Wer macht noch s/w Dia?

  • Foma Bohemia hat eine Entwicklungszeit von 9 bis 11 Minuten empfohlen bei 20 Grad Celsius. Seit einem oder zwei Jahren haben sie auf 10 Minuten verkürzt. Aus meiner Erfahrung mit Fomapan Reversal (kommerziell von 1999 bis 2008) sollte man mit einem Hydrochinonentwickler, sei es mit Metol, sei es mit Phenidon, auf zehn Minuten zielen. Mit konstanter Bewegung kann man auf etwa 8 Minuten verkürzen. Die Badtemperatur würde ich nicht erhöhen und zu knochige Entwickler auch nicht verwenden. An dieser Stelle sind Bequemlichkeit und Faulheit völlig fehl am Platze, wegen ein paar wenigen Minuten, die man einspart, bringt man sich um gutes Resultat.


    Zweitbelichtung nur mit Kunstlicht, ich rate zu klassischen Glühbirnen, 60 Watt, mattiert. Die findet man immer noch. Am besten in einem durchscheinenden oder durchsichtigen Behälter unter Wasser durchbelichten


    Alle Bäder sollten die gleiche Temperatur haben, dann verhält der Film sich auch gut. Ausreichend fixieren und gut wässern, dem ersten Wasserbad einen Schuß organische Säure beigeben, Citrone oder Ameise. Schließlich: offene Behälter, Gummihandschuhe und die Spiralen im Dunkeln von Bad zu Bad bringen. Alles andere finde ich Murks.

  • Wenn die unbelichteten Bereiche (z.B. Randbereich um die Perforation) keine ordentliche Dichte aufweisen, kann das nichts mit der Erstentwicklung zu tun haben, denn die Erstentwicklung sollte die belichteten Bereiche entwickeln und die unbelichteten unberührt lassen (außer der Film war dort verschleiert).


    Was du beschreibst, kann eigentlich nur bedeuten, dass
    (1) die Umkehrbelichtung nicht ausreichend war oder dass
    (2) die Zweitentwicklung nicht ausreichend war (oder beides gleichzeitig)


    Wenn die Filmränder über den gesamten Film gleichmäßig grau sind, spricht das tendenzielle eher für mangelnde Zweitentwicklung. Wenn die Filmränder eher unregelmäßig grau sind, spricht das für eine nicht ausreichende Umkehrbelichtung.


    Umkehrbelichtung: Nicht blitzen (siehe aktuellen Parallelthread von Valentin). Es muss kein transparentes Gefäß sein und es muss auch nicht unbedingt eine transparente Spule sein. Es ist nur von Vorteil, wenn es nicht gerade die rabenschwarze Entwicklerdose ist. Also so ein weißer 1-Liter-Joghurtbecher funktioniert super, der verteilt das Licht ausreichend. Wichtig ist aber, dass der Film unter Wasser ist und dass man ihn konstant in Bewegung hält (= die Spule rotiert) und natürlich dass man nach der Hälfte der Zeit die Spule umdreht. Das genaue Emissionsspektrum des Leuchtmittels ist zweitrangig, solange es weißes Licht ist. LEDs haben auch kein kontinuierliches Spektrum.

  • Danke für euren Input, Simon und Jochen.


    Ich habe mich erstmal strikt an das Datenblatt gehalten. Ich habe mir die Ränder nochmal genau angeschaut, die sind komplett gleichmäßig. Ich nutze die weißen (nicht transparenten) Jobo-Spulen. Zweibelichtung im transparenten Messbecher unter Küchenlampe, weißer diffuser Schirm, in Wasser, 4 Minuten und nach halber Zeit gewendet. Zudem kontinuierlich etwas bewegt. Sowohl am Ende, in der Mitte als auch am Anfang des Filmstreifens sind die Ränder gleichmäßig grau. Ich gehe dann mal davon aus, dass das also passt.


