Stoppbad bei der Negativ-Entwicklung

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    • Stoppbad bei der Negativ-Entwicklung

      Hallo,

      ich beobachte insbesondere seitdem ich verstärkt den FX39 verwende gelegentlich etwas zu bzw. überraschend dichte Negative. Ich entwickle nach Datenblatt wobei ich die Zeiten oft noch ein wenig reduziere.

      Ich habe so einen Verdacht, dass es mglw. mit dem Stoppbad zusammen hängen könnte. Ich stoppe nur mit Wasser, i.d.R. 3...4 Durchgänge inkl. Kippen was dann durchaus 30..60 Sekunden dauern kann bevor der Fixierer rein kommt.

      Meine Frage dazu, stoppt ein Wasserbad die Entwicklung unmittelbar sofort beim ersten Durchgang oder dauert es eine Weile bis das Wasser die Entwicklung vollständig gestoppt hat ? Letzteres würde dann ggf. noch oben auf die (geplante) Entwicklungszeit rauf kommen (?)


      Auffällig ist auch auch, dass ich (zu) dichte Negative bei Rodinal eher selten/gar nicht gesehen habe, bei Ansätzen von 1+50 ... 1+100 sind die Zeiten aber häufig auch > 10', bei FX39 liege ich oft bei 7' oder weniger, da fallen 30"..60" Zeit beim Stoppen mehr ins Gewicht (?)

      Liege ich da richtig mit meiner Vermutung oder eher total daneben ? Wie ist eure Vorgehensweise beim Stoppen ?

      Viele Grüße
      Heiko
    • Ich bezweifle es. Da hilft eigentlich nur das Eintesten. Wobei ich seit einiger Zeit, nach der Empfehlung eines Forenten, nach der regulären Zeit das Negativ für 2:30 Minuten im Wasser bade. Ich kippe am Anfang und in der Mitte der Zeit ein paar Mal. Anschließend wird fixiert ohne Stoppbad. Dichtere Negative konnte ich dabei nicht beobachten
    • Beim Stopbad (Wasser oder Saures) gehen die Meinungen oft fundamental auseinander.

      Agfa, Kodak, Ilford, alle empfehlen ein Stopbad (weil die's natürlich auch verkaufen). In irgendeinem Forum hat ein alter Profi mal geschrieben, dass er in seinen Aufzeichnungen 2 Entwicklungszeiten hat: für Unterbrechen mit Wasser oder mit Stopbad.

      Wenn man reproduzierbar arbeiten will, muss man alle Unsicherheiten ausschalten. Das mit dem Stopbad ist da noch eines der kleinsten Probleme, warum sollte man da sparen, wo das Unterbrechen mit saurem Stopbad auch noch schneller und auf jeden Fall sicherer geht. Wenn es dann immer noch Streuungen im Ergebnis gibt, muss man weiter nach Ursachen suchen. Eine Entwicklungszeit von 7' oder vielleicht 7:30 macht einen sichtbaren Unterschied!

      Was hast Du für ein Fixierbad, hoffentlich ein saures? Bei neutralen oder basischen Fixierern ist ein saures Stopbad dringend anzuraten.

      Eine Ausnahme sind Pyro-Entwickler: da darf nix Saures dran, weil das Farbstoffe und den Stain auflöst, also hier ausnahmsweise zwischenwässern und KEIN saures Fixierbad.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Hallo,

      ich verwende Adofix zum fixieren. In den 90-zigern hatte ich letztmalig in der vor-digitalen Zeit entwickelt und da soweit ich mich erinnere mit Essigsäure gestoppt. Nachdem ich vor 2 Jahren wieder analog eingestiegen war hatten meine Recherchen ergeben, dass ein saures Stoppbad wohl überflüssig ist, somit Stoppen nur mit Wasser. Reproduzierbarkeit der Ergebnisse wäre ein Aspekt. Die Stoppzeit mit Wasser, wenn sie denn relevant ist für die Entwicklung, variiert bei mir, je nachdem wieviele Durchgänge ich mache und ob ich ein oder zwei Filme in der Dose habe. Das sollte aber keine Diskussion für oder wider ein saures Stoppbad werden. Falls die Stoppzeit mit Wasser anteilig in die Entwicklungszeit mit eingeht wäre ein saures Stoppbad evtl. einen Versuch wert.

      Grüße
      Heiko
    • Ich denke, wenn man den Entwickler ausgießt, Wasser eingießt, ausgießt und erneut Wasser eingießt, dass dann nahezu gar nichts mehr passiert / entwickelt wird. Ich entwickele seit 20 Jahren ohne speziellem Stoppbad und immer mit der Ruhe mit stets guten Ergebnissen. Nur wenn man einen wirklich "fetten" "Express-" Entwickler nutzt, würde ich Stoppbad verwenden. Bei "normalen" Lösungen ist der Vorgang viel zu gemächlich, also "homöopathisch", wie Waldemar schon schreibt.
    • Die Notwendigkeit eines Stoppbads ist differenziert zu sehen:

      Wenn ich eine sehr kurze Entwicklungszeit von 4 oder 5 Minuten habe (solch kurze Zeiten sollte man im Handbetrieb vermeiden), dann spielt eine Verlängerung der tatsächlichen Zeit bzw. ein Nachentwickeln von 30 Sekunden natürlich eine Rolle. In solchen Fällen ist es tatsächlich angeraten, den Entwicklungsprozeß schnell zu beenden. Hier ist Stoppbad i.d.R. etwas sicherer. Solche Kurzzeitprozesse können nur sicher und reproduzierbar gestaltet werden, wenn sie automatisiert und strenmg überwacht werden.
      Warum "in der Regel" und "etwas sicherer"?
      Das neue Bad, Wasser oder saures Stoppbad diffundiert sehr schnell, innerhalb von nur wenigen Sekunden, in die Emulsionsschicht und verdünnt das Entwickleralkali bzw. neutralisiert es. Damit wird ein Nachentwickeln verhindert oder auf ein nicht mehr relevantes Maß begrenzt. Wer glaubt, daß in dieser Zeit die Schattenzeichnung durch den verdünnten Entwickler noch merklich zunimmt, der irrt sich.
      Ein weiteres Problem kann auftreten bei Entwicklern mit hohem Carbonatgehalt als Alkali (Natrium- oder Kaliumcarbonat):
      Bei der Verwendung von saurem Stoppbad (egal ob Zitronen- oder Essigsäure) können sich in der Emulsion Kohlendioxidbläschen bilden, die später auf dem Negativ sichtbar bleiben. Es gibt Emulsionen, die dafür besonders empfindlich sind (meistens hochauflösende Dünnschichtfilme), in diese Fällen gibt der Hersteller den Rat, kein saures Stoppbad zu verwenden.
      Bei Entwicklungszeiten von etwa 10 Minuten und länger läuft der Entwicklungsvorgang so langsam ab, daß eine Verlängerung von geschätzten 30 Sekunden überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Wenn hier nach Ablauf der regulären Entwicklungszeit noch keine Schattenzeichnung da ist, fällt sie in den letzten 30 Sekunden auch nicht mehr vom Himmel. In solchen Fällen reicht einfaches Zwischenwässern völlig aus.
      Auf den Sonderfall der Pyro-Entwickler wurde ja bereits hingewiesen.
      Einen völlig anderen Grund, ein Stoppbad zu benutzen, gibt es beim Positivprozeß: Hier arbeitet man mit viel stärker konzentrierten Entwicklern und viel höherem Alkaligehalt (ebenfalls meist Carbonate) und pH-Wert. Mit jedem Blatt Papier werden einige ml Entwickler ausgetragen und würden die Säurereserve des Fixierers neutralisieren. Dadurch erhöht sich die Gebrauchsdauer und Kapazität des Fixierbads und das Risiko eines evtl. dichoitischen Schleiers durch Entwickler im Fixierbad wird vermieden. Wer es hier allerdings nötig hat, den Entwicklungsprozeß schlagartig zu stoppen, der hat bereits bei der Belichtung des Papiers versagt.

      Viele Grüße,
      Jochen.
    • Guten Morgen
      Adams spricht,für die zu Seinen Zeiten dicken Emulsionen von 20 Sekunden für die Durchdringung der Der Emulsion. Heute wird das wohl weniger sein.
      Obs da Stoppbad braucht, ist wohl wirklich Glaubensfrage. Ich persönlich benutze es, einfach weil die Götscherei mit der Zwischenwässerung mir zuwider ist.
      Was ich aber viel wichtiger finde, ist das korrekte Ansetzen der Bäder: Die Striche auf den verschiedenen Mensuren etc. unterscheiden sich mitunter sehr. Von "Küchenmessbechern" ganz zu schweigen!

      Ich setze meine Flüssigkeiten jeweils auf der elektronischen Küchenwaage an: Wasser und Entwickler lassen sich, in meinen Augen, so wesentlich genauer dosieren.
      Gruss Reinhard
    • Hi,

      das Stopbad hat keinen wirklichen Einfluss auf die Dichte der Negative. Es hilft nur dem Fixierer dabei sauer zu bleiben. Man kann es getrost durch Wasser ersetzen und alkalisches Fixierbad aus dem C-41 Prozess verwenden. Das ist wesentlich billiger. Die Filme nach dem Datenblatt zu entwickeln führt nach meiner Erfahrung immer zu überaus dichten Negativen. Ich weiss nicht wie die ihre Filme testen, aber ich hatte noch nie stimmende Zeiten bei den Angaben im Datenblatt. Ich glaube da geht es immer darum das auf jeden Fall auf dem Film "was drauf sein soll". Bei den Entwicklungszeiten kommt man ums Testen nicht herum, die Entwicklungszeit hat doch sehr mit der Wasserhärte zu tun.

      Gruß

      Stefan
    • Reinhard Walther schrieb:

      Guten Morgen
      Adams spricht,für die zu Seinen Zeiten dicken Emulsionen von 20 Sekunden für die Durchdringung der Der Emulsion. Heute wird das wohl weniger sein.
      Obs da Stoppbad braucht, ist wohl wirklich Glaubensfrage. Ich persönlich benutze es, einfach weil die Götscherei mit der Zwischenwässerung mir zuwider ist.
      Was ich aber viel wichtiger finde, ist das korrekte Ansetzen der Bäder: Die Striche auf den verschiedenen Mensuren etc. unterscheiden sich mitunter sehr. Von "Küchenmessbechern" ganz zu schweigen!

      Ich setze meine Flüssigkeiten jeweils auf der elektronischen Küchenwaage an: Wasser und Entwickler lassen sich, in meinen Augen, so wesentlich genauer dosieren.
      Gruss Reinhard
      Aber woher kennst du die jeweilige Dichte der Lösungen, wenn du deinen Messbechern nicht vertraust?
    • Bastian Schramm schrieb:

      Aber woher kennst du die jeweilige Dichte der Lösungen, wenn du deinen Messbechern nicht vertraust?

      Die Frage wollte ich ebenfalls gestellt haben. Denn um das Gewicht der benötigten Mengen zu kennen, muss man diese ja erst einmal eingemessen haben. Und dazu brauchts halt irgendeine Mensur. Und wenn man dieser Mensur traut, kann man sich doch den Aufwand mit der Wiegerei sparen.

      Aber vielleicht kann Reinhard uns mal aufklären?
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.