• Ich versuche grade herauszufinden, was für eine "Overlock"-Maschine ich meinem Weibchen zum Geburtstag angedeihen kann. Man taucht in ein Paralleluniversum ein:

    Differentialtransport, Einfädelhilfe und Schnittbreiten... =O


    Dann kommen schnell Fragen auf wie:


    1. Reicht nicht eine günstige Einsteigermaschine? Welche Features braucht frau wirklich?

    2. Muss es eine "Bernina" sein, oder reicht auch eine Maschine eines japanischen Herstellers?

    3. Reicht eigentlich eine Overlock oder muss auch noch eine Cover- oder Coverstitch Maschine her?

    4. Wo bekomme ich günstig Verbrauchsmaterial her? Gibt es Meterware zum selbst konfektionieren?


    Ich glaub ich kauf einfach eine möglichst teure Maschine aus Wetzlar der Schweiz. Das schafft mir an der eigenen Front mindestens zwei Monate Narrenfreiheit ...

  • Meine Frau hat eine Bernina. Mit dem Verkauf des Anaret konnte ich die allerdings nicht gegenfinanzieren....

  • Wir haben uns in einem Fachgeschäft beraten lassen, die haben uns eine richtige Einweisung in die Maschine gegeben, hat über eine Stunde gedauert.


    Aber die ist toll, meine Frau hat da richtig Spaß dran. Es ist eine brother 1034 D.


    Grüße

    Rolf

  • Meine Frau hat eine Bernina. Mit dem Verkauf des Anaret konnte ich die allerdings nicht gegenfinanzieren

    Ne, da braucht es schon ein 150er APO-Componon. Die Bernina soll ja leise sein...

    Ohne Probenähen ist die Sache schwierig.

    Ist ja auch leider alles geschlossen grade. Ich werd wohl online im Fachhandel ordern und mich vorher beraten lassen.

    damit kann man Gewirktes nähen

    Ja, irgendwas mit Säumen und so. Ich hab auch verstanden, dass man beides braucht: "normale" Nähmaschine und Overlock. Irgendwann setzt bei mir dann so ein weißes Rauschen ein. So ähnlich muss es meiner Frau gehen, wenn Ich versuche zu erklären, was der Unterschied zwischen einer Fachkamera auf Bank und einer Laufbodenkamera ist (und dass man beides unbedingt benötigt). Vielleicht bekomme ich dann ja doch noch mal ein Einstelltuch zum Geburtstag...

    Es ist eine brother 1034 D

    Ich bin grad bei Juki oder Bernina.

  • Ja, Fachhandel;


    in diesem Fall ein unbedingtes und uneingeschränktes JA!! - Ohne dem wird man mgölicherweise nicht ganz schlau aus diesen Maschinen und ihren Möglichkeiten; andererseits bietet YouTube ja Vieles - der FAchhändler kennt allerdings darüber hinaus die besagten drei wichtigen "Kniffe" - und hat vielleicht noch ein Ersatz-Teil, was mal wichtig wird.



    Jan-Peter

  • Ja, Andreas,


    unbedingt Bernina!! - Die kannst Du später noch Urenkeln vererben, wenn die wieder Schafe schären und zu Wolle verspinnen sollten, die dann gewirkt mit Deiner Bernina-OVerlock-Maschine vernäht wird.


    Nähmaschinen weden für Webstoffe, Stoffe aus einer Fertigung von "Kette" und "SChuss" - und eine OVerlock-Maschine für Gewirktes, das ist maschinell Gestricktes, eben nicht für Gewebtes, verwendet.


    Gewirktes besteht eigentlich nur aus einem einzigen Faden; Gewebtes besteht aus mehreren Dekaden von Fäden des "Kettbaumes" und einem weiteren "Schuss"-Faden, der in bestimmten patterns in bestimmter Reihenfolge im rechten Winkel durch die "Kett-Fäden" transportiert, "geschossen" wird.



    Bernina, da liegst Du so richtig, wie mit einer Philippe Patek - oder so, Longines, oder meinem ETA 2428-Werk; oder: Sinar.



    Jan-Peter

  • Ist ja auch leider alles geschlossen grade. Ich werd wohl online im Fachhandel ordern und mich vorher beraten lassen.

    Dann warte lieber, bis Du (bzw. Deine Frau) nicht nur eine Beratung, sondern auch eine richtige Einweisung bekommen kannst. Bei uns ging die letztere fast eine Stunde...

