Kokel- und Schmorstellen an Stromversorgung des Vergrößerers

  • Frage an die Elektriker:


    Es begann damit, dass mein Kaiser V Vergrößerer Helligkeitsschwankungen hatte. Ein Tausch von Lampe, Sockel und Kabelzuführung brachte kurzzeitig Abhilfe. Dann ist jedoch der Stecker der 12V Leitung mit dem Netzteil verschmