Baryttrocknung, immer wieder Probleme

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    • Baryttrocknung, immer wieder Probleme

      Hallo,

      nachdem meine an der Luft getrockneten 18x24 Baryt-Abzüge zu rund geworden sind und auch durch langes Pressen, mehrere
      Tage, nicht viel flacher geworden sind, habe ich jetzt mit einem Trockenbuch experimentiert.
      Ich habe die angetrockneten Abzüge mit der Rückseite auf die saugfähigen Blätter gelegt, die Bildseiten habe ich dann mit den
      Pergaminblättern (halbdurchsichtig) abgedeckt und dann über Nacht gepresst.
      Beim Abziehen der Blätter hat es unshöne Anhaftungen gegeben, die bei schräger Draufsicht vor allem an dunklen Stellen
      erkennbar sind.

      trockenfehler1.jpg



      a) was habe ich bloß falsch gemacht?
      b) kann ich die Anhaftungen durch Wässern entfernen?
      c) muss ich mir doch eine T-shirt-Presse kaufen?


      Für jeden Tipp dankbar
      Grüße

      Hans-Gerd
    • Ich lege die Schicht gegen das Fließpapier und nicht gegen das Pergament. Es lohnt auch, wenn die Bilder nur noch klamm sind. Richtig nasse Bilder sollten dort nicht hinein.

      Nach dem Trockenbuch sind die Bilder bei mir leicht wellig, lange Wellen mit ca. 10 cm Wellenlänge. Das kommt daher, dass sich das Fließpapier bei Gebrauch eben wellt.

      Ich bekomme kleine Formate (also auch 18x24) in der normalen Trockenpresse glatt. Große Formate zB 30x40 werden im Rahmen glatt. Ich muss sie also an die Wand hängen, wohl oder über :)

      Aber danach ist alles wirklich einwandfrei.

      Nochmal wässern sollte das aber entfernen.
    • Hallo Hans-Gerd,
      ich möchte gerne auf eine weitere Methode hinweisen, die ich zum Trocknen von Barytpapieren verwende. Hierfür wird ein Klebeband verwendet, dass zum Gebrauch nass gemacht werden muss. Damit klebe ich die noch nassen Papiere auf eine glatte Unterlage. Nach 24 Stunden ist das Papier und das Klebeband wieder trocken und wird mit einem Cuttermesser entlang der Papierkante herausgeschnitten. Das Papier wölbt sich nur noch leicht. Um es ganz plan zu bekommen kann man es zusätzlich für eine Nacht zwischen zwei dicken Glasplatten pressen. Zum Entfernen der Klebereste auf der Unterlage werden die Klebestreifen erneut nass gemacht, zehn Minuten eingeweicht und dann ganz einfach entfernt. Wichtig ist, dass keine Kleberreste auf der Unterlage verbleiben.

      ciao, Maik
    • Hallo Maik,

      zu Deiner Methode habe ich zwei Fragen:
      - das ist kein Paketklebeband, das ist ja eher Plastik und nimmt keine Feuchtigkeit auf, sondern eher so eine Art Tesakrepp?
      - machst Du dann den Bilderrand von vorneherein breiter, weil da ja etwas weggeschnitten wird?

      Danke
      H.-G.

      Nebenbei:

      Fliegengitter muss ich mir für die größeren Bilder auch noch basteln, ich habe bisher eben doch zuviel mit PE-Papier vergößert ...
    • Ich habe auch mit dem Klebeband experimentiert. Es liegen noch ein paar Rollen hier.

      Vielleicht habe ich die Methode noch nicht ganz verinnerlicht, aber ich hatte mehr Probleme als Vorteile.

      Das wichtigste: Das Papier schrumpft beim Trocknen, und dadurch zieht es sich glatt. Das funktioniert auch zuverlässig. Allerdings steht das trockene Papier dann unter ungeheurer Spannung. Ein winziges Tröpfchen Feuchtigkeit führt sofort zu einer lokalen Verwerfung, eine Art kleiner Beule.

      Bei großen Formaten kann das Klebeband reißen. Einmal hats mir sogar einen Rahmen aus Möbelspan zerbrochen. Die Kräfte sind schon groß. ich empfinde diese Methode als brutal. Vielleicht (wahrscheinlich sogar) kann man das alles in den Griff bekommen. Wenn man die Fotos dann gleich aufzieht, ist es auch gut. Wenn sie aber für ein paar Jahrzehnte einfach in einer Schachtel liegen, dann eher nicht - durch die Spannung sind sie zu empfindlich. Es genügt jemand mit einer ganz wenig feuchten Aussprache und man hat man einen Makel. Fotos zum rumreichen sind das nicht.
    • Ich trocknen Baryth nach dem Abstreifen mit einem Scheibenwischer mit dem Gesicht nach unten auf Fliegengitter. Anschließend werden die heiß aufgezogen. Alle anderen Methoden, die ich ausprobiert hab, haben bei mir nicht befriedigend funktioniert. Sollte jemand Interesse an einer Trockenpresse 40x60 haben, inkl. Ersatztuch und Hochglanzfolie, bitte melden. Auch zwei Rollen von diesem schrecklichen Nassklebeband hab ich noch zu liegen.

      Ulrich
    • Bei mir liegen kartonstarke Barytabzüge (24 x 30 cm; Trocknung via Nassklebeband) seit über 10 Jahren in der Schachtel: Sie sind absolut plan, wie man es sich wünscht und vermutlich anders nicht hinbekommt. Hin und wieder wurden sie zum Betrachten heraus genommen. Ich habe auch gerahmte in diesem Alter. Diese sind auch absolut plan. Das Klebeband hatte ich auch stehen gelassen bzw. die Ränder sauber abgeschnitten ("Anfassrand"), ohne Probleme bisher. Feuchtigkeit ist bei meinen Bildern noch nie aufgetreten bzw. keine Beulen.
    • Die Klebebandmethode kann ich nur empfehlen, die ich nach x Versuchen mit anderen Vorgehensweisen jetzt schon lange verwende.
      Ich verwende eine Glasscheibe. vor dem Auftragen gut nass abwischen und trockenen. Fusseln vermeiden. Kein selbstklebeband nehmen sondern Naßklebeband. Nur anfeuchten mit dem Küchenschwamm, bei zu naß läuft der Kleber unter den Print. Bildseite nbach oben und mit einem Roller überschüssiges Wasser abrollen, Ränder mit Tuch trocken tupfen.Klebeband nun Ca 3 - 5 mm auf den Papierrand auflegen und leicht anpressen, auf der Scheibe dto. Die Scheibe oder HOlzplatte zum Trocken nicht stellen sondern LEGEN! Es dauert mind 8 Stunden bis das Papier trocken ist, dann mit dem Messer runterschneiden und mit einem Schneidegerät Printkanten gerade schneiden- Topfeben auf ewig. Und darüberhinaus liefert die Methode einen schönen zarten Glanz. Geht natürlich mit allen Barytpapieren, auch mit den dünnen von Orwo.
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      (Schaff ein getreues Ebenbild bevor die Materie verblaßt!)