  • Ja, irgendwas mit Säumen und so. Ich hab auch verstanden, dass man beides braucht: "normale" Nähmaschine und Overlock. Irgendwann setzt bei mir dann so ein weißes Rauschen ein. So ähnlich muss es meiner Frau gehen, wenn Ich versuche zu erklären, was der Unterschied zwischen einer Fachkamera auf Bank und einer Laufbodenkamera ist (und dass man beides unbedingt benötigt). Vielleicht bekomme ich dann ja doch noch mal ein Einstelltuch zum Geburtstag...

    Auch eine "normale" Nähmaschine hat meine Frau, ebenfalls von Bernina. Und zwar inzwischen die zweite; auf der ersten, die über 50 Jahre schon läuft, näht inzwischen unsere Tochter.

    Und zum Einstelltuch: das hat mir meine Frau auf der Bernina nach meinen Vorstellungen genäht...

  • Ad Peter:


    Ich bin nicht so ganz sicher, ob es hierin "Kombi-Maschinen" gibt; Das ist so wie beim Diesel und Benzin-Motor; beide in einem zu kombinieren würde den Ingenieuren vermutlich wenig Kopfschmerzen bereiten - uns aber, die wir dann fahren (wollen), wohl eher enttäuschen.



    Jan-PEter

  • Overlock ist für nähaffine Menschen (vorwiegend weiblich) ein wichtiges Thema. Bis vor einer Stunde kannte ich den Begriff (hier gelesen) noch nicht. Habe es darafhin gewagt meinen Schatz während einer TV-Mulloper zwecks entsprechender Frage zu stören. Antwort: Haben wir und brauchen wir nicht, eine Bekannte hat nämlich eine. Thema erledigt. (Optische Bank und Laufboden liegen ja auch bereits im Schrank *green* ).


    (Falls dieser Beitrag diskriminierent sein sollte, bitte löschen)

  • Nein, Gerhard;


    Dein Beitrag ist keinesfalls diskriminierend; er ist deskriptiv, weil Du von eigenen Erfahrungen sprichst. - DAnke; das hast Du trefflich formuliert!


    Overlock ist NICHT zum Nähen, genäht wird immer nur mit einem Faden; Overlock ist zum "verkordeln" von "Verkordelten", nämlich von Gestricktem/Gewirktem - deshalb hate sie mehr als einen Faden, meistens drei oder vier!! - Guck' Dir mal ein solches Gerät bei BEtrieb an!




    Dir viel Spaß beim Zusehen!! - Und Jake, wiel Spaß beim Betrachten!!


    Jan-PEter

  • Die "normale" Nähmaschine arbeitet mit zwei Fäden, einem "Oberfaden" und einem "Unterfaden". Eine gerade Naht dieser Maschine (mit dem Doppelsteppstich) ist nicht elastisch, d.h. nicht optimal für dehnbare Stoffe (wie Jersey).


    Mit der Overlockmaschine können Stofflagen gleichzeitig zusammengenäht und versäubert ("mit den Fäden eingefasst, damit sie nicht ausfransen können") werden. Dabei wird die äußere Kante auch im gleichen Arbeitsgang durch eingebaute Messer exakt beschnitten, das Ergebnis ist eine regelmäßige, haltbare und dehnbare Naht. Üblicherweise sind dabei 3 oder 4 Fäden im Spiel (ein oder zwei Nadelfäden, ein Ober- und ein Untergreiferfaden). Weil die Fäden der Naht über die Kante geführt werden, wird die Naht auch "Überwendlichnaht" genannt. Zur leichteren Vorstellung: die Seitennaht von einem T-Shirt kommt in die Richtung.


    Die Covernaht ist ideal für Säume, z.B. unten beim Saum vom T-Shirt. Dabei liegen an der Oberseite zwei Nahtlinien parallel, an der Unterseite überdecken übergreifende Fäden die eingeschlagene Stoffkante. Die Covernaht ("Überdecknaht") selbst läuft aber nicht unten ganz an der Kante.


    In der Bekleidungsindustrie werden für die verschiedensten Nähte die passenden Stichtypen eingesetzt (und die haben unzählige verschiedene Maschinen dafür). Wenn der davon gewohnte "professionelle Look" der Nähte zuhause erreicht werden soll, kommt meistens zuerst die Frage nach der Overlock und ggf. später nach der Covermaschine. Ob jetzt beide Stichtypen gebraucht werden, ob besser in zwei Maschinen oder in einer - das hängt von den Arbeitsgewohnheiten und den Ansprüchen ab. Daher: nachfragen und ausreden - es gibt so viele Details, eine "Überraschungsmaschine" auszusuchen, ist sehr schwierig *green*