Durst Filmetta Service

  • Hallo!
    Weiss jemand ,wo man die Maschine Durst Filmetta bzw. Tetenal Colorlab günstig warten lassen kann? Ich würde meine Maschine gerne einmal checken lassen ,aber nicht zu astronomischen Preisen ,wie z.B. das Zubehör.


    Gruss Rene

  • Leider konnte mir Tetenal auch nicht weiter helfen


    Die Tetenal GmbH hat die Reparatur und den Ersatzteilverkauf für dieses Produkt eingestellt.


    Ich möchte Ihnen empfehlen über "Google" zu recherchieren ob es noch Service Anbieter am Markt gibt.


    Mist.

  • Ich kram den Thread mal hervor, in der Hoffnung dass es noch andere User gibt, die noch eine Filmetta, bzw. Tetenal Colortec Film-Lab im Einsatz haben:


    Bin seit kurzem im Besitz einer Filmetta (bzw. Tetenal Colortec Film-Lab 1). Leider war sie nicht in dem Zustand wie erhofft:

    • Ein Gewinde am Stundfuß war eingerissen.
    • Der Heizer war immer an (auch wenn er es eigentlich nicht sein sollte).
    • Die Maschine war an mehreren Stellen undicht.
    • Die Maschine war innen komplett versifft - dicke getrocknete Chemieschichten - zum Glück nur auf der Mechanikseite.


    Ich habe es aber nicht übers Herz gebracht die Maschine zu entsorgen und habe mich getreu dem Motto "mehr kann ich nicht kaputt machen" daran gewagt die Maschine zu reparieren.


    Ergebnis: Bis auf eine undichte Stelle an der inneren Ablaufrinne unterhalb des Injection-Moduls (die es lt. Handbuch gar nicht gibt) funktioniert die Maschine wieder tadellos.


    Das war zu tun:

    • Das eingerissene Gewinde habe ich mit Epoxidharz repariert.
    • Den Schalter am Heizer gereinigt - der war wohl überbrückt.
    • Danach habe ich die Maschine komplett zerlegt und gereinigt (also Power Supply Modul und Devider Modul).
    • Undichte Stellen abdichten:

      • Am Injection-Modul war der Sprengring gebrochen - dadurch hat sich Flüssigkeit den Weg entlang der Achse ins Innere gesucht.
        Also diesen erneuert und mit Silikonkleber die Manschette am Injection-Modul abgedichtet.
      • Am Injection-Modul gibt es 2 Ablaufrinnen, einmal auf der Seite zur Trommelaufnahme hin und einmal unterhalb des Injection-Moduls.
        Laut Handbuch sollte es eigentlich nur die Rinne zur Trommelaufnahme hin geben. Offensichtlich wurde die wohl nachträglich eingebaut.
        Vielleicht im Zuge der normalen Wartung - keine Ahnung. Jedenfalls macht die zweite Rinne Sinn. Leider ist die Stelle/Naht wo die Rinne am Gehäuse angeklebt ist undicht.
        Heute bekomme ich per Post meinen 2K-Kunststoffkleber, mit dem ich die Naht abdichten werde.


    Nach der investierten Zeit und den kleinen Investitionen für Ersatzteile und Werkzeug zu urteilen, würde ich sagen, dass die Maschine wirtschaftlich ein Totalschaden war.
    Ich bin froh im Internet das Service Manual gefunden zu haben - ohne dieses Manual hätte ich es wohl nicht hinbekommen.


    Jedenfalls weiß ich jetzt wie die Maschine funktioniert und könnte nun wohl auch Wartungsaufträge entgegennehmen ;)


    Die Filmetta ist aus meiner Sicht sogar zukunftssicher:

    • Die Maschine lässt sich gut zerlegen (heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr).
    • Antriebsmotor, Schrittmotor, Kompressor sind Standardbauteile, die es leicht bei Conrad/Reichelt nachzukaufen gibt.
    • Und falls mal die Steuerungselektronik den Geist aufgibt (aber warum sollte sie das), könnte man diese mittels Raspberry Pi nachbauen.


    Für Interessierte:


    Was mich noch interessieren würde (vielleicht kann der eine oder andere Filmetta-User dazu antworten):

    • Kennt jemand den Unterschied zwischen einem "Tetenal Colortec Film-Lab" und "Tetenal Colortec Film-Lab 1"?
    • Ist die zweite Rinne eine Verbesserung seitens Durst/Tetenal? (s.a. Bild Nr. 10)


    Anbei noch ein paar Doku-Bilder meiner Aktion.


    Gruß,
    Michael.

