Zweibadfixierung bei der Filmentwicklung

  • Da ich immer wieder - so wie in dem nachfolgenden Beitrag - von Zweibadfixierung lese, bin ich jetzt neugierig geworden …

    Wie macht Ihr das in der Praxis? Gut, der Name sagt es schon, das zwei Gebrauchslösungen Fixierer eingesetzt werden. Aber wie geht’s dann weiter? Die gebrauchte frische Lösung dient dann das nächste Mal als gebrauchte Lösung, oder wie läuft das ab?

  • Ich hatte immer 2 Bad-Fixage vorgenommen.


    Weil es hier um die Haltbarkeit des Negativs geht. Einen Abzug kann man reproduzieren. Aber ein Negativ....


    Ein überbeanspruchter Fixierer kann mit unter nicht mehr ganz seine Aufgabe erfüllen. Und dies merkt man Jahre später, wenn man genau dieses Negativ nochmals verwenden möchte.


    Es gehtvim Detail hier um den chemischen Prozess beim Fixieren. Ich müsste jetzt ein Buch raus kramen und daraus abschreiben.


    Praktisch ist das eine Flasche mehr im Schrank.

    Und einmal mehr umschütten. Quasi ein geringer Aufwand, dafür Sicherheit das dass Negativ hält.


    Natürlich bei frisch angemachten Fixierern ist das nicht notwendig. Nach dem 1. oder 2. Film sollte man es machen, wenn man die Fixage länger ausnutzen und aufheben möchte und einen höheren Filmdurchsatz hat.

    Ich nehme die Materie aller Welt in einer allgemeinen Zerstreuung an und mach daraus ein vollkommenes Chaos

  • Ich finde nach wie vor die alte Wollstein Kolumne dazu sehr hilfreich: https://www.fotografie-in-schw…umne/107-wollstein09.html


    Im Negativbereich führe ich Liste über meine Bäder. Spätestens nach 10 Filmen wird aus dem alten Fix II das neue Fix I. Fix II wird dann frisch angesetzt. Zudem habe ich Kaliumjodid zum testen da.

    Genauso mach(te)ich das auch, nur ohne Testdingsda. Ich ermittle die Ausnutzbarkeit des Fixierers rechnerisch.

    Ich nehme die Materie aller Welt in einer allgemeinen Zerstreuung an und mach daraus ein vollkommenes Chaos

  • Bei klassischen SW-Filmen mache ich nur eine einfache Fixage und gehe mit der Ausnutzung nicht ans Limit. Und bin damit bisher sehr gut gefahren: In meinem umfangreichen Negativ-Archiv (seit etwa 1980) ist trotz nicht immer maximal sorgfältiger Arbeit kein Film dabei, der unzureichend fixiert ist.

  • In meinem umfangreichen Negativ-Archiv (seit etwa 1980) ist trotz nicht immer maximal sorgfältiger Arbeit kein Film dabei, der unzureichend fixiert ist.

    Dito! Habe hier eine mittlere vierstellige Anzahl von Filmen, von denen kein einziger irgendein Problem diesbezüglich aufweist.


    Es ist natürlich überhaupt nichts gegen eine Zweibad-Fixage einzuwenden.

    Man sollte nur nicht den Eindruck entstehen lassen, daß es unabdingbar notwendig sei, also eine Einbad-Fixage grundsätzlich nicht wirklich seriös wäre.

  • Da danke ich doch mal ganz herzlich für die umfassende und fundierte Rückmeldung! Vielleicht mache ich es etwas anders als bisher, aber offensichtlich habe ich mich bei meiner Arbeit nicht auf dem Hohlweg bewegt. Das ist gut zu wissen.


    Den Hinweis auf die Flachkristallfilme finde ich auch sehr wertvoll (Danke auch hierfür!). Diese teilweise rosafarbene Verfärbung konnte ich bisweilen bei Ausgießen der Flüssigkeiten aus der Entwicklerdose schon erkennen. Bei diesen Filmen werde ich probeweise mal die Zweibadvariante einführen.


    Nebenbei gefragt - was ist diese rosane Farbe eigentlich? Für was ist sie ein Indiz? Das frage ich mich schon länger und war auch schon kurz davor diesbezüglich ein Thema dazu zu verfassen ….

  • Für mich bedeutet die Zweibadfixage einen kaum höheren Aufwand. Beim Papier finde ich den höheren Platzbedarf etwas lästig. Das Credo, so kurz wie nötig zu fixieren versuche ich immer umzusetzen.


    Die rosa Farbe ist meines Wissens ein Rückstand aus der Lichthofschicht. Die Farbe an sich ist weniger ein Problem, als eher ein Indikator, dass noch mehr gewässert werden kann. Ich wässere immer nach der Ilford Methode, habe aber vor dem 40x Kipp noch eine etwas längere Standzeit, in der ich die Filme im Wasser baden lasse. Da räume ich dann immer auf oder bereite mein Schlussbad vor. Erfahrungsgemäß ist neben der Agitation (und Temperatur) auch die Dauer der Wässerung ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis. Wenn ich nur kippe (10x, 20x, 30x, 40x) dann neige ich dazu immer schneller zu werden.

  • Hi,

    die rosa Färbung rührt von Sensibilisierungsfarbstoffen her. Sie sollte eigentlich mit der Schlusswässerung verschwunden sein. Kodak hat deswegen extra einen T-Max Fixierer angeboten mit dem das Problem gelöst sein soll. Wir hatten früher immer große Probleme wenn die Kollegen mit mit T-Max oder Delta Filmen anrückten, die Maschine aber auf die kurzen Fixierzeiten des Tri-X HP5 und so eingestellt war.


    Die Rosafärbung im Film macht Probleme bei der Vergrößerung durch ihre Dichte und ihren Einfluss auf die Gradation bei MG Vergrößerungen, sie sollte daher entfernt werden. Am einfachsten geht das mit Alkohol. Spiritus reicht, wenn man den Film danach noch mal kurz durchs Wasser schwenkt.


    Eine Zweibadfixage halte ich für Kappes. Die Idee dazu stammt aus der Zeit als es noch keine Prüfstreifen für den Silbergehalt von Fixierbädern gab und die Filme in Tieftanks verarbeitet wurden. Es ist einfach eine Zeitverschwendung und führt zu Pantscherei. Ich würde eher das Fixierbad jeweils mit 50ml frischem Fixierer pro Film regenerieren und den Silbergehalt öfter mal kontrollieren. Er sollte dabei nicht über 0,5 g/L liegen. Der Fixierer funktioniert auch mit höheren Werten, er wird aber unzuverlässig und es kommt dann sehr auf den Filmtyp an.


    Ich halte den Einsatz von saurem Fixierbad so wie er traditionell für S/W verwendet wird beim Einsatz für Film für überflüssig und schlicht zu teuer. Der C-41 Fixierer (NICHT Bleichfix) funktioniert mindestens genau so gut.


    Gruß Stefan