Kleiner Objektivdurchmesser bei zweiäugigen Kameras

  • Hallo zusammen!


    Kann mir jmd. erklären, warum die zweiäugigen Kameras (Rolleicord, Rolleiflex, Yashica, ...) mit einem verhältnismäßig kleinen Objektivdurchmesser auskommen?


    Das die Objektive einen 120er Film ausbelcihten müssen, finde ich es erstaunlich, dass sie viel kleienr sind als viele Objektive, die für Kleinbild konstruiert wurden und erst recht deutlich kleiner als vergleichbar Wechselobjektive an Mittelformatkameras (Hasselblad, Bronica, ...)


    Über sachdienliche Hinweise würde ich mich freuen!

  • Hallo,

    der Durchmesser eines Objektives sagt nichts über dessen Fähigkeit aus, ein bestimmtes Format auszuzeichnen. Von Rodenstock gab es ein 150 mm Rodagon das vom Durchmesser etwa der Optik einer Rollei 35 entsprach, Lichtstärke war, wenn ich es recht erinnere, 1;5,6.


    Die TLR Kameras haben meist eine Anfangslichtstärke von 1:3,5 etwa (Rolleiflex gab es auch mit 2,8) . Die Berechnung der Anfangslichtstärke wird mit dem Frontlinsendurchmesser durchgeführt, also Brennweite geteilt durch den Durchmesser. Ein Objektiv mit 50 mm Brennweite und 25 mm Frontlinse kommt so auf 1: 2 als Anfangsöffnung.


    Auf 80 mm Brennweite für 6x6 umgerechnet kommt man bei 3,5 als größte Öffnung auf einen Linsendurchmesser von 23 mm. Darum wirken die Objektive im Verhältnis relativ klein.


    Um bei 80 mm Brennweite eine wie bei Kleinbild durchaus übliche Anfangsöffnung von 1:2 zu erzielen, muss die Frontlinse schon 40 mm Durchmesser haben, machbar, aber bei den Maßen der TLR nicht praktikabel.


    Des weiteren wirken die Wechselobjektive der Hasselblad etwa nur so groß, weil jedes Objektiv seinen eigenen Verschluss mitbringt, die Linse selber ist gar nicht so groß.


    Ich hoffe ich konnte etwas helfen.

  • Die Objektive der TLRs sind meistens nicht besonders lichtstark, entsprechend kleiner können die Linsendurchmesser ausfallen. Da die Entfernungseinstellung in die Kamera integriert ist, entfällt der Schneckengang im Objektiv, einen Springblendenmechanismus braucht es auch nicht. Bei den wenigen TLRs mit Wechselobjektiven (Mamiya C) sind die Teleobjektive nicht sonderlich lichtstark. Ein 4,5/180mm ist deutlich schlanker als ein 2,8/180. WW-Objektive müssen nicht in Retrofokusbauweise gebaut werden, da es keinen Klappspiegel gibt. Zoomobjektie für TLRs hat es auch nie gegeben.

  • Hallo Forum,

    gute Frage von Alexander.

    Ich bin trotz der kleinen Objektivdurchmesser und den vergleichsweise eher geringen Lichtstärken begeistert von den schönen Aufnahmen die meine Yashica (nach meiner sicher bescheidenen Beurteilung) ermöglicht.

    Ich hab mehr Spaß an diesen Fotos als an denen die ich mit der D300 mache.

    Das liegt aber an der Art und Weise des Umganges mit einer Kamera.

    Die eine um des Fotografierens wegen, und die andere, um viele Fotos zu machen.