    Bleibt die Zweitentwicklung. Dafür wird ja der Entwickler aus der ersten Entwicklung wiederverwendet, nur diesmal 6 Minuten - wie im Datenblatt angegeben. Der Entwickler hatte zu dem Zeitpunkt noch 23 °C (bei der Erstentwicklung 24 °C). Sollte theoretisch also passen. Ich habe allerdings die Wassertemperatur im Messbecher für die Zwischenbelichtung nicht gemessen. Es könnte sein, dass beim Wässern (ich nutze eine Cascade) der Wasserhahn zu wenig aufgedreht war und die Vorlaufpumpe noch nicht oder nicht mehr an war. Dann käme das Wasser mit 10 Grad aus der Leitung, Film und Dose wären beim Spülen und der Zweitbelichtung ausgekühlt und die Entwicklung wäre zu kalt abgelaufen.

  • Und von 24 auf 10 Grad ist schon a bissl heftig. Bitte darauf achten, die Verarbeitungsbäder ungefähr auf der gleichen Temperatur zu halten. Die modernen Filme sind zwar recht unempfindlich gegenüber Runzelkornbildung, aber man muss es nicht herausfordern. Wenn die Wassertemperatur aus dem Hahn schwankungsanfällig ist, ist es besser, temperiertes Wasser in einem 5-Liter-Kanister bereitzustellen und nach der Ilford-Methode zu wässern.


    Noch mal zur Umkehrbelichtung. Also das mit dem transparenten Behälter ist meines Erachtens nicht sinnvoll, zumindest wenn wir davon ausgehen, dass die Lichtquelle senkrecht über der Spule ist. Ein transparenter Becher lässt den Teil des von oben einfallende Lichts, der nicht auf den Film trifft, durch die transparenten Wände einfach "abhauen". Du willst aber, dass das Licht möglichst diffus Richtung Film zurückgeworfen wird. Anders formuliert: in einem weißen Behälter ist es einfach deutlich heller als in einem transparenter.


    Die Art der Spulen ist egal. Ich hab das früher mit den weißen Jobo-Plastikspulen gemacht und heute mache ich es mit Edelstahlspulen, die garantiert lichtundurchlässig sind. Es spielt keine Rolle. die Lichtquelle sollte halt
    von oben in den Behälter mit der Spule leuchten, wobei der Hinweis in der Adox-Anleitung, den Behälter ein ganz klein wenig gekippt zu halten, gut ist. Dann nimmt man einen Kugelschreiber oä zur Hilfe, um die Spule schön gleichmäßig zu rotieren. Bei Plastikspulen kann man auch das Achsrohr reinstrecken und daran drehen. Den Rest besorgen die Reflexionen im Behälter und das Umdrehen nach halber Zeit.


    Bei der Umkehrbelichtung muss das gesamte Restsilber vollständig belichtet werden. Viel hilft hier tatsächlich mal viel. Bei extremer Belichtungsintensität und -Dauer kann es zwar theoretisch zu Solarisationseffekten kommen (dann nimmt die Dichte trotz zunehmender Belichtung wieder ab), aber in der Praxis würde ich lieber zu reichlich belichten als zu knapp.


    Ebenso muss bei der Zweitentwicklung das gesamte noch vorhandene und hoffentlich auch belichtete Restsilber voll ausentwickelt werden. Auch hier würde ich ggf. eher länger entwickeln als zu kurz.

  • Ich bin in der Sache etwas weiter:

    - an der Zwischenbelichtung liegt es nicht, die Kanten sind gleichmäßig. Sowohl mit transparentem Becher als auch mit weißer Schüssel bekomme ich identische Ergebnisse.

    - Die Temperatur bei der Zweitentwicklung hat nur einen rel. geringen Einfluss. Ich habe beim Spülen penibel auf die Temperatur geachtet und nochmal eine Minute Entwicklungszeit dazugegeben, die Dichte ist visuell aber nur minimal angestiegen.

    - Die Maximaldichte liegt etwa auf dem Niveau eines Provia 400x. Da sollte eigentlich noch mehr gehen. Ich werde denmächst mal das Kit von Klaus Wehner ausprobieren, mit dem habe ich mich zu dem Thema ausgetauscht.