Beratung günstige 6x6 Kamera

  • Moin in die Runde,


    Da ich noch einen ganzen Karton mit Rollfilmen habe überlege ich mir dafür eine günstige 6x6 Kamera zuzulegen. Folgende Stichpunkte fallen mir dazu ein:


    - keine Balgenkamera sondern so etwas wie eine Würfel oder mit Drehobjektiv (nennt man das so?) wie bei der Rolleiflex mit Einblick von oben

    - keine Kamera mit abnehmbaren Wechselobjektiven (will keine neue Linie im Schrank eröffnen, sondern soll einfach und kompakt sein)

    - Einsatz für hautsächlich Filme mit niedriger ISO

    - Einsatz hauptsächlich mit Stativ und abgeblendet (eine Top-Offenblende ist nicht zwingend nötig)

    - Auslösen mit Drahtauslöser

    - eingebauter Beli muss nicht sein, da ein externen Beli vorhanden ist

    - einfaches Einlegen und Transport der Rolle (klar, ist kein KB)

    - soll nix teures sein sondern eher gutes PL haben


    Spontan fällt mir dazu Yashica oder KIEW ein. Kenne mich aber in den Modellen nicht aus.


    Hintergrund zur Punkt 1.

    Ich habe hier eine AGFA ISOLETTE II, mit der ich schon einige Filme belichtet habe. Allerdings kam ich von der letzten Reise mit Lichteinfall auf den Negativen wieder. Ich weiß nicht einmal, ob es tatsächlich am Balgen liegt, aber irgendwo hat die AGFA einen Lichteinfall. Von Daher wünsche ich mir so etwas Ähnliches und Einfaches und günstiges, aber am liebsten eher ohne Balgen.


    Wer kennt sich da in Modellen der Yashica oder KIWEs aus und kann mir einen Tipp zu einem bestimmten Modell geben? Was gibt es noch für Modelle, die ich nicht kenne? Sollte es eine Kamera geben, die tatsächlich ein Standard-Wechselobjektiv beinhaltet, geht das auch noch, ich muss dieses ja nicht wechseln müssen. Allerdings möchte ich das Budget niedrig halten, da KB mein Hauptmedium ist.


    AHOI und Danke für eure Anregung und Tipps

    Stephan

  • Bei der Isolette ist es meist der Balgen. Nimm eine Taschenlampe, leuchte außen drauf, während Du innen reinschaust. Du wirst sehen, dass er ein paar Löcher hat. Es gibt Ersatz in UK.

    Ich hätte auch noch TLRs übrig und auch eine augenscheinlich dichte Isolette.

  • Die Yashicas haben eine hervorragende Optik, sind aber geradezu extrem streulichtempfindlich. Und wenn Du bei "einfach" an preiswert denkst, bist Du bei der Yashica falsch.


    Eine Kiev hatte ich noch nie aber einige andere Russinnen. Ein unverbasteltes Exemplar zu erwischen, war immer mehr oder weniger Glückssache. (Weil man die ja so leicht selbst reparieren kann - angeblich.)


    Die chinesischen Seagulls kommen Deinen Wünschen sicher näher. Die wurden auch von Quelle als Revue oder von Brenner als Big Twin verkauft und sind auf jeden Fall deutlich Jünger als alle anderen billigen 2-Äugigen.


    Auch wenn es eine Klappkamera ist, könnte ich auch die ebenfalls nicht so alte Seagull 203 empfehlen. Das ist eine Messsucherkamera also mit gekuppeltem Entfernungsmesser. Von Balgenproblemen habe ich bei der noch nicht gehört.


    Die undichten Balgen sind übrigens eine "Spezialität" von AGFA, weil die teilweise allzu billiges Material verwendet habe. Andere alte Falter sind da nicht so von betroffen, falls das der Hauptgrund für Deine Ablehnung von Faltern ist.

  • Lomo Lubitel.


    Die sind günstig zu erwerben. Allerdings steigen die Preise auch bei diesen Kameras.


    Die Lubitel ist sicherlich nicht für alle Aufnahmebereiche geeignet. Wenn man die Besonderheiten der Kamera kennt und mag, kann es sehr wohl reizvoll sein damit zu fotografieren.

  • Bei den Kievs fallen mir nur die Kiev 88/90 (Салют) und die Kiev 6C/60 ein. Erstere ist eine Kopie der Hasselblad und zweitere eine Kopie der Pentacon Six.


    Ich hatte beide Modelle und beide haben so ihre Probleme. Bei der Kiev 60 sind Filmtransport (überlappende Bilder) und Planlage sehr unbefriedigend, bei der Kiev 88 ist der Aufzugs- und Verschlussmechanismus eine Baustelle. Besser ist wohl eine TLR und wenn russisch, dann eine Lubitel-166.

  • Mhmm, das ist schwer zu benennen. Ich sehe circa 300,- € für eine Yashica MAT und circa 50,-€ für eine Voigtländer Brillant. Spontan würde ich die Brillant wählen, ohne mir genauer das Modell angeschaut zu haben. Die 50,-€ würde ich spontan locker machen, für eine Yashica müsste ich etwas in den Ring werfen und herum rechnen und überlegen. Aber ich denke über 200€ - 300€ sollte es nicht hinausgehen. Und... ich bin geduldig.


    Meine Isolette hatte ich mal für 15€ auf einem Flohmarkt geschossen. Das ist natürlich kein Maßstab.