  • So, die letzte undichte Stelle (Ablaufrinne im Innern) habe ich nun abdichten können - mit 2K Kunststoffkleber (siehe Bild).
    Dann 5 Test-Entwicklungsvorgänge mit Wasser vorgenommen. Im Innern bleibt jetzt alles schön trocken.
    Untergehäuse wieder draufgeschraubt, neue Füsse spendiert (damit lässt sie sich jetzt schön einfach in Waage bringen) und


    voila - Maschine ist jetzt fast wie neu... :)

  • Moin Moin,


    auch wenn ich als Neuling mich zunächst vorstellen sollte (hole ich in den kommenden Tagen nach, da ich sonst nur im GF-Forum unterwegs war), freue ich mich sehr zu lesen, dass es noch mindestens einen weiteren Menschen auf diesem Planeten gibt, der tatsächlich noch eine Filmetta/Colortec aktiv nutzt.


    Ich schätze den Komfort in der Duka durch die Maschine sehr, zumal sie fast jegliche individuelle Einstellung für Entwicklungsprozesse ermöglicht. Da ich fast nur noch in Mittel- und Großformat fotografiere, kann ich dank zwei Entwicklungsdosen sehr schnell und individuell einen ganzen Satz an (Plan-) Filmen mit perfekt konstanten Ergebnissen durchziehen. Dennoch wäre ich sehr an einem Erfahrungsaustausch interessiert, gerade was Einstellungen zu den Entwicklungsprozessen angeht.


    - Der einzige wirkliche Wehrmutstropfen ist, dass die Filmetta eine gefühlte Ewigkeit braucht, um die Chemie in den Tanks durch die indirekte Baderwärmung auf Arbeitstemperatur zu bringen. Nachdem ich die ersten Male deutlich über eine halbe Stunde von 10°C auf ca. 22°C warten musste, wärme ich die Chemie mittlerweile beim Aufbauen vor und fülle auch dank Thermostat am Wasserhahn geringfügig übertemperiertes Wasser ein. Je nach Raumtemperatur haben sich hier ca. 2-3°C mehr als hilfreich erwiesen, um den Start zu beschleunigen. Nicht zu viel darüber, ansonsten muss man anschließen wieder kaltes Wasser ins Bad nachkippen und wenn die Chemie schon zu warm ist, dauert es auch wieder ewig...
    - Die Chemiebehälter lassen sich ja leider nicht zum reinigen abschrauben (jedenfalls meine nicht). Ich fummel dann in regelmäßigen Abständen mit einem Flaschenreiniger darin herum und lasse nach einem Durchgang immer zweimal das Reinigungsprogramm durchlaufen. Wie löst Du/Ihr dies?
    - Ich habe bislang nur einmal die unterschiedlichen Umdrehungsgeschwindigkeiten in den Entwicklungsprogrammen getestet, jedoch im Ergebnis keinen Unterschied zwischen schneller und langsamer Umdrehung feststellen können. Welche Einstellung nutzt Du/Ihr, bzw. welche Erfahrungen hast Du/Ihr gemacht?
    - meine linke Umwälzpumpe ist leider am Schlauchansatz etwas undicht, was ich bislang trotz Schlauchschelle nicht abstellen konnte. Da ich aber für ggf. erforderliche Reinigungen auch nichts festkleben will, suche ich noch nach einer guten Alternative.
    - Welchen Entwickler nutzt Du/Ihr für S/W-Filme? Um mehr Routine und Sicherheit zu erlangen, habe ich mich vor längerer Zeit auf den Kodak HC-110 eingeschossen, den ich bislang für alle S/W-Negative mit gutem Erfolg genutzt habe. Bislang habe ich ihn immer in starker Verdünnung (Dilution H = 1:63) verwendet und mehrfach eingesetzt. Mittlerweile nutze ich ihn aufgrund der kleinen Chemietanks (es waren ja nur ca. 350ml) nur noch als Einmalentwickler, was meinen Verbrauch deutlich erhöht hat.
    - nur als Tipp - Ich habe mir für die GF-Lappen den sündhaft teueren MOD54-Einsatz für die normalen Paterson-Dosen zugelegt, welcher natürlich zunächst nicht passte, aber nach etwas Schleifarbeit nun einen ausgezeichneten Job macht.


    Mir fällt sicher noch mehr ein, aber soweit in Kürze und mit besten Grüßen,
    Friedrich


    p.s.: Übrigens Kompliment für die sehr professionelle Instandsetzungsleistung! Wie Herausfordernd ist denn das Öffnen/Auseinanderbauen der Maschine?

