Eure Zaubertricks für schwierige Negative?

  • Ich habe drei Probestreifen, drei Blatt Papier und ca. 20 Minuten gebraucht. Alles steckt schn in einem Briefumschlag und geht morgen auf die Reise. Schönes Bild! Es hat Freude gemacht, dies abzuziehen. Hier noch der Belichtunsgplan. Normalerweise schreibe ich das nicht auf.

  • Uwe, ich bin begeistert! :) Und auch neidisch... Da wird der Unterschied zwischen einem "alten Hasen" und einem eher "blutigen Anfänger" deutlich.

    Ein Traum, dass Du in nur 20 Minuten zu diesem Ergebnis gekommen bist. Für meine bisherigen Ergebnisse habe ich auch 20 gebraucht, aber Stunden ;)


    Danke für Deine Ausarbeitung!

  • Ich hatte mal ein ähnlich schwieriges Negativ, hier lag es am Schatten. Das Bild ist aus der schräg stehenden Abendsonne, hat einen tiefen Schatten, der von einem Gebäude verursacht wird, und es zeigte je nach Belichtung entweder die Partien drumrum oder den Schatten richtig. Ich habe über Jahre immer wieder versucht, das Motiv richtig herauszubekommen, aber alle Versuche schlugen fehl.


    Bis mir bei einer Probebelichtung auffiel, dass der Kontrast im Schattenbereich wesentlich flauer war als im normal belichteten Teil. Daraufhin habe ich das Bild ein bisschen so wie bei Splitgrade belichtet, also mit zwei verschiedenen Kontraststärken, allerdings mit Abwedeln des Restteils. Der Schattenbereich wirkt dadurch endlich "natürlich". Der Schatten brauchte Kontraststufe 4,5, der Rest war mit 2 gut bedient. Und es mussten natürlich unterschiedliche Belichtungszeiten her.


    Das ist alles ein bisschen mühsam, weil man das Papier irgendwie fixieren muss. Dann muss man zwischendrin den Mischkopf umstellen, die Belichtungszeit auf der Uhr neu einstellen usw. Aber es lohnt sich, für mich jedenfalls bei diesem Motiv und bei 50x60. Für 18x24 hätte ich mir die Mühe nicht gemacht.


    Ein anderes Bild (Blick eine kleine Landstraße runter, Wiesen links und rechts und unten eine Bucht mit zarten Wolken drüber) habe ich sogar drei verschiedene Areale auf dem Bild mit unterschiedlichem Kontrast belichtet, um Details hervorzuheben. Sonst wäre das Bild einfach nur flach und langweilig gewesen. So ist jetzt vorn der bröselige Asphalt ganz hart, die Wiesen normal und das Wasser etwas zu hell, also hell glänzend. Darüber die Wolken mit gaaanz weichem Filter gaaanz lange und in zarten Grauabstufungen.


    Grüße

    Rolf

  • > weil man das Papier irgendwie fixieren muss.


    Ich musste ja nun auch verstellen. Das Papier liegt bei mir in der Papierkassette so fest, das da eigentlich nichts verwackelt. Eine Schublade möchte ich nicht herausziehen, aber die Räder für die dichroitischen Filter, das geht schon.

    Das war nun 18x24, und es lohnt aus meiner Sicht dennoch. Ich mache ide Belichtungspläne immer auf kleinem Papier. Da verschlutze ich nicht so viel großes. Meist klappt es dort nach einem Probestreifen.

  • Genau, Uwe. Mein Beitrag war auch eher als Bestätigung gemeint.


    Was wir letztes Mal beim Online-Stammtisch diskutiert haben... ich habe noch keine Lösung für diese Bilder. Die sind entstanden, wo neulich so viel Schnee lag. Ein sonniger Tag, hin und wieder dünne Schleierwolken, aber meistens war das Licht ziemlich knackig. Meine bisherigen Abzüge waren aber eher flau bis trüb. Ich weiß nicht so recht, wie ich da rangehen soll. Daher versuche ich jetzt hier mal, euch das Problem zu schildern.


    Zunächst eine Kontrollaufnahme, die ich mit dem Handy gemacht habe, dann im Handy gleich in SW und mit dem Filter "Fein" versehen, das führt nochmal eine Gammakorrektur durch. Was dabei rauskommt, ist aber sehr ähnlich dem, was ich bei meinen Abzügen erwarten würde:


    IMG_20210327_224311.jpg


    Davon (ein paar Meter weiter, aber ungefähr selbe Zeit) meine Aufnahmen, eins ist 4,5x6 auf FP4+, das andere 6x7 auf Foma 100, abgezogen auf Foma 111.


    IMG_20210410_141644.jpg


    IMG_20210410_141707.jpg


    Lasst euch nicht täuschen, die sind noch viel flauer, als es hier scheint. Beim Abfotografieren korrigiert die Automatik schon wieder einiges. Ich habe mit verschiedenen Kontrasten gespielt, mir scheint aber ein simples Kontrast-Aufdrehen kontraproduktiv, weil dann viel Zeichnung in den Schatten und den Schneeflächen draufgeht.


    Was würdet ihr mir raten? Wie würdet ihr hier drangehen?


    Ich bin nachher in der Duka und könnte was ausprobieren, außerdem können wir das heute Abend im Online-Treff nochmal diskutieren.


    Grüße

    Rolf