeit.

      Aus dem Grund empfehle ich:
      1. die Entwicklungszeit als Mittel der Anpassung an das gewünschte Ergebnis zu nutzen.
      2. in begründeten, speziellen Ausnahmefällen die Konzentration zu variieren (gemäß der Angaben im Datenblatt)
      3. die Temperatur und die Agitation möglichst immer konstant zu halten (beide können aber trotzdem bei Bedarf den eigenen Erfordernissen angepasst werden).

      Der Entwickler ist sehr flexibel und hat eine hohe chemische Energie.
      Aus diesem Grund ist er auch gut geeignet um spezielle Aufgaben zu erfüllen.

      So ist es sehr sinnvoll zunächst mit den Angaben aus dem Datenblatt zu arbeiten.
      Auf diese Weise erhält man Negative mit einem durchschnittlichen Gamma von 0,65. Diese Negative sollten sich auf alle Fälle erst einmal problemlos konventionell vergrößern lassen.

      Nur wenn man nach mehreren entwickelten Filmen feststellt, daß individuelle Anpassungen notwendig sind, so kann man diese vorsichtig und schrittweise vornehmen.
      Spezialfilme sind für sehr spezielle Aufgaben gemacht worden. So sollten sie auch genutzt werden.
      Wenn es das Ziel ist hochwertige "normale" Ergebnisse zu bekommen, so kann man das besser mit "normalen" Filmen erreichen..

      Herzliche Grüße
      Klaus