Nikkormat FTN Batterie

  • Was sind 'plusible Werte'? ...


    Ich habe keine Nikon Kameras, und kenne auch nicht die Bau- / Funktionsweise deren Belichtungsmeßsystems, resp. ob eine Kompensation schwankender Batteriespannung stattfindet (z.B. durch eine Brückenschaltung).


    Falls nicht, kann es auch Zufall sein, die aktuelle Spannung der VU 625 U erbrachte die 'plausiblen Werte'.

  • Die Elektronik der FTN ist denkbar einfach: Batterie, CdS-Zelle, Schalter, 3 feste und ein veränderbarer Widerstand (ändert sich durch Blende, Verschlusszeit und ISO-Einstellung) und das Galvanometer zur Anzeige. Deshalb braucht die FTN auch die Queckis mit den konstanten 1,3V. Erst die FT2 kommt mit den 1,5V Batterien zurecht.

    Warum das bei Dir trotzdem passt? Keine Ahnung!

  • Die FTn zeigt mit falscher Spannung natürlich plausible Werte an, aber leider sind das keine korrekten Werte. Das kann man doch nur im Vergleich mit einem einwandfreien Belichtungsmesser feststellen. Die Abweichungen sind meines Wissens auch nicht groß. Fällt bei vielen Filmen vermutlich garnicht auf.

  • Hallo zusammen!


    Die Nikon kenne ich jetzt nicht. Ist aber egal, weil alle Kameras aus dieser Zeit Belichtungsmesser mit CdS-Sensor und Quecky hatten.


    Die Quecksilberzelle hat über eine lange Lebensdauer hinweg konstant 1,35 V und ist irgendwann ziemlich plötzlich ganz leer. Daher hat man in vielen Anwendungen sogar einen Batterietestknopf eingespart: geht oder geht nicht, so einfach!


    Die Spannung der von der Baugröße her passenden Alkali-Knopfzelle 625A oder V625U hat neu 1,5V. Die Spannungsabweichung von über 10% führt daher unweigerlich zu Fehlmessungen. Der Messfehler ist über den Messbereich hinweg leider nicht konstant. Man kann also nicht mit einer anderen ISO-Einstellung gegensteuern. Die Anfangsspannung von 1,5V fällt über die Lebensdauer kontinuierlich ab. Für eine konstante Spannungsversorgung ohne Brückenschaltung sind diese Zellen daher ungeeignet.


    Jetzt ist es gut möglich, dass die Spannung der V625U im Moment etwa 1,35V beträgt, und alles ist gut. In vielen anderen Anwendungen hätte man sie wohl schon ersetzt und entsorgt, für den alten CdS-Belichtungsmesser ist diese Alkalizelle jetzt perfekt. Man kann das mit einem Voltmeter nachprüfen. Weil der Strombedarf dieser alten Belichtungsmesser äußerst gering ist, hält dieser Zustand lange an und der Belichtungsmesser kann etliche Monate lang richtige Werte liefern. Das geht so lange gut, bis die Spannung kontinuierlich noch weiter abgesunken ist und dann logischerweise wieder zu Messfehlern führt.


    Wenn man nicht monatlich die Batteriespannung messen oder mit einem vertrauenswürdigen Belichtungsmesser überprüfen will, empfehle ich als Quecky-Ersatz nicht diese Alkali-Zellen, sondern die noch billigeren Hörgeräte­batterien Typ 675 (oder PR44) aus dem Drogeriemarkt. Die haben 1,4V, was nur zu vernachlässigbaren Abweichungen führt. Diese Zink-Luft-Zellen haben ansonsten ähnliche Eigenschaften wie die alten Queckies: konstante Spannung und dann plötzlich ganz leer. Ihr Nachteil: sie halten nur 4-8 Monate, egal ob man den Belichtungsmesser benutzt oder nicht. Dafür gibt es sie in jedem Drogeriemarkt.


    Ein völlig anderes Problem bei solchen Kameras sind gealterte CdS-Zellen, die fehlerhafte Signale liefern. Man kann möglicherweise nachkalibrieren, aber der Altersverfall wird fortschreiten.


    Gruß, Manfred