Was ist das für ein Fehler? Belichtung zwischen der Perfo?

  • Moin!

    Bei der letzten Entwicklung eines RPX25 in Tmax Entwickler habe ich am Anfang des Filmes merkwürdige Belichtungen zwischen den Perfolöchern. Das wird im Verlaufe des Films immer schwächer und auf dem zweiten 6er Streifen sieht man gar nichts mehr davon. Den Film hatte ich irgendwann mal im Dunkelsack getrennt und dann jetzt den verbliebenen Rest neu eingelegt und belichtet.

    Bis auf das erste Bild ist nur die Perfo betroffen. Ein zweiter Film, der in der gleichen Dose war, hat das Problem nicht.

    Entwickelt habe ich in der Patterson Dose, die erste Minute ständig bewegt, dann 10s/min.

    Ich frage mich nun: Lichtleck oder Entwicklungsfehler.

    Den Effekt, dass im Bereich der Perfo am Filmanfang Belichtungen auftreten kenne ich eigentlich nur von Tageslichtspulen beim Schmalfilm, wo beim Filmeinlegen Licht durch die Perfolöcher auf die darunter liegenden Perfostege fällt. Wie das hier passiert sein kann, ist mir schleierhaft…


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  • Sieht aus wie ein Lichteinfall beim Filmeinlegen.Der RPX 25 ist auf Polyesterträger gegossen,der gerne als Lichtleiter fungiert.Nur im Schatten einlegen.Eine andere Möglichkeit wäre eine defekte Filmpatrone (Dichtfilz).


    Grüße


    Herbert

  • Der Rollei Film ist auf einen klaren Träger gegossen und sehr empfindlich gegen Lichtlecks.


    Dabei kann es sich auch um die Patrone handeln, unvorsichtiges Laden oder um alte Lichtdichtungen an der Kamera handeln.


    Nach deiner Beschreibung würde ich auf ein Problem beim Laden und einer nicht ganz lichtdichten Patrone tippen.


    Aus der orginal Anleitung:

  • Dieses Problem tritt bei fast jeden Film auf, der auf ein klares Trägermaterial aufgegossen wurde. Genau so verhält sich auch mein Efke K100, man muss beim einspulen des Films (Meterware) in die Patrone aufpassen. Beim einlegen dieser Filme sollte der Hinweis, nur im Schatten einlegen beachtet werden.


    l.g. Hans

  • Guten Morgen!

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ich habe den Film tatsächlich ziemlich unvorsichtig eingeladen. Da ich nach dem Trennen im Dunkelsack vergessen hatte, einen Keil in das aus der Patrone herausragende Ende zu schneiden, musste ich beim Filmeinlegen im Urlaub eine Ecke vom Film abreißen, damit ich den Film in die Nikon einlegen konnte. Dabei musste ich etwas grob werden und habe auch nicht darauf geachtet, das im Schatten zu machen.


    Wieder was gelernt - und Glück gehabt, dass ich mir nur ein Bild versaut habe und ansonsten nur die Perforation betroffen war...


    Beste Grüße,

    Sebastian

  • Hallo,

    wie für viele Dinge, gibt es auch für diesen Effekt einen neu-deutschen Ausdruck: "light piping". Er beruht auf der Totalreflexion des Lichts, das in die Kante des Filmträgers eintritt, genau so wie bei der Glasfasertechnik. Man hat normale Schwarz-Weiss Aufnahmematerialien früher auf eine leicht grau eingefärbte Trägerfolie gegossen, man nannte das die grey-base. Hier wird das Licht gemäß dem Lambert-Beer'schen Gesetz proportional zur zurückgelegten Strecke bereits nach wenigen Millimetern soweit absorbiert, daß es keine Belichtung der Emulsion mehr bewirken kann. Bei den Dokumentenfilmen und ihren Polyesterträgern hat man darauf verzichtet, da sie meistens als Meterware verarbeitet wurden und man nicht unbedingt auf die ersten 20 cm Film angewiesen war.

    Auch die Emulsion selbst, also die Zwischenräume zwischen den Silberhalogenid-Kristallen, hat man manchmal mit einem Farbstoff eingefärbt, um die Lichtdiffusion innerhalb der Schicht durch Absorption zu reduzieren. Dieser Farbstoff löst sich währender Verarbeitung in den Chemiebädern (T-Max-Rosa). Auch die Rückgußschicht bei Rollfilmen, die das Krümmen bzw. Wölben reduzieren soll, non-curling Schicht genannt, wurde manchmal eingefärbt. Daher die verschiedensten Farb-Aha-Effekte bei der Verarbeitung.

    Viele Grüße, Jochen

  • Jochen Mühlemeier: Vielen Dank für die Erläuterung. Das erklärt dann auch, warum das um die Perforation herum so "aufblüht". Wahrscheinlich bricht sich das Licht an den Kanten der Perforation und belichtet die darunter liegenden Stege zwischen den Perforationslöchern, diffundiert dort weiter in die darunter liegende Wicklung, usw. - und darum (durch die Wicklung des Filmes) tritt der Effekt auch in Intervallen auf und wird von Schicht zu Schicht schwächer.


    Sehr interessant auch die weiteren Ausführungen von Dir - danke für die Erleuchtung - und den Sprachkurs ;)

    Es ist immer wieder erstaunlich, welch High-Tech Produkt solch ein Film doch ist...