  • Sehr schön - ein Mitstreiter :)


    Mir macht die Filmetta riesen Spaß und sie funktioniert bisher (nach meinem Service) tadellos.
    Der Komfort ist unschlagbar - sauberes und konstantes Arbeiten, nicht immer daneben stehen müssen, ...


    Zu Deinen Fragen / Anmerkungen:


    "dass die Filmetta eine gefühlte Ewigkeit braucht, um die Chemie in den Tanks durch die indirekte Baderwärmung auf Arbeitstemperatur zu bringen."
    --> Mich stört das nicht. Man kann ja die Maschine auf "Autostart" stellen. Vortemperiertes Wasser ist sicher auch eine gute Idee.


    "Die Chemiebehälter lassen sich ja leider nicht zum reinigen abschrauben (jedenfalls meine nicht). "
    --> Die Behälter sind ja aus Edelstahl - da setzt sich quasi nichts fest. Einmal Durchspülen reicht aus meiner Sicht. Ich achte eher darauf, dass die Schläuche und die Wanne nicht verkalken. Dafür nutze ich regelmäßig das Jobo-Reinigungssalz.


    "Ich habe bislang nur einmal die unterschiedlichen Umdrehungsgeschwindigkeiten in den Entwicklungsprogrammen getestet, jedoch im Ergebnis keinen Unterschied zwischen schneller und langsamer Umdrehung feststellen können. Welche Einstellung nutzt Du/Ihr, bzw. welche Erfahrungen hast Du/Ihr gemacht?"
    --> Ich nehme immer die 90%-Geschwindigkeit (Empfehlung laut Handbuch). Ich konnte aber bisher auch keine Unterschiede feststellen. Wichtig: Die Geschwindigkeit (Anzahl der Umdrehungen / Minute) für die Stufen können im Servicemenu angepasst werden.


    "meine linke Umwälzpumpe ist leider am Schlauchansatz etwas undicht"
    --> Komisch bei mir ist es die rechte Pumpe. Ganz leicht spritzt es raus, wenn die Wanne nicht mehr ganz voll ist und die Pumpe an der Schlauchfassung raus steht.


    "Welchen Entwickler nutzt Du/Ihr für S/W-Filme?"
    --> Am liebsten ID-11 und HC-110. Ansonsten probiere ich aber auch viel aus.


    "nur als Tipp - Ich habe mir für die GF-Lappen den sündhaft teueren MOD54-Einsatz für die normalen Paterson-Dosen zugelegt, welcher natürlich zunächst nicht passte, aber nach etwas Schleifarbeit nun einen ausgezeichneten Job macht."
    --> Ja den Tipp kannte ich schon. Ich hatte aber das Glück an die Original-Spirale zu kommen.


    "Übrigens Kompliment für die sehr professionelle Instandsetzungsleistung! Wie Herausfordernd ist denn das Öffnen/Auseinanderbauen der Maschine?
    --> Danke :) - hat auch sehr viel Spaß gemacht. Und wenn man das Servicemanual hat und sich ein wenig mit der Matrie auseinandersetzt ist das alles kein Hexenwerk.


    Ach eine Frage: Wieviele Ablaufschläuche hast Du an der linken Seite? 5 oder 6? Meine hat 6, laut Handbuch sind es aber nur 5.


    Gruß,
    Michael.

  • Hallo,
    ich besitze auch solch ein italienisches Prachtstück. Ich habe sie mir noch zu DM-Zeiten bei einem befreundeten Fotohändler gebraucht gekauft. Leider hat sich gleich bei meinem ersten Einsatz ein Defekt gezeigt. Daraufhin wurde das Gerät zu Durst geschickt, und was passierte? Ich bekam eine nagelneue Maschine :thumbup: !!!
    Mit meiner Maschine fahre ich nur die Farbprozesse, SW macht mir mit Rotation keinen Spaß, ich bin da eher der Kipper *green*


    Gruß, Werner

  • Moin Moin,


    nun sind wir schon zu dritt - ausgezeichnet!


    @ Werner: na dann Prost beim Kippen ;) Ich habe es mehrfach ausprobiert und konnte schon in der CPA2 keinen Unterschied zum Kippen feststellen... gekippt wird bei mir neben dem Bier/Wein nur noch, wenn es wirklich schnell gehen soll und nur ein Film ist. Aber wenn Du bereits seit über 15 Jahren die Maschine regelmäßig nutzt, bin ich natürlich sehr auf Deine Erfahrungen im Farbeinsatz gespannt. Auch wenn C-41/E-6 standardisierte Prozesse sind, hast Du eine für Dich optimale Einstellung gefunden, die Du mit uns teilen würdest?