    AHOI

    Stephan

  • Da wäre eine gewartete Flexaret wirklich eine Überlegung wert...


    VG

    Holger

    In der Preisliga ist eine Flexaret definitiv eine Überlegung wert. Ich hatte schon welche und momentan eine zum Wiederbeleben. Das Belar macht schöne Bilder und die Mechanik, wie eigentlich viele dieser Art fast nicht kaputt zu kriegen. Eine habe ich mir aufgehoben, mit 135-Flexkit und entsprechendem Sucher.

    Darauf folgen dann preislich auch die Rolleicord.

    Die Flexaret bewegt sich zwischen 70 und 100€. Rolleicord ab 100€. Ich hätte eine zweite Rolleicord IIb übrig, allerdings fehlt die Lupe.

  • Ich baue gerade eine Weltaflex des Großvaters meiner Frau wieder auf. Sie hat ein Meyer Trioplan, sonst meist ein Polylyt oder Meritar-Objektiv (soweit ich weiß alles dreilinsige Objektive). Der Spiegel wird ersetzt und alles gereinigt, die Mechanik tut es zum Glück noch. Die Kameras sind auch nicht teuer, brauchen aber oft einen neuen Spiegel. Zur Bildqualität kann ich erst in absehbarer Zeit etwas beitragen.


    Ansonsten kann ich die Flexarets auch empfehlen. Die sind nur dann doof, wenn man Filter braucht, weil die jüngeren ein eigenes Bajonett haben und die Filter meist schwer zu bekommen und dann auch teuer sind. Sonst sind sie aber sehr gute Kameras.


    Die Zeiss Ikoflexe sind, wenn sie noch funktionieren, auch sehr schöne Kameras.

  • Ich baue gerade eine Weltaflex des Großvaters meiner Frau wieder auf. Sie hat ein Meyer Trioplan, sonst meist ein Polylyt oder Meritar-Objektiv (soweit ich weiß alles dreilinsige Objektive). Der Spiegel wird ersetzt und alles gereinigt, die Mechanik tut es zum Glück noch. Die Kameras sind auch nicht teuer, brauchen aber oft einen neuen Spiegel. Zur Bildqualität kann ich erst in absehbarer Zeit etwas beitragen.

    Das wäre auch mein Vorschlag gewesen. Das Meyer Trioplan finde ich durchaus nicht schlecht - schöne zentrale Schärfe. Wer, wie ich, nicht unbedingt auf große Randschärfe versessen ist, kommt mit dieser einfachen und schönen Kamera gut zurecht, sofern er eine Lösung für den (leider trapezförmigen) Spiegel findet.


    Die Ikoflexen sind gut, werden aber mittlerweile auch recht hoch gehandelt, wenn sie denn in ordentlichem Zustand sein sollen. (Im veranschlagten Budget liegen sie aber allemal.)

  • Bei den Flexarets mit Bajonett sind auch die Streulichtblenden meist kein Schnäppchen... :(.

    Evtl. Filmtransportprobleme sind einfach zu beheben und die relativ dunkle Mattscheibe...entweder dran gewöhnen oder mal wechseln.

    Sonst aber eine wirklich schöne Kamera welche ich ab der V sehr empfehlen kann.


    VG

    Holger

  • Hallo Stephan,

    auch wenn es keine Balgenkamera werden soll, würde ich trotzdem eine Zeiss Ikon Nettar empfehlen,

    weil,

    -ich noch keine Nettar unter die Finger bekam, die Probleme seitens des Balgens hatte,

    -die Zeiss Ikons wohl die stabilsten Balgenkameras überhaupt sind,

    -das meistens verbaute Novar-Anastigmat 4,5 oder 6,3, wenn ordentlich justiert (-das man selbst machen kann-), auf Blende 11 abgeblendet hervorragende

    Leistung bringt, ausser eine gewisse Randunschärfe, die aber allen Dreilinsern, einschl. Trioplan, eigen ist,

    -Gewicht um die 600 Gramm

    -und nur eine Investition von ca. 20 bis 100 € erforderlich macht.

    -Filter-Anwendung ist allerdings schwierig.


    Ich habe selbst eine Nettar mit Novar 4,5 und eine Ikonta mit Tessar 3,5 und bin eigentlich enttäuscht darüber, dass die Tessar-Ikonta nur wenig mehr an Negativ-Qualität bringt (-natürlich abgeblendet auf mindestens Bl. 8-), aber gut 100 Gramm mehr auf die Waage bringt.

  • Puuhh ......... wieder so ein Thread, der mich froh sein lässt, dass ich meine Yashica Mat 124 G ,so Anfang der 1990er Jahre, für ca. DM 450,--

    ( was mir damals teuer vorkam) gekauft habe .

    Jetzt werden sie in der Bucht zwischen 250,-- bis 500,-- Euro angeboten und wohl auch verkauft.

    Ich habe in den knapp 30 Jahren ca. 200 Filme belichtet und sie funktioniert noch immer problemlos.

    Es scheppert schon mal etwas komisch beim Filmtransport, die Mattscheibe ist sicher keine Offenbarung, aber die Qualität der Negative

    ist o.k. .

    Verwundert bin ich , dass der eingebaute Beli immer noch funktioniert und fast identische Werte anzeigt wie mein externer Beli.

    Sicher ein gutes Stück was ich vererben werde.

    Ob sie die heutigen Preise wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.