Wie klappts eigentlich mit der Lichtmessung?

  • Hallo zusammen,


    mich interessiert mal, wie ihr das so macht.


    Ich hab irgendwann vor 25 Jahren mal die Adams Bücher verschlungen und war danach total fasziniert von dem Zonensystem. Es führte kein Weg dran vorbei, ich musste diesen Pentax Spotmeter haben und seitdem wird das gute Stück für die Belichtung von S/W-Filmen benutzt. Ich folge zwar nicht der reinen Lehre, aber alleine die Art, das Licht zu messen bringt mir eine große Sicherheit.


    Bei Diafilmen habe ich immer auf den Beli-messer der Kamera vertraut, hat auch meist geklappt. In S/W nie...., theoretisch sollte es ja eher andersrum sein...


    Welchen Aufwand betreibt ihr dafür?

  • Eigentlich keinen übermäßig großen. Ich messe in den meisten aller Fälle über die Schulter, mit vorgeschobener Kalotte. Die Objektmessung mache ich nur, wenn ich mit Offenblende ein Motiv ganz besonders herausgestellt haben will, wie Portraits oder schöne Teilbereiche an Objekten wie Brunnen, Fassaden etc.


    Ich habe lange Zeit das Sekonic-Ei benutzt; wegen seines deutlich geringeren Gewichtes und seiner geringen Größe jedoch nur noch den Sekonic Twinmate L-208. Und, sobald die Kamera das möglich macht, grundsätzlich mit LW.

  • Hi,


    wenn Du mit der Spotmessung gut klar kommst, dann ist doch alles bestens. Dann weisst Du nämlich "wohin" die Meßwerte auf der Helligkeitsscala hingehören. Ich hatte mir zur Veranschauung früher einen Aufsichts - Stufenkeil hinten auf den Beli aufgeklebt. Einen Unterschied zwischen Farb (-Dia) und S/W Aufnahmen gibts eigentlich bei der Belichtungsmessung eigentlich nicht. Ausser der Überlegung das der Diafilm zum Schutz der Lichter etwas knapper und der Negativfilm für die Schattenzeichnung etwas reichlicher belichtet werden sollte. Das sind aber Ratschläge von früher, mit einem Spotmeter bist Du ja viel präziser dabei. Die Lichtmessung ist sehr einfach und recht verlässlich wenn der Kontrast des Motivs im normalen Rahmen ist. Besonders Charmant dabei ist das man sich keine Gedanken über die Tonwertverteilung im Motiv machen brauche. Es ist egal ob jemand im schwarzen oder weissen Anzug vor einem steht, der Messwert ist gleich. Trotzdem ist es gut mal mit dem Spotmeter nachzumessen ob noch Zeichnung im schwarz ist und ob die Lichter noch abgebildet werden. Ich denke das der Pentax Spotmeter mittlerweile etwas veraltet ist. Neuere Modelle verfügen über beide Meßmethoden und speichern Meßwerte die sich dann auf einem grafischen Display hin und herschieben lassen. Dadurch bekommt man eine gute Übersicht über den Kontrastumfang des Motivs.


    Gruß Stefan

  • Moin zusammen,


    schon mal danke für Eure Meinungen. Wieso kam ich drauf, das Thema hier anzufangen?


    Ja, ich komme gut zurecht so, aber der Aufwand ist mitunter nicht ohne wenn man andererseits hört, dass man mit sunny 16 auch gut klarkommen kann.


    Bin gespannt auf weitere Meinungen/Erfahrungen.
    Grüße Ralph

  • Zitat von "Ralph Tacke"

    Welchen Aufwand betreibt ihr dafür?

    Hallo Ralph,
    bei der Belichtungsmessung betreibe ich keinen nennenswerten Aufwand.


    Mit dem farbigen Negativ-Positivprozess gibt es sowieso keine Probleme dank seiner standardisierten Verfahren C-41 und RA-4 . Von durchschnittlichen Fotomotiven erhält man ansprechende Abzüge, für die man beim Vergrößern bekanntlich nicht grundsätzlich nachbelichten oder zurückhalten muss.


    Für mich war das der Ansporn, den eigenen schwarzweißen Negativ-Positivprozess ebenfalls so zu kalibrieren, dass ich regelmäßig ohne Nachbelichten/Zurückhalten auskomme, diesmal auf festgraduiertem Barytpapier (ILFORD Galerie FB 2.1K).


    Vor Ort gibt es also kaum Aufwand. Den Aufwand hat es in der Vergangenheit ein für alle Mal gegeben, nämlich bei der Prozedur des Eintestens.

    Zitat von "Ralph Tacke"


    Bei Diafilmen habe ich immer auf den Beli-messer der Kamera vertraut, hat auch meist geklappt. In S/W nie...., theoretisch sollte es ja eher andersrum sein...?

    Wenn man das genannte Ziel des Eintestens konsequent verwirklicht, verschwinden solche gravierenden Unterschiede bei der Belichtungsmessung. Ansonsten gelten die Tipps, die Stefan Arend weiter oben genannt hat.


    Gruß Jürgen

  • Bei mir hängt dies ganz vom Objekt ab.
    Spotmessung mit dem kamerainternem Beli auf das Gesicht mit entsprechender Korrektur funktioniert bei Portrait seit Jahren digital und analog "dead on".
    Bei Portrait ist die Person am wichtigsten und es ist dem Betrachter wichtiger, dass Hauttöne bezogen auf die Lichtsituation genau passen, als wenn etwas aus dem restlichen Bild absäuft oder überbelichtet.
    Trotz dieser meiner Tatsache arbeite ich mich weiter in das Zonensystem ein, weil es Spaß macht und ich mir die absolut perfekte Kontrolle für Landschaftsaufnahmen erhoffe. Für Portrait in zeitkritischen Situationen kann ich es mir nicht vorstellen.
    Und trotz des genauen Ergebnisses der kamerainternen Spotmessung; sobald ein Blitz off camera hinzu kommt nutze ich dank dem hier (danke an Jör von Triggerwizard), der auch für den Ranger Quadra funktioniert momentan immer öfter wieder den Beli für solche, solche, oder solche Situationen.


    Nimm also die Belichtungsmethode, mit der Du für Dich zu den besten Ergebnissen in gemau dieser Situation kommst.
    Bei allen Messungen musst Du aber interpretieren können, was Dir der Beli für ein Ergebnis liefert und wie diese zu korrigieren ist, um die Lichtsituation nach Deinen Vorstellungen korrekt einzufangen.
    Es gibt keinen Belichtungsmesser oder eine Messart, die Dir nicht versucht ein mittegraues Ergebnis aufzudrängen.


    Gruß
    Tobias

  • Moin zusammen,


    danke für Eure weiteren Meinungen!


    Tobias bringt es eigentlich für mich auf den Punkt. Bei zeitkritischen Motiven ist "das Zonenmessen" eher ungeeignet, wenn die Zeit dafür da ist, ist es eigentlich perfekt.


    Ich werde für mich mal ausprobieren, ob ich parallel zu dem Spotmeter einen "normalen" Beli einsetze und ob ich damit entsprechende Ergebnisse hinbekomme bzw. interpretiert bekomme. Schaumermal, die Beschäftigung damit macht ja schon Spaß...


    Gruß Ralph

  • Hallo zusammen,
    ich benutze seit etwa 3 Jahren den Sixtomat digital, da ich mit meinen alten Gossen ohne Brille es kaum noch ablesen konnte.
    Sollten die Lichtwerte beim Motiv identisch sein wie bei mir, mache ich fast immer mit Kalotte eine Lichtmessung. Bin ich sehr nah am Motiv zur Sicherheit ein Objektmessung der mir wichtigsten Motivteile. Aber als Erstes immer ein Lichtmessung. meine Negative sind meiner Meinung nach immer richtig belichtet und sehr einfach aufs Multigradepapier zu bringen. Bei schnellen Motiven wie auf der Straße oder Reportage messe ich mittelgraue Motivteile an, wie z. Rasenfläche, heller Busch, oder Straßenbelag. Das funktioniert auch bei Gebenlichtaufnahmen, da messe ich die hellen Schattenwände an. Ich finde das Zonensystem braucht es bei den heutigen Fotomaterialien nicht mehr als wie zu ADAMS Zeiten. Meine Motive sind nicht immer statisch und die Zeit zu kanpp bemessen. Außerdem müßte man für jede forcierte Belichtung und Entwicklung ein eigenes Gehäuse oder ein Filmrückteil mitnehmen.