Hasselblad V vertikal transportieren / lagern?

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    • Hasselblad V vertikal transportieren / lagern?

      Hallo, das ist mein erster Post hier. Ich bin leider bis jetzt nicht dazu gekommen mich vorzustellen, aber ich hätte gleich zwei Fragen:

      Ist es für Hasselblads schlecht, wenn man sie vertikal transportiert / lagert in Tasche oder Rucksack? Und wenn vertikal, besser Objektiv nach unten oder Magazin nach unten? Vertikal bekomme ich in mein Tasche die Kamera mit Objektiv und Magazin sowie ein zweites Objektiv und ein Ersatzmagazin. Waagerecht passen das zweite Objektiv und den Magazin nicht mehr in die Tasche. Bzw ich müsste sie oben auf die Kamera legen. Meine Frage bezieht sich in erster Linie auf den Spiegel und bei der c/m auch auf den hinteren Verschluss, wenn man längere Strecken geht oder Kamera länger in dieser Position lagert. Ich habe eine alte 500c/m und seit kurzem eine 202FA.

      Die zweite Frage in dem Zusammenhang: Bei Lagerung und Transport ist es besser wenn die Kamera immer aufgezogen ist, oder soll man sie erst kurz vor dem Fotografieren aufziehen?
    • Die offizielle lederne Bereitschafts(verhinderungs)tasche von Hasselblad sieht den vertikalen Transport vor. Auch wenn man mit ihr arbeitet und hat sie an den Gurten umgehängt, hängt sie ja immer vertikal. Abgesehen davon sollte das jede Kamera aushalten können. Auch heute noch und auch die alten.

      Was die Lagerung angeht, wirst du sowohl die eine wie auch die andere Empfehlung bekommen. Grundsätzliich ist es für keine Kamera schädlich, im gespannten Zustand gelagert zu werden, wenn es sich denn nicht um Jahre handelt. Die kleinen Rolleis müssen grundsätzlich gespannt sein, sonst bekommt man das Objektiv nicht eingeschoben. Bei der Hasselblad spielt es ebenfalls keine große Rolle. Ich habe sie sowohl gespannt, mit Film, als auch ungespannt, ohne Film, gelagert. Aber, wie gesagt, höchstens einige Wochen und nicht über Jahre.
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Danke Euch allen für die Tipps und Hinweise. Ich habe eine 500c/m die ich vor ca 25 Jahren gebraucht gekauft habe, bei der schon damals der hintere Verschluss nicht richtig funktioniert hatte. Als ich sie neulich mal wieder ausprobieren wollte musste ich feststellen, daß der Hinterverschluß überhaupt nicht mehr gearbeitet hat. Ich vermute sie war gespannt und die Feder für den den Verschluß hatte all Ihre Spannung verloren.

      Nach dem Sie gar nicht mehr ging, habe ich sie zerlegt. Dabei ist mir sofort die Feder vom Hinterverschluß weggeflogen. Ich hab dann insgesamt 7 oder 8 x versucht sie wieder einzubauen. Bei den meisten Versuchen habe ich sie falsch herum aufgewickelt. Aber am Ende hat's funktioniert und der Verschluß arbeitet jetzt wieder einwandfrei. Aber seit dem ich gesehen habe wie das ganze funktioniert, war ich mir nicht mehr sicher, ob das so toll ist wenn die Feder quasi immer voll gespannt ist.
    • Peter Fecher schrieb:

      Nach den Aussagen auf der Seite von von Stefan Heymann sollte die V500 in aufgezogenem Zustand 'aufbewahrt' werden.
      Leuchtet mir nicht so ganz ein.
      Beim Aufziehen einer mechanische Kamera spannt man immer irgendwelche Federn. Diese ständig gespannten Federn verlieren im Laufe der Zeit
      ihre Spannkraft und bevor mir nicht jemand eine schlüssige Erklärung gegeben hat, warum es besser ist eine Kamera immer im gespannten Zustand
      zu lassen, entspanne ich.
    • Erhard Slowik schrieb:

      Peter Fecher schrieb:

      Nach den Aussagen auf der Seite von von Stefan Heymann sollte die V500 in aufgezogenem Zustand 'aufbewahrt' werden.
      Leuchtet mir nicht so ganz ein.Beim Aufziehen einer mechanische Kamera spannt man immer irgendwelche Federn. Diese ständig gespannten Federn verlieren im Laufe der Zeit
      ihre Spannkraft und bevor mir nicht jemand eine schlüssige Erklärung gegeben hat, warum es besser ist eine Kamera immer im gespannten Zustand
      zu lassen, entspanne ich.
      Hallo Erhard,

      ich handhabe es seit Jahrzehnten genauso und belasse die Kameras im entspannten Zustand. Auch wenn die Federn mit einer größeren Spannkraft ausgestattet sind,
      stimmen irgendwann die Verschlusszeiten nicht mehr, die 1/250 Sek. läuft dann vielleicht nur noch mit 1/180 Sek. ab. Diese Materialermüdung tritt aber auch bei
      entspannt aufbewahrten Kameras auf. Wenn man trotzdem den Rat bekommt, die Kamera im gespannten Zustand aufzubewahren, dann hat es wohl eher mit einer
      Verharzungsvorsorge zutun. Im gespannten Zustand vermeidet man so, dass die alte Kamera nach längerer Zeit der Nicht-Benutzung komplett blockiert. Durch ein
      Auslösen werden die beweglichen Teile dann noch einmal leicht geschmiert oder die Schmierung reaktiviert, so der Gedanke dahinter. Ich bezweifle aber, dass das
      auf Dauer Linderung bringt.

      Gruß,
      Max
      ______________________________

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    • Hallo Erhard, hallo Maximilian,

      ich sehe es eher anders herum: wenn die Cracks, die sich mit diesen Kameras lange beschäftigt haben und Manuals oder Handbücher schreiben den "gespannten Zustand" empfehlen mag es wohl Gründe geben - über können wir hier nur spekulieren.
      Jedenfalls ist es alleine wegen einem Objektivwechsel vorteilhaft, die Kamera aufgezogen abzulegen.
      Feder und Spannung hin oder her, die sollen das aushalten können. Und nach 2 oder 3 Jahrzehnten ist es eh besser, die Kamera in kundige Servicehände zu geben, so es die dann auch noch gibt.

      Wichtig ist, dass das Ding funktioniert und das tun sie erstaunlich gut und lange.

      Grüße
      Peter
    • Erhard Slowik schrieb:

      Peter Fecher schrieb:

      Nach den Aussagen auf der Seite von von Stefan Heymann sollte die V500 in aufgezogenem Zustand 'aufbewahrt' werden.
      Leuchtet mir nicht so ganz ein.Beim Aufziehen einer mechanische Kamera spannt man immer irgendwelche Federn. Diese ständig gespannten Federn verlieren im Laufe der Zeit
      ihre Spannkraft und bevor mir nicht jemand eine schlüssige Erklärung gegeben hat, warum es besser ist eine Kamera immer im gespannten Zustand
      zu lassen, entspanne ich.
      Wenns Hasselblad so empfiehlt werden sie sich etwas gedacht haben, würd ich mal so ganz frei sagen-
      Zweitens lernt der angehende Maschinenbauer, dass eine Feder durch häufiges spannen und entspannen an Federkraft schneller verliert als im ruhenden Zustand, egal ob ge- oder entspannt..

      Kleines Beispiel aus dem Alltag: Jeder Polizist tragt seine Dienstwaffe mit angesteckten und vollem Magazin (= Magazinfeder zusammengedrückt) und verwendet sie im günstigsten Fall nur zum verpflichtenden Schiesstraining. Da müsste, wenn der gespannte Zustand so schädlich wäre, doch keine Waffe zuverlässig funktionieren, was sie aber tun.

      Zur vollständigen Verwirrung trägt aber bei, dass z.B. Leica empfiehlt deren Kamera stets im entspannten Zustand zu lagern.
      Also das Gegenteil von dem was Hasselblad empfiehlt. Aus technischer Sicht wurscht, bei Leica hats u.a. den Grund, dass bei der M6 im gespannten Zustand der Stromkreis für den Beli stets geschlossen, der Beli also an ist. Lagert man die Kamera so, ist die Batterie innerhalb weniger Wochen auch bei Nichtgebrauch leer.
      lg,
      Martin
    • Also rein logisch würde ich als gelernter Maschinenbauer/Maschinenschlosser immer entspannen und zwar aus dem einfachen Grund, die kinetische Energie bzw. Bewegungsenergie aus dem System zu nehmen. Es ist ja nicht nur die Feder/Federn, sondern die Kraft liegt ja dann auch auf Zahnrädern und Achsen und sonstigen Bauteilen. Da steckt einfach in gespanntem Zustand Kraft drin, die nicht drin stecken muss, dafür gibt es keine Notwendigkeit. Das ist aber mein persönlicher Grund. Wenn ich weiss, da Kamera liegt länger, dann entspanne ich. Es schadet weniger, als sie im gepannten Zustand liegen zu lassen, wobei ich da jetzt auch kein Problem sehe.
      Verharzung ist für mich auch kein Argument, denn dafür müsste die Kamera lange liegen. Wenn ein gespannter Verschluss verharzt ist, kann er sich aber möglicherweise auch selbst nicht mehr lösen, da die gespeicherte Energie nicht mehr reicht. Muss ich aber erst spannen, reicht meine Kraft möglicherweise aber, um den Verschluss mindestens einmal zu lösen.
      Ich entspanne sogar meine Zeiss-Objektive, denn sowohl Habla Body als auch Objektive sind schnell wieder gespannt.
      Ich möchte eigentlich nur damit sagen, über Vor- oder Nachteile kann man hier diskutieren, das wird aber nie ein Ergebnis bringen, denn jeder macht es eh so, wie er meint. Gut so!

      Bei Leica sieht es eh anders aus, soweit ich weiss, handelt es sich hier um einen Tuchschlitzverschluss und das sollte allgemein der Stoff auch nicht allzu lange gespannt sein, da sich dann der Verschluss längt. Das kann man bei den alten Contaxen/Pentacons sehen, wenn beide Tücher nicht mehr sauber schliessen und überlappen oder verkanten.

      Meine Frage ist im Fall Hasselblad eben nur, muss ich das System durch Spannung in sich belasten, wenn es nicht nötig ist?!

      Das ist meine Ansicht, kann jeder machen wie er möchte, leben und leben lassen.
      Viele Grüße
      Philipp ^^

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    • Ich habe einige der Hasselblads der ersten Serie und auch eine der 0-Serie. Bei diesen Hassis wird der Verschluss änlich den Leicas über einen Verschluss Vorhang gesteuert. Der ist nur nicht aus Stoff (Tuch) sondern aus dünnem Metall. Also deutlich anders als bei der V-Serie. Aber auch da gibt es die Empfehlung, die Spannfeder bei längerm Ruhezustand zu entspannen. Selbst im entspannten Zustand ist eine Grundspannung vorhanden. die geringste Grundspannung besteht bei einer Verschlusszeit von 1sek. Insofern ist der federschonenste Zustand, den Verschluss auf eine Sekunde zu stellen, aufzuziehen und auslösen. Mehr Entspannung geht nicht :) Bei über 70 Jahre alten Hassis schon ein wichtiger Punkt.

      Grüße Klaus
    • Klaus Wilk schrieb:

      Ich habe einige der Hasselblads der ersten Serie und auch eine der 0-Serie. Bei diesen Hassis wird der Verschluss änlich den Leicas über einen Verschluss Vorhang gesteuert. Der ist nur nicht aus Stoff (Tuch) sondern aus dünnem Metall. Also deutlich anders als bei der V-Serie. Aber auch da gibt es die Empfehlung, die Spannfeder bei längerm Ruhezustand zu entspannen. Selbst im entspannten Zustand ist eine Grundspannung vorhanden. die geringste Grundspannung besteht bei einer Verschlusszeit von 1sek. Insofern ist der federschonenste Zustand, den Verschluss auf eine Sekunde zu stellen, aufzuziehen und auslösen. Mehr Entspannung geht nicht :) Bei über 70 Jahre alten Hassis schon ein wichtiger Punkt.

      Grüße Klaus
      Danke Klaus!
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