Erfahrungsberichte Plustek 120 Pro?

  • Hallo Georg,


    wollte was zum Streifenproblem sagen.


    Das könnte ein Kalibrationsproblem sein. Der Plustek wird genau wie mein DigitDia nach dem Einschalten eine Kalibrierung (Dunkelstrom, Flatfield) durchführen. Diese Kalibration gilt für die kalte Elektronik. Ist die Elektronik temperaturempfindlich (vor allem der Dunkelstrom), so verliert die Kalibration nach dem Aufwärmen ihre Gültigkeit. Ich bekomme solche Streifen bei meinem Scanner weitgehend weg, indem ich nach ein paar "Aufwärmscans" den Scanner aus und wieder einschalte. Dann erfolgt eine Kalibrierung im warmen Zustand und die Streifen sind weg.


    Allerdings sind die Streifen hier feiner als bei meinem Scanner.


    Noch eine Anmerkung zum "Altern" von CCDs: Ich denke, CCDs altern nicht, es sei denn, es geht hardwaremäßig etwas kaputt. Wir betreiben die CCDs an unseren Teleskopen viele Jahre lang ohne Einbusen. Ich würde CCDs auch nicht als "veraltete" Technik bezeichnen. Was den Unterschied macht, sind die aufgedampften Interferenzfilter bei Digitalkameras und Scannern. Interferenzfilter ändern im Laufe der Zeit ihre Transmissionseigenschaften, d.h. sie altern, was zu fehlerhaften Farben führen kann.


    Hermann-Josef

    Dateien

    DigitDia6000, CanoScan9950F, SilverFast Archive Suite 8, VueScan Pro, Eizo CS240, x-rite i1 studio, Windows10

  • Guter Tip.

    Habe jetzt knapp eine Woche praktisch ohne Pause (na gut - ab und zu ein paar Kunden am Telefon abwimmeln und ab und zu an den Kühlschrank gehen) mit dem Teil gescannt und bin immer noch unschlüssig, was ich von dem Gerät halten soll. Digital Ice funktioniert jedenfalls nicht so gut wie beim Nikon. Ich dachte erst, es sei ganz kaputt, aber ich war nur verwöhnt. Die Schärfe ist inzwischen ok. Aber Autofokus wäre schon nett gewesen. Ich habe Dias in den verschiedensten Rahmungen und habe keine Lust, jedesmal umzukalibrieren.

  • Hast du schon mit Silverfast iSRD versucht, es sollte besser und schneller sein als Digital ICE...

    Das hängt vom Filmmaterial ab! Aber es stimmt, außer mit dem CoolScan9000 bei Kodachrome kann iSRD gut mithalten -- wenn es korrekt eingestellt ist. In meinen Anmerkungen zu SF8 finden sich Vergleiche von iSRD mit Nikon ICE, VueScan und Canon FARE.


    Hermann-Josef

    DigitDia6000, CanoScan9950F, SilverFast Archive Suite 8, VueScan Pro, Eizo CS240, x-rite i1 studio, Windows10

  • Die ist fertig. Und wird noch fertiger nach und nach. Aber es handelt sich um einen von einer schlecht geheizten Industriehalle abgetrennten Raum ohne eigene Heizung. Heute morgen hatten wir -31°C....

    Aber stimmt schon - Scannen beschert mir keinen Lustgewinn im Moment. Ich gehe meine Negas und Dias durch mit dem Ziel, höchstens ein Zehntel zu digitalisieren und etwa ein bis zwei Prozent der Negas zu behalten und vielleicht fünf Prozent der Dias. Der Rest geht ante mortem in den Müll.

  • @Hermann-Josef


    Hallo Hermann-Josef,

    vielen Dank für den überaus freundlichen Tipp zum "Streifenproblem". Ich werde das gleich am Abend mal in Ruhe testen. Mir ist auch schon aufgefallen, dass der Plustek Opticfilm 120 Pro "gute und schlechte" Phasen hat - konnte mir das aber nie so recht erklären. Anbei mal zwei gelungene Scan-Beispiele - Street Art Karlsruhe und deine wunderbare Heimatregion, der Kraichgau. (Auf dem Weg von Weingarten Richtung Jöhlingen) Rolleiflex 3.5f, Fuji Pro 400 H.

    Beste Dank noch einmal und beste Grüße "um die Ecke" aus Karlsruhe - Georg


    Street Art Karlsruhe - Emesa.jpgKraichgau.jpg

  • Wunderbar, Jake - und vielen Dank,


    für diesen Deinen thread! - er zeigt doch auch, wie sich auch Wege trennen können! - Anstatt stundenlang herum-zu-scannen und software-Probleme anscheins-zu-lösen, vergrößere ich lieber auf echtem Baryt-Papier.


    Und dabei freue ich mich, dass man da alles selber beeinflussen kann - und man am Ende echte Ergebnisse in der Hand hält.



    Dir, Jake, dennoch beim scannen viel Spaß! - Die LEktüre Deines threads hat mich jedenfalls ermutigt, weiterhin analog zu vergrößern.



    Jan-Peter

  • Hallo Hermann-Josef,


    willkommen im Forum. Ich bin froh über deine Aussage, dass „CCDs nicht altern“. Das Internet täuscht einem immer wieder. Ich hoffe, es ist auch in deinem Sinne, dass ich hier im Forum dein wunderbares „Tutorial SilverFast“ empfohlen habe.


    Julius Wagner


    Wie ich dein Post #11 richtig verstehe, hast du auch ein Interesse an dem Auflösungswert des 120 Pros. Mein Test mit dem „USAF 1951-Target“ brachte eine Auflösung von 4096 ppi. Das sind 77% von der angebenen Hersteller-Auflösung 5300 ppi. Wie ich finde kein schlechter Wert. Mein alter MF 5000 hatte einen gemessenen Wert von 3050 ppi (95%). Der Hersteller-Wert war 3200 ppi. Ebenfalls ein sehr guter Wert. Wenn ich beide Werte miteinander vergleiche, hat der 120 Pro etwa 1000 ppi mehr. Dieser Wert hat keine Allgemeingültigkeit für die ganze Modellreihe.


    Ich würde Hermann-Josef bitten, allgemein zur Auflösung, evtl. auch zum Rauschen, etwas mehr zu schreiben. Er ist der viel größere Experte als ich und nicht jeder liest sein Tutorial. Wobei mich auch interessieren würde, bei welcher „schlechten“ Auflösung sollte der Scanner zum Nachjustieren der Optik zum Support? Sind 60% noch akzeptabel?


    @ Jake und @ Jakob


    Seht ihr das Lens Calibration Tool als ein Killer-Feature? Bei mir stürzt das aktuelle seit gestern ab. Keine Ahnung warum. Ich habe den Support informiert und noch keine Antwort.

    Als das Tool noch funktionierte, lag die Schärfe immer so bei Bild 0.


    Was mir sehr gut gefällt, neben der guten Auflösung, sind die Filmhalter mit ihren einstellbaren Mittelstegen. Die leicht gewölbten Negative werden dadurch ziemlich plan gehalten. Bei meinen wenigen Dias mit Rahmen ist das schon kritischer, sodass man doch zwischen durch kalibrieren muss.


    Meine Meinung zum Rauschen: wenn die Schatten genügend Zeichnung haben, ist die sichtbare Fläche des Rauschens klein. Wenn man beim Belichten sich keine Mühe gegeben hat oder nicht mit einer „geeichten“ Film/Entwickler-Kombi gearbeitet hat, kann die sichtbare dunkle Fläche größer sein und das Rauschen ist deutlicher zu sehen. Um diese Fläche zu kontrollieren, schalte ich in VueScan beim Vorschau-Scan die Pixel-Farben ein. Für mich ist Rauschen wahrnehmungsmäßig daher eher relativ.

  • @Harald: schwer zu sagen. Tatsache ist, dass erst durch das Entfernen des Tools unter Mac die neue VueScan-Version läuft. Einen Schärfeabfall konnte ich nicht beobachten. Die optimale Schärfe beim Kalibrieren lag bei meinem Gerät etwas oberhalb der Mitte (ähnlich wie beim Jake) wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.


    Edit: nach dem Entfernen den Treiber von der Plustek-Seite neu installieren

    • Mit Vuescan bockt dieses Lens Tool etwas rum. Silverfast habe ich nicht installiert, aber das werde ich auch noch mal in Angriff nehmen.
    • Die Filmhalter sind auch meiner Meinung nach sehr gut.
    • Das Rauschen ist tatsächlich nur ein Problem bei nachlässig belichteten Filmen.
  • Ich hoffe, es ist auch in deinem Sinne, dass ich hier im Forum dein wunderbares „Tutorial SilverFast“ empfohlen habe.

    Ja natürlich! Und ich wollte mich auch noch bedanken dafür, dass Du nicht einfach meine Kontakt-Email-Adresse hier publik gemacht hattest. Wer meine Anmerkungen ernsthaft sucht, der wird auch fündig werden :) .


    Meine Aussage zu den CCDs beruht einfach auf der Tatsache, dass das Silizium, aus dem CCDs per se gemacht sind, nicht altert. Es kann natürlich durch z.B. thermische Effekte ein Kurzschluss entstehen. Aber eine Alterung, wie sie für Interferenzfilter bekannt ist, sehe ich bei CCDs nicht. Dass sich CMOS-Detektoren in der Astronomie -- im Gegensatz zu Digitalkameras -- nicht durchgesetzt habe, liegt daran, dass bei CMOS-Detektoren die lichtsammelnde Fläche durch die auf jedem Pixel notwendige Elektronik verringert wird. Der Vorteil, dass jedes Pixel einzeln ohne Ladungsverlust ausgelesen werden kann, spielt in der Astronomie genausowenig eine Rolle wie bei Scannern. Bei Digitalkameras ist das wohl anders.


