Wartung einer Taxona VEB Zeiss Ikon

  • Hallo und Guten Abend an Alle,


    jetzt habe ich die Anleitung zur Wartung einer Taxona Kamera fertig. Die ist mir mal für ein paar Taler auf einem Flohmarkt über den Weg gelaufen. Ein erster Testfilm zeigte allerdings, dass der Transport sehr schwergängig war. Nach ein paar Jahren im Dornröschenschlaf habe ich sie nun wieder heraus gekramt und ihr eine kleine Kur angedeihen lassen. Die Kamera macht quadratische Bilder auf Kleinbildfilm (24x24mm). Ist sehr kompakt und ein richtiger Handschmeichler. Da ich als Neuling hier noch nicht weiß, ob man PDFs, Bilder etc. hier direkt hochladen kann, habe ich einen Download auf einer meiner Webseiten eingerichtet. Wen es also interessiert, der/die schaut hier: http://www.gp-images.de/analog/taxona.pdf

    Viel Grütze, Gerd

  • Hallo Gerd,

    Bilder kannst Du hier hochladen. Ich habe auch eine Taxona, die in einem recht guten Zustand ist. Transport ist bei meiner kein Problem, aber der Verschluss. Mindestens die langen Zeiten sind viel zu kurz. Ich hatte den geöffnet, aber zu mehr hatte ich mich nicht getraut. Heute kommt meine zweite Taxona an. Mal schauen, ob da der Verschluss besser läuft. Wenn da der Transport nicht geht, kann mir ja eine funktionierende zusammenbauen.

    Vom Kameraservice Ostkreuz habe ich aber die Auskunft, dass eine komplette Wartung und Instandsetzung etwa 60 Euro kostet, falls man sich nicht selbst traut.

    Ach und was den Drahtauslöser angeht: Da gab es einen Adapter für die Taxonas. Wenn ich Glück habe, ist bei der, die ich heute bekomme, einer dabei.

    Und vielen Dank für die Anleitung! Da habe ich gleich noch eine Frage: Bei mir scheint das Hemmwerk für die langen Zeiten nicht richtig zu gehen. Reicht Deiner Erfahrung nach da die Reinigung? Und mit welchem Kleber befestigst Du die Belederung?

  • Vielen Dank nochmal für die Anleitung. Die zweite Taxona ist nun da (die hat mich 9 Euro plus Versand gekostet). Zuerst hing der Verschluss, aber das war nicht viel, der läuft und auf allen Zeiten plausibel. Ein Anschlag für das Objektiv fehlte bei der, da habe ich das Schräubchen von der ersten (die ist wohl eine jüngere) an die zweite geschraubt und auch das Gewinde fürs Objektiv gesäubert.

    Offensichtlich gibt es verschiedene Bauversionen. Bei meiner bisherigen (nach der Seriennummer die jüngere) scheint die Objektivfassung aus Alu zu sein, jedenfalls ist das Objektiv bedeutend leichter als bei der älteren, da ist die Fassung offensichtlich (am Gewinde zu sehen) aus Messing. Beides sind Tessare.

    Dann hat eine ein Plastikrad zum Filmzurückspulen, die andere hat das aus Alu. Bei der einen ist die Vorrichtung für den Drahtauslöser montiert, bei der anderen nicht. Ich kann mal demnächst Bilder reinstellen. Ich habe auch so eine EXA-Spule. Die originalen sind bei allen beiden von mir weg. Vor der EXA-
    Spule habe ich mich mit einer normalen Spule aus einer Patrone beholfen. Da musste ich aber den Filmanfang immer zurechtknicken, was nicht so schön war.

  • Hallo Gerd,


    ich mag meine Taxona auch sehr (und auch quadratische Bilder!)!

    Danke für die Anleitung, meine läuft noch gut, aber vielleicht brauche ich sie irgendwann...


    Ich habe bei meiner den einen Dorn, auf dem die Filmpatrone läuft, abfeilen müssen, weil mir sonst schon mal ein Film gerissen ist.


    LG
    Heiko

  • Hallo Gerd, das ist ein Problem der früheren Taxonas. Die Patronen verkannten, weil sie keinen richtigen Halt auf dem Dorn haben. Und wenn dann der Film schräg läuft, reißt er an der Transportrolle, die ja auch noch ziemlich robust und aus Metall ist. Da habe ich Tipps gefunden, auf dem Dorn zB eine Mutter zu stecken.

  • Hallo Thomas, hallo Heiko, um mal mit dem Schluss anzufangen: Hatte gelesen, dass man bei den Taxonas mit Dorn eine M5 Mutter verwenden kann. Aber nie ausprobiert, weil die T. von mir ja diese ringförmige Führung für die Spule hat. Interessant, dass es einen Drahtauslöseradapter gibt. Was die Objektivführung angeht, ist die bei meiner aus Alu. Vielleicht lag es ja an der Materialknappheit in manchen Bereichen der DDR-Wirtschaft, dass man von Messing auf Alu umgestiegen ist. Könnte auch eine Erklärung für das Rückspulrädchen aus Kunststoff ist. Bilder würden mich interessieren. Für das Thema Belederung kleben habe ich noch keine Lösung. Wenn der alte Kleber Schellack ist, dann lässt er sich jedenfalls mit Alkohol nicht mehr entfernen. Härtet nach Jahren aus. So steht es jedenfalls in einem Handbuch zu Künstlermaterialien. Meine Idee war einen Kleber aus dem graphischen Gewerbe zu verwenden: Fixogum. Wurde früher, in vordigitalen Zeiten für Montagen (Druckvorlagen) verwendet. Einseitig aufgetragen lässt er sich wieder lösen. Werde mal berichten, ob das klappt. Eine Yashica LM44 wartet auch noch auf die Beklebung. Falls es mit Fixogum nicht klappt, probier ich dann Schellack.

    Schau mer maaaa. Herzlichen Gruß, Gerd

  • Ich mache demnächst mal ein paar Bilder von meinen beiden Taxonas. Ich nutze jetzt auch die Rückwand mit den tellerförmigen Spulenführungen (da stimmt dann die Seriennummer nicht mehr).

  • Hallo Thomas, hallo Heiko, um mal mit dem Schluss anzufangen: Hatte gelesen, dass man bei den Taxonas mit Dorn eine M5 Mutter verwenden kann. Aber nie ausprobiert, weil die T. von mir ja diese ringförmige Führung für die Spule hat. Interessant, dass es einen Drahtauslöseradapter gibt. Was die Objektivführung angeht, ist die bei meiner aus Alu. Vielleicht lag es ja an der Materialknappheit in manchen Bereichen der DDR-Wirtschaft, dass man von Messing auf Alu umgestiegen ist. Könnte auch eine Erklärung für das Rückspulrädchen aus Kunststoff ist. Bilder würden mich interessieren. Für das Thema Belederung kleben habe ich noch keine Lösung. Wenn der alte Kleber Schellack ist, dann lässt er sich jedenfalls mit Alkohol nicht mehr entfernen. Härtet nach Jahren aus. So steht es jedenfalls in einem Handbuch zu Künstlermaterialien. Meine Idee war einen Kleber aus dem graphischen Gewerbe zu verwenden: Fixogum. Wurde früher, in vordigitalen Zeiten für Montagen (Druckvorlagen) verwendet. Einseitig aufgetragen lässt er sich wieder lösen. Werde mal berichten, ob das klappt. Eine Yashica LM44 wartet auch noch auf

    die Beklebung. Falls es mit Fixogum nicht klappt, probier ich dann Schellack.

    Schau mer maaaa. Herzlichen Gruß, Gerd

    Schellack lässt sich immer mit Alkohol wieder lösen, auch nach hundert Jahren und mehr. Man kann den ja auch in Form von getrockneten Plättchen kaufen und dann in möglichst reinem Alkohol lösen. Das dauert halt eine ganze Weile.


    Schellack als Kleber kann ich mir nicht so Recht vorstellen. Braucht ewig, bis er trocknen würde und ist dann sehr hart und spröde.

  • Hallo Stefan,

    meine, dass Schellack mal hier im Forum genannt wurde, als es um das Thema Belederung kleben ging. Sozusagen als der Klassiker. Habe es selber nicht ausprobiert.Das Problem sind ja evtl. zu lösenden Schräubchen, die mit einem nicht mehr löslichen Kleber dann festgebackt sind. Was möglicherweise moderne Kleber ausschließt. Und ja, mag wohl eine Frage der Einwirkungszeit des Alkohols sein (wie bei Menschen auch ;-)), ob sich der Lack noch löst. HG gerd

  • Die Reversibilität von Klebungen wird überschätzt. Manchmal finden sich pragmatische Alternativen zur Lösung des Problems.


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    Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)

  • meine, dass Schellack mal hier im Forum genannt wurde, als es um das Thema Belederung kleben ging. [...]

    Geeigneter Kleber zur Befestigung der Kamerabelederung/ -bekunststoffung


    [...] Schellack als Kleber kann ich mir nicht so Recht vorstellen. [...]

    Schellack, Alkohol + Wärme.


    Frage doch 'mal die Restaurateure {dt. Restauratoren} im Museum! An und für sich müssten die beim Stichwort Schellack schnell in den Dissertationsmodus übergehen *green* !

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    Altes bewahren - Neues prüfen

  • Geeigneter Kleber zur Befestigung der Kamerabelederung/ -bekunststoffung


    Schellack, Alkohol + Wärme.


    Frage doch 'mal die Restaurateure im Museum! An und für sich müssten die beim Stichwort Schellack schnell in den Dissertationsmodus übergehen *green* !


    Wenn ich meine Kollegen "Restaurateure" nenne, bekomme ich sicher irgendwas hartes an den Kopf geworfen, sind doch keine Kneipenwirte.😄


    Ich habe selbst lange Biedermeiermöbel restauriert und kann auch ganz gut Handpolitiuren mit Ballen und Schellack ausführen. Ich habe dann anhand der letzten Diskussion tatsächlich noch zwei Kollegen gefragt. Dass man Schellack als Klebstoff nehmen könnte, erschien keinem plausibel.