Entwicklerverdünnung

  • Hallo Freunde der Selbstentwicklung!


    Habe mir in der letzten Zeit die Frage gestellt, welchen Vor oder Nachteil die Verdünnung des Entwicklers ( bis auf den Zeitfaktor ) hat. Ist es besser z.b. D76 Entwickler als Stock oder 1+1 oder 1+3 zu verwenden.
    Gibt es unterschiedliche Auswirkungen auf das Entwicklungsergebnis?


    Es würde mich sehr freuen, wenn jemand mir darauf eine Antwort geben könnte.


    Mit freundlichen Grüßen


    Hans

  • Ich kann Michaels Erfahrungen bezüglich des D-76 (gilt somit auch für ID-11) bestätigen.


    Man kann zudem für alle SW-Entwickler sagen, dass sie in höheren Verdünnungen ausgleichender arbeiten, also Kontrastunterschiede stärker abmildern.

  • Die Unterschiede sind in der Praxis gering, es geht hier eher um Nuancen. Es ist ohnehin eher eine theoretische Frage, denn die Verdünnung wird idR durch äußere Faktoren bestimmt.
    Z.B. das Fassungsvermögen des Tanks oder die Frage, ob man den Entwickler wiederverwenden will oder ihn nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Daraus ergibt sich beinahe zwangsläufig die zu verwendende Verdünnung.


    Die unverdünnte Vorratslösung wird man wählen, wenn man den Entwickler wiederverwendet. Man muss dann allerdings die Verlängerungsfaktoren für nachfolgende Filme beachten. Das bringt einen Unsicherheitsfaktor bezügl. der Wiederholbarkeit der Ergebnisse ins Spiel, für viele macht das die Sache uninteressant. Die Einmalverwendung der Vorratslösung ist zwar möglich, aber bei klass. Kippentwicklung eher unwirtschaftlich. Besonders extrem, wenn man 120er-Film in Edelstahldosen verarbeitet, dann jagt man pro Film fast einen halben Liter Entwickler durch. Viele greifen deshalb schon aus praktischen Gründen zur Verdünnung. Die kann man aber aus ebenso praktischen Gründen nicht beliebig steigern, weil das Volumen der zur Verfügung stehenden Dose begrenzt ist. Es hängt im Einzelfall von der vorgeschriebenen Mindestmenge an Entwicklervorratslösung ab. Bei Xtol sind das z.B. 100 ml pro Film. Es ergibt sich von selbst, dass es bei einer Verdünnung 1+3 nicht möglich ist, zwei Filme gleichzeitig in einem klassischen 2er-Tank (Jobo 1540, Edelstahltank) mit Fassungsvermögen 450-500 ml zu verarbeiten. Man kann dann nur 1 Film pro Durchlauf verarbeiten oder muss auf größere Dosen ausweichen.

  • Hallo,
    genau so, wie Michael Gueckel es beschreibt, ist die Wirkungsweise eines sog. "Feinkorn-Ausgleichsentwicklers" vom Typ D-76. Er enthält 100 g Natriumsulfit im Liter und das wirkt als Silberlösungsmittel und erzielt durch Anlösen des Korns eine Feinkornwirkung, allerdings auf Kosten der Konturenschärfe. Instärkerer Verdünnung wirkt das Natriumsulfit nicht mehr so stark silberlösend und man erhält schärfere Negative, aber mit einem etwas gröber strukturierten Korn.
    Echte Feinkornentwickler arbeiten anders.
    Viele Grüße, Jochen.