​FAZ Artikel: Der Moment ... in dem ich die alte Dia-Sammlung meines Vaters entdeckte​

  • Hallo Peter,


    netter Artikel, danke fürs posten!

    Aber:

    Mag vielleicht irgendjemand einen Leserbrief an den Autor schreiben mit dem Tip, daß man Dias - ganz theoretisch - auch ohne das teure Scan-Equipement, Softwäre, Riesenfestplatten usw. - also ganz einfach mit einem Projektor an eine weiße Wand projizieren und so ansehen kann...? Vielleicht weiß der Uwe Ebbinghaus das nicht und denkt, daß Dias nur eine Art altertümliche Disketten sind, die man in früheren Zeiten mangels anderen Möglichkeiten in Schränken lagern musste, bis Scanner entwickelt wurden und nun kann man sie endlich digitalisieren, auf Bildschirmen ansehen und die Originale getrost wegwerfen..

    Gruß, Oskar

  • Hi,

    Dias mittels Projektor zu schauen fand ich schon immer eine echte Qual. Das hat bei mir mit meinem Vater zu tun der sich für den weltbesten Fotografen hielt und von jedem Motiv immer zwei Auslösungen gemacht hat. Er bestand darauf nicht auszuwählen, sondern immer alle Dias vorzuführen. Es war immer extrem öde immer den gleichen Erzählungen zuzuhören die sich meistens auf etwas bezogen was man auf dem Bild nicht sehen kann, aber was kurz davor oder danach passiert ist. Die meisten Dias waren langweilig schlecht fotografiert und die Bildinhalte sehr belanglos. Meist irgendwelche Sehenswürdigkeiten, Leute mit angeschnittenen Füßen und dafür viel Himmel, Blümchen und Sonnenuntergänge, wahlweise unter oder überbelichtet. Gern auch unscharf. Dabei konnte man dann den Dias beim Ploppen zuschauen oder sich bei in Glas gerahmten Dias über den Verlauf von Newtonringen wundern. Oder einfach nur wünschen das die Qual vorüber geht und am Bier nippen. Als ich dann ernsthaft anfing zu fotografieren waren Dias der einfachste und billigste Weg zu einer farbigen Druckvorlage, mehr nicht. Alle Projektionen und Multivisionen an denen ich dann mitgearbeitet habe waren schwierig und fehleranfällig. Später habe ich mich dann mit der E6 Prozesskontrolle, dem Herstellen von Internegativen und Vergrößerungen auf Ciba oder R3 Papier beschäftigt. Gruselig! Da bin ich heute sehr froh das man die Dias scannen und auf einem Monitor zeigen oder ausdrucken kann. Ein Bild auf Papier ist mir wirklich lieber.

  • Hallo Stefan,


    Aber endlose digitale Bilderschauen in der Verwandtschaft auf dem Fernseher sind genauso schrecklich.

    Der Connaisseur von heute schaut seine eigenen Dias ja gerne nur für sich, solange oder so kurz wie er will. Das ist dann der Genuss.

    Was hattest Du für Erfahrungen mit Ciba? Das ist leider an mir vorübergegangen, wurde aber doch so hoch gelobt?

    VG Oskar

  • Hi,

    meine Erfahrungen mit Ciba waren sehr gemischt. Der Kontrast war extrem hoch, was manchen Dias bekam, anderen nicht. Wir haben dann die Dias maskiert um die Kontraste zu reduzieren. Das war extrem umständlich und fummelig. Ausserdem war die Maschine von der aggressiven Chemie total zerfressen. Daher sind wir auf den weniger schwierigen Kodak R-3 Prozess gegangen, der mit Fuji - Papier in Kodak Chemie sehr schöne Ergebnisse brachte. Das war bei der Firma Propix, heute PeakProcessing.

  • Danke für die Beschreibung! Hattest Du zufällig auch Erfahrungen oder Kontakt mit dem Ilfochome Farbpositiv-Microfilm? Als ich zum ersten mal davon gehört habe war der glaube ich schon wieder Vergangenheit. Hätte mich aber interessiert wie der zweckentfremdet als Diafilm gewesen wäre. Ultrahochauflösend, farbsatt und haltbar, dafür empfindlich irgendwas zwischen 1 und 3...

    VG Oskar