    Ich würde Hermann-Josef bitten, allgemein zur Auflösung, evtl. auch zum Rauschen, etwas mehr zu schreiben.

    Zur Auflösung kann ich hier nur eine Aussage eines Ingenieurs bei PIE zitieren, der mir schrieb, dass ein ordentlich justierter Scanner 80% - 90% der nominellen, d.h. hardwaremäßig bedingten, Auflösung liefern sollte. Bei nur 60% würde ich schon nachjustieren lassen. Ich weiß, dass das bei den Diascannern möglich ist. Wie es damit bei Flachbettscannern aussieht, kann ich nicht sagen. Letztere liefern ja laut den Testberichten im Mittel nur etwa 50% der nominellen Auflösung. Was wohl allgemein nicht unbedingt beachtet wird (z.B. nicht bei den Scannertests von ScanDig gebührend in Rechnung gestellt wird) ist die Tatsache, dass eben die Justierung des Scanners von Gerät zu Gerät schwanken kann. Es gibt keine "Auflösung einer Modellserie", es sei denn, man meint damit die nominelle Auflösung anhand von Pixelgröße usw.


    Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist der Hinweis von Yogi im ScanDig-Forum.


    Oder hattest Du die Auflösung des Ausgangsmaterials gemeint?


    Was das Rauschen (im Film, im Scan, ...?) anbelangt, so ist das ein sehr komplexes Thema, das mich in meiner astronomischen Arbeit endlos beschäftigt hatte. Dort begrenzt es ja letztendlich das Machbare, an dem man sich immer orientieren muss. Ich habe in den Anmerkungen einiges dazu geschrieben, was den Rahmen hier allerdings sprengen würde. Aber auf gezielte Fragen kann ich gerne hier antworten.


    Hermann-Josef

    DigitDia6000, CanoScan9950F, SilverFast Archive Suite 8, VueScan Pro, Eizo CS240, x-rite i1 studio, Windows10

  • @ Hermann-Josef


    Ich meinte, die mit dem USAF 1951-Target gemessene/ermittelte Auflösung.


    Hier fragt keiner, obwohl die Zugriffszahlen auf’s Thema ziemlich hoch sind, also ein Interesse da ist. Ich glaube, die meisten sehen dich als SilverFast-Experte und arbeiten eher mit VueScan als mit SilverFast, aus welchen Gründen auch immer. Hermann-Josef, willst du nicht ein „Tutorial VueScan“ verfassen und für ein paar Euro verkaufen. Das Interesse wäre groß und ich wäre der erste, der eins ordern würde. Ich denke, man kann dich auch zu VueScan befragen.


    Ich habe eine Frage.

    Vorweg: Mein 120 Pro-Scanner hat eine ermittelte Auflösung von 4096 ppi. Das sind 77% der nominalen Auflösung 5300 ppi des Herstellers und liegen nahe am 80-90%igen Bereich eines gut justierten Scanners. Ich möchte ihn nicht zur Nachjustierung zum Support geben. Weiterhin habe ich jetzt 23% mehr Pixel in der gescannten tiff-Datei. Ich scanne meine S/W-Negative immer mit der nominalen Auflösung im RGB-Modus und 48 Bit, weil ich mit meiner Bildbearbeitung verhältnismäßig stark eingreife/interpretiere und keine Tonwertabrisse riskieren möchte. Mein Hauptziel ist immer der A2-Druck im RGB-Modus. Das Runterrechnen auf jpegs für die Webseite ist zweitrangig.


    Macht es aus deiner Sicht Sinn, diese „überschüssigen“ Pixel aus der Datei, z.B. mit Photoshop oder anderer Software herauszurechnen bzw. zu komprimieren?


    Hätte dagegen mein Scanner, z.B. eine ermittelte Auflösung von 3180 ppi, also nur 60%, würde ich die „überschüssigen“ Pixel immer herausrechnen wollen, wenn ich ihn nicht zum Nachjustieren zum Support bringen möchte. Weil keine Garantie mehr, zu teuer, kein Karton usw.


    Hier schließt sich eine weitere Frage an.

    Ist es nicht besser, gleich mit den 3180 ppi zu scannen und sich dadurch das Runterrechnen zu sparen? Oder gibt es mit diesem Vorgehen sichtbare Qualitätsunterschiede beim Scannen?


    Allen Mitlesern ein schönes Wochenende

    Harald