AGO Filmprocessor

  • Hallo vielleicht interessiert ja jemand hier der neue AGO Filmprozessor.

    Ich habe diesen von der Firma zugeschickt bekommen (unentgeldlich) und habe versucht ihn im Video vorzustellen.



    Hier geht es zum Video:

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  • Die aktuellen Programme die meine Beta Version kann habe ich ja gezeigt.


    Im Grunde geht da alles was man will.


    Wenn die Serie auf dem Markt ist, sollen bis zu 10 Schritte pro Prozess möglich sein und vermutlich 50 Programmplätze für unterschiedliche Prozesse möglich sein.

    So meine Info vom Entwickler.

  • Das Gerät scheint interessant zu sein. Persönlich habe ich folgende "Kritikpunkte" und Anregungen.
    Web App ist für mich ein absolutes no go. Ich gebe selbst mit einen Partner Software heraus und die Möglichkeiten von (legalen) Big Brother Möglichkeiten bei Web Applicationen sind einfach zu groß um so etwas zu verwenden. Web apps haben auch die sonderbare Eigenschaft irgendwann zu Abo Modellen zu werden. Vorteil ist von der Dev Seite her, dass keine vollständigen SW für verschiedene Betriebssysteme kompiliert werden muss. So viel zur Kritik.

    Die Anpassung für verschiedene Entwicklerdosen könnte man meiner Meinung nach ziemlich einfach erreichen in dem man den Hinterteil anstatt mit einer starren Öffnung mit einer verstellbaren Öffnung versieht. Für den Kopf der Achse kann man mit verschiedenen, auswechselbaren Köpfen arbeiten um die richtige Länge zu erreichen. Das lässt auch die Möglichkeit sich dann selbst Köpfe für ungewöhnliche Dosen zu machen.

    Andreas

  • Sorry, auch wenn der Autor hier mit liest:

    mir ist da viel zu viel an Gerede drumherum dabei, mehr als 5 Minuten halte ich da nicht aus, sicher keine halbe Stunde.


    Und was soll bei der Vorstellung eines Rotationsteils eine Leica M daneben - auch nur Showanteil.


    Danke für den Hinweis.

  • Ob da ein Abo geplant ist oder nicht kann ich natürlich nicht ausschließen, bin ja nicht der Entwickler.

    Aus meinen Gesprächen mit ihm hat er nichts derartiges angedeutet.

    Stelle mir das nur komisch vor.

    Im Normalfall habe ich ja den ein oder anderen Prozess einprogrammiert und gut ist.


    Zu anderen Tanks:

    Ich hatte das bei ihm auch angemerkt und er sagte die Lichtdichtigkeit ist bei den Paterson wohl am besten gegeben.

    Man muss ja seinen Patersontank leicht manipulieren (3Löcher bohren).

    Und das Problem was er auch zu lösen hatte war ja das zB der Jobo innen keine Möglichkeit bietet von aussen die Filmspule zu drehen.


    Aber ein Tüftler kann sich da bestimmt verausgaben.


    Ich freue mich einfach das es noch Menschen gibt die für analoge Fotografie sich neue Dinge einfallen lassen und entwickeln

  • Die Paterson-Dosen sind ziemlich weit verbreitet, sie sind relativ günstig, und es gibt sie in verschiedenen Größen. Von jeher bieten sie auch die Möglichkeit, mit einem Drehstab die Dose zu drehen, aber eigentlich ist das nur für die Vertikale gedacht, weil ja sonst die Dose ausläuft.


    Arno hat hier einen Auffangbehälter vor die Dose gesetzt und einen Motor integriert, so dass das Drehen in der Horizontalen funktioniert. Die zweite Idee war, für Farbprozesse die Temperatur zu messen und die Entwicklungszeit im laufenden Betrieb entsprechend anzupassen. Die paar Testberichte von Fotografen, die es auf seiner Website gibt, bestätigen, dass das Konzept aufgeht.


    Bisher hat er die Gehäuse für seinen AGO selber produziert und die Elektronik eingebaut. Wenn er Stückzahlen verkaufen will, braucht er Spritzgussformen, und momentan sammelt er Geld für eine Serienproduktion auf IndieGogo. Im Gegensatz zu manch anderem Projekt, wo man noch bei der Ideenfindung ist, gibt es hier funktionierende Maschinen einer Nullserie und einen bestehenden Workflow, so dass ich eigentlich der Meinung bin, dass das was werden wird.


    Grüße

    Rolf

  • Ich denke auch, dass das was werden wird. Ein gutes Beispiel für Anwendungsintelligenz. Ohne etwas neues zu erfinden hat er die Intelligenz bekannte Elemente und Faktoren, die bisher getrennt angewendet wurden, zu verknüpfen und dadurch eine Vereinfachung des Ablaufs verbunden mit einer Verbesserung erreicht. Entwickeln im Rollen = bekannt. Berechnung der Zeitanpassung an Temperatur durch Potenzfaktor = bekannt. Dank Informatik ganz einfach zu verbinden und zu automatisieren. Nur die Idee das zu machen muss man erst mal haben.

    Obwohl ein Freund der Kippentwicklung, stehen die Chancen, dass so ein Ding bei mir landen wird, bei 99%.

  • Übrigens gerade noch einmal nachgelesen: Das Webinterface soll ein Webinterface des Prozessors werden, das man über WLAN vom PC oder Handy oder wasauchimmer aus erreichen kann. Also ich denke, nicht, wie oben befürchtet, so ein chinabasiertes Irgendwoserver-Tool. (Wobei - soweit ich mich erinnere, macht er das mit einem Arduino... Ob der das könnte? Ich kenne den Arduino nicht.)


    Das ist aber erst ab 130.000,-- Euro möglich, wie auf der IndieGoGo-Seite steht. Klar, er lässt das alles programmieren von jemandem in Indien, der will ja auch dafür bezahlt werden...


    Grüße

    Rolf

  • Arduino sollte dafür reichen. Es geht nicht um hochkomplizierte Rechenvorgänge die extreme Anforderungen stellen. Ein Tool um das am Computer zu machen und dann auf Arduino zu übertragen ist auch keine Hexerei. Einache Kabelschnittstelle reicht aus und entspricht Industriestandards. Würde mich wundern, wenn eine im Prinzip sehr einfache Programmierung nach Indien ausgelagert wird. Mehr Kopfzerbrechen als Nutzen garantiert.
    Durch Eingabe der vom Hersteller des Entwicklers genannten Temperatur - Zeit Paarungen wird der Potenzfaktor errechnet, dieser wird dann auf die Arduino übertragen. Detto mit Fixierer und so weiter. Hinzu kommt dann der Faktor "Wiedervewendung", bei C41 2% pro Film.

    Andreas

  • Der AGO Prozessor könnte ein interessantes Gerät werden, sehr kompakt und funktional designt.


    Allerdings würde ich für soviel Geld vermutlich eher nach einer gebrauchten Jobo Maschine Ausschau halten.


    Oder aber - falls man wirklich zu faul ist zum selbst drehen - einen universellen Motorroller suchen, der übernimmt wie der AGO auch nur die Bewegung - das Einfüllen, Ausgießen, Temperatur und Zeit kontrollieren mus man selbst. Sowas sollte unter 100€ kosten denke ich.

    Für die Berechnung der Zeit bei anderen Tenperaturen brauche ich einen Zettel, der wäre auch gleich Display unf Speicher...


    In dem Zusammenhang: Leider werden die Jobos wohl nie mehr so billig wie noch vor einigen Jahren, weil eine fabrikneue so teuer ist...

    Gibts eigentlich gar kein Modell mehr, das vollautomatisch arbeitet, aber für den kleinen Umsatz gebaut ist? Sowas wie die Jobo ATL oder die Filmetta?

  • Ja, das kann man natürlich auch alles manuell machen, aber dann braucht man überhaupt keine weiteren Hilfsmittel als die Dose, vielleicht noch einen Rollenbock. Es gibt ja auch genug Leute, die die Dose im Wasserbad drehen. Und dann hat man meist doch wieder ein Hilfsmittel für das Aufwärmen dabei, meist einen Sous-Vide-Stick. Dann braucht man wenigstens nicht die Zeiten anzupassen, wie hier beim AGO.


    Aber dann steht man eben die ganze Zeit da und rechnet, kontrolliert, dreht und dreht usw.


    Ich habe ja auch eine Jobomaschine, sogar eine ganz große, wo auch Riesenformate Papier mit gehen. Ist halt alles eine Frage des Aufwands, den man beim Entwickeln treiben will. Da es bei mir nicht so häufig anfällt, lasse ich auch das Mantelbad nicht in der Maschine, also jedes Mal nicht nur füllen und aufwärmen, sondern auch ablassen und Rest rausschütten und Maschine wegstellen... Sind zwar nur 10 Minuten, aber eben 10 Minuten. Je umständlicher das wird, umso ungerner macht man das und letztlich auch seltener.


    Ich kenne mich aber auch und weiß, wenn ich mehrere Entwicklungen hintereinander mache, verschlunze ich irgendwann einen Schritt. Entweder vergesse ich, rechtzeitig auszuschütten, oder ich weiß nicht mehr, ob ich schon hier... oder da... ihr wisst, was ich meine. Beim ersten Durchlauf läuft alles perfekt, beim zweiten denkt man schon nicht mehr darüber nach, beim dritten geht irgendwas schief.


    Deshalb habe ich mir ein Programm geschrieben, das auf einem Monitor an der Wand über der Arbeitsfläche läuft, mit einer riesigen Stoppuhr, mit lauten Wecktönen, das mich rechtzeitig ans Ausgießen und Nachfüllen usw. erinnert, und wo ich immer genau sehe, wo der Entwicklungsvorgang gerade ist. Bei C41 oder RA4 sind die Zeiten ja recht kurz, da hat man nicht viel Zeit, zwischendurch was anderes zu machen. Bei SW-Filmen mit Kipp (ohne Maschine) hab ich aber früher regelmäßig irgendwann nach Minute 5 die neue Minute verpasst, wo wieder gekippt werden muss. Seit ich mein Programm einsetze, passiert das nicht mehr.


    Nichts anderes tut der Timer an der AGO-Maschine, er ningelt, wenn die Chemie gewechselt werden muss, man sieht, wo man gerade ist, und der Motor bewegt den Film. Das wirklich besondere Feature dabei ist die laufende Temperaturüberwachung der sich langsam abkühlenden Chemie (wie würde man das sonst hinkriegen, gibt es Dosen mit Thermometer?) und Anpassung der Entwicklungszeit, so dass man mit einem simplen Wasserbad zum Vorwärmen der Chemie auskommt.


    Wie in dem Video gezeigt, wird der Aufwand zum Entwickeln dadurch wirklich geringer, und man kann eigentlich auch nicht mehr viel verkehrt machen. Hinzu kommt, dass alles Zubehör bei Jobo sehr teuer ist (gebraucht vielleicht nicht, aber dann muss man auch ein Angebot finden, wenn man es gerade braucht). Paterson-Dosen sind günstiger, die Spulen sind leichter zu handhaben, es gibt auch die AP-Spulen, die noch leichter zu handhaben sind. Wer noch keine Jobo hat und vor der Wahl steht, ob diese oder jene Maschine, für den ist das eine echte Alternative.


    Grüße

    Rolf

  • Also ich werden meine Entwicklerdosen weiter von Hand drehen oder ich baue mir endlich eine mega einfache Vorrichtung in der Entwicklerdosen, egal von welchem Hersteller links und rechts abwechselt gedreht werden. Mehr braucht es für mich nicht. (nur B&W Verarbeiter)

    Unsere Ruinen werden nicht so schön sein wie die vergangener Kulturen