Eure Erfahrung mit der Abschattung der hinteren Objektivlinse bei 50mm f1.4 und größer durch die Bauform (Bei Spiegelreflex)

  • Hallo Zusammen
    seit einer Weile arbeite ich mit zwei AUTO CHINON (50mm und 55mm) f1.4 Objektiven und bin mit der Leistung sehr zufrieden.


    Weniger zufrieden war ich in diesem Zusammenhang mit der Größe des Strahlengangs zwischen hinterer Objektivlinse und Film.


    Sogut wie alle Kameras decken diese Linse oben und/oder unten mehr oder weniger ab. Von der Filmebene aus betrachtet kann man die Linse nicht komplett sehen. Bei Offenblende kann somit das Bokeh angeschnitten sein.


    Mit Freude ist mir beim Erneuern des Spiegeldämpfers bei meiner Porst compact reflex (Cosina CSM) aufgefallen wieviel Platz da ist. Bislang hatte ich da ein 28mm drauf und lange nicht mehr rein geschaut.


    Und siehe da. Die hintere Linse des 55mm f1.4 Objektivs ist komplett frei. So viel Raum lässt keine andere von meinen Kameras (Spotmatic, Chinon CS-4, Chinon CE-4s, Leicaflex, Exa 1bc, Praktica MTL 5b, Carena CX-300, ...).


    Wie sieht das bei euren Kameras aus ? Welche Kameras, vorrangig mit m42 oder PK, lassen viel Platz für's Licht ?


    Hier mal ein Bild mit kleinem angeschnittenem Bokeh (Exa 1c mit 55mm f1.4, Upload ging auf dem Handy nicht ... https://www.instagram.com/p/BVzotvsl1pW/)

  • seit einer Weile arbeite ich mit zwei AUTO CHINON (50mm und 55mm) f1.4 Objektiven und bin mit der Leistung sehr zufrieden.

    Dann ist ja im Prinzip alles in Ordnung?

    Weniger zufrieden war ich in diesem Zusammenhang mit der Größe des Strahlengangs zwischen hinterer Objektivlinse und Film.

    Es reicht wenn der Film damit zufrieden ist...


    Der Bildkreis der meisten Objektive ist größer als das Negativformat, es wird also nur die scharfe Mitte auf Film gebannt. Von daher ist Deine Sorge unbegründet.
    Außer Du hast eine der Exas (z.B. Exa 1C) mit Klappenverschluß, der Klappenverschluß ist wirklich sehr eng gebaut und es kann bei langen Brennweiten Abschattungen geben.

    Wunschliste, folgende Dinge dürfen mir gerne angeboten werden:

    - Prospekt Leica M6 TTL

    - Prospekt Nikon F

    - Heliopan Baj. I Filter: IR715, Grüngelb 11, Grün 13, Duto, Stern, Weichzeichner

    - Heliopan Filter allg.: Duto, Stern, Weichzeichner

    - Photo Equip USA M-Grip (für Leica M)

    - Photo Equip USA FM-Grip (für Nikon FM)

    - sehr schöne P6-Objektive (u.a. Mir-38b 65mm, Mir-69b 45mm)

    - Papiertresor 13x18 (Paper Dispenser Restem 5x7" oder baugleich)

  • Die Exa ist ein konstruktiver Sonderfall der aufgrund der Verschlusskonstruktion schonmal
    lange Brennweiten und lichtstarke Objektive abschatten kann.


    Das sollte Dir mit den anderen genannten Gehäusen nicht passieren.
    Von der Filmebene aus muß man die Hinterlinse auch nicht komplett sehen da vieles zwischen
    Filmebene und Hinterlinse im Minimum des Strahlenganges liegt.

  • Hallo Aaron,


    das hinten aus der Hinterlinse austretende Strahlenbündel hat die Gestalt eines Kegels. D.h. auch wenn die Hinterlinse kleiner ist als das Negativformat, geklangt durch den kegelförmigen Strahlengang doch das Licht bis in die Ecken des Negativs und sogar darüber hinaus. Besonders extrem ist es bei Nicht-Retrofokus Weitwinkeln an einer Sucherkamera. Falls dir irgendwann mal eine M Leica mit einem 1:3,4/21 mm Super-Angulon in die Hände kommt, mach mal die Rückwandklappe auf und öffne den Verschluß auf B. Die Hinterlinse ist nur wenige Millimeter vom Verschluß entfernt und sie ist deutlich kleiner als das Negativ. Trotzdem ist der Kegelwinkel des Strahlengangs so groß, daß das Licht bis in die Ecken kommt.
    Viel Grüße, Jochen.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Erklärungen. Ihr habt recht. Natürlich brauche ich mir keine Sorgen machen, ob das Nagativ bei teilweiser Abschattung komplett belichtet wird oder nicht. Gerade bei Offenblende nimmt ja das Licht viele Wege ((fast) kompletter Querschnitt je nach Bauart).


    Z.B. haben die Bilder mit meiner Exa mit 55m und großer Blende (f1.4 oder f2) an der oberen Kante eine Abschattung. Nicht hart sondern nur leicht dunkler werdend. Bei der schmalen asymetrischen Öffnung kein Wunder.


    Bei meiner Spotmatic mit einem Zenit Helios 44M-4 habe ich heute folgende Beobachtung gemacht: Focussiert auf ca. 1.2 m. Bokeh im Hintergrund OK. Unschärfe eines hellen Fleckes in ca. 50cm Entfernung wurde hart angeschnitten (nicht der Katzenaugeneffekt für den das Helios bekannt ist sondern gerade horizontal beschnitten. Das es die Unschärfe VOR der Fokusebene eher betrifft ist auch plausibel. Diese Kegel sind ja am breitesten.


    Werde mal versuchen den Effekt durch den Sucher zu Fotografieren und zu schauen wie es mit den anderen Bodies ist.

  • Hallo Aaron,
    es wird immer wieder von der hohen Qualität der russischen Objektive berichtet.
    Aber:
    Die Spotmatic hat zwar einen M 42 Anschluß, aber sie ist trotzdem nicht mit allen Fremdobjektiven kompatibel. Besonders solche, die relativ weit in den Spiegelkasten hineinragen, kann der Spiegel an der Hinterlinse oder der Objektivfassung anschlagen. Klappt der Schwingspiegel auch ganz hoch? Vielleicht stimmt etwas mit der Springblende des Objektivs nicht und die Spiegelbewegung wird gehemmt.
    Wenn Du ein Objektiv möchtest, daß gut zur Spotmatic paßt, schaue Dich nach einem Super Multi Coated Takumar um, z.B. dem 1:1,8/55 mm, das legendäre 1:1,4/50 mm wird leider wegen seiner hohen Abbildungsleistung und seinem Bokeh an digitalen Kameras sehr teuer verkauft. Es gibt nur ganz wenige Takumare, deren Leistung nicht erstklassig ist (das waren die Super Weitwinkel < 24 mm). Die "üblichen" Brennweiten sind aber ganz erschwinglich, z.B. das 1:3,5/35 mm oder das 1:3,5/135 mm. Besondere High Lights wären die lichtstarken 1:1,8/85er, hier besonders die letzte Version, das 24er und das 1:2,5/135 mm
    Viel Grüße, Jochen.