    Ich bin aus dem Urlaub mit zwei (hoffentlich guten) CN-Lappen Portra 160VC in 4x5 wiedergekommen, die demnächst fein temperiert in C-41 an die Filmetta verfüttert werden sollen. Gibt es hier Erfahrungen im Großformat, worauf man bei Farbe achten sollte? Bislang habe ich nur Mittelformatfilme in Farbe und Bunt darin entwickelt.


    @ Michael: Meine Filmetta hat ebenfalls sechs Schläuche aus dem Bauche hängen. Drei sind natürlich für die Chemietanks, einer für das Ablassen des Wasserbades und wenn ich mich recht entsinne sind die beiden anderen Schläuche für die beiden Überlauflöcher. Eines davon ist im Wasserbad an der Seite neben dem Aufsatz für die Trommel und noch einer ist oben direkt hinter diesem muldenartigen Aufsatz für die Trommel, vielleicht, falls dort mal Chemie überläuft ist es getrennt in einen Wasser- und einen Chemieüberlauf.


    Das Reinigungssalz ist eine gute Idee, muss ich mal kramen, wo sich das versteckt hat. Leider sind in meinem Tank für den Fixierer bereits leichte Ablagerungen. Ist es realistisch, dass diese mit dem Tankreiniger entfernt werden? Ich habe etwas Sorge, dass ich am Ende mehr Dreck (im Sinne von auf die Chemie einfluss nehmend) drinnen habe als vorher.


    Ich habe übrigens noch den originalen Einsatz für 5x7/13x18. Falls dieser Interessant für euch sein sollte, ich benutze ihn viel zu selten, als dass nicht ein Tausch, Leihe o.ä. in Frage käme.


    Da ich gelesen habe, dass auch Du HC-110 einsetzt und offensichtlich experimentierfreudiger bist als ich, was haltet ihr davon, wenn wir hier eine kleine, feine Liste von Entwicklerlösungen und Entwicklungsprozesseinstellungen zusammentragen? Da ich leider keine blassgesichtigen Freunde der Dunkelkammerarbeit in greifbarer Nähe (Südharz) habe, ist meine Lernkurve (für mich) immer noch gelegentlich zu sehr von Versuch und Irrtum geprägt.


    Mit besten Grüßen,
    Friedrich


  • Hi,
    bei mir sind es sogar 7 Schläuche, die links rausführen. Ein Ablauf befindet sich direkt hinter dem Einführstutzen im Innern. Siehe auch mein letztes Bild mit der Kennzeichnung der undichten Stelle. Ich habe als unterhalb und hinter dem Einfuhrstutzen einen Ablauf. Evtl. wurde der wohl nachträglich eingebaut.


    Wegen dem HC-110 Zeiten - sehr gerne, obwohl ich meistens einfach die angegebenen Zeit für Kippentwicklung nehme. Bei einigen anderen Entwicklung sind die Zeiten für Rotation extra angegeben (z.B. ID-11).


    5x7-Spiralen brauche ich nicht - besitze so eine Kamera gar nicht.


    Gruß,
    Michael.

  • Hallo Michael und Werner (sowie alle anderen Filmetta-Nutzer),


    deprimierender Weise muckt meine Maschine seit dem letzten Einsatz rum und ich wäre euch für einen Rat dankbar.


    Bereits wärend der Entwicklung von zig Urlaubsfilmen hat sie gelegentlich die Chemie vom Entwickler und/oder Fixierer nicht in den Schlauch zum recyceln geleitet sondern in den Spülschlauch. Während der letzten Ladung Planfilme hat sich dann offensichtlich mehrfach der Mechanismus für die Schlauchauswahl verhakt und die Maschine hat dankenswerter Weise eine Fehlermeldung "Positionierungfehler" ausgegeben. Nachdem ich den Prozess noch abschließen konnte, war es im Reinigungsprozess danach wirklich eine Qual.


    Habt ihr möglicher Weise das Service Manual als PDF, bzw. einen Tipp, was und wie zu tun ist?


    Mit besten Grüßen,
    Friedrich


  • Hallo Friedrich,
    ich habe eine ca 12MB große PDF. Wenn es Dein Email-Konto mitmacht, könnte ich sie Dir schicken


    Gruß, Werner

  • Hallo Werner,


    vielen Dank für Dein Angebot, welches ich gern annehme. Ich habe Dir bzgl. der Mail eine selbige geschickt.


    Gibt es aus Deiner Erfahrung irgendetwas beim öffnen/zerlegen zu berücksichtigen, dass nicht augenscheinlich ist?


    Mit besten Grüßen,
    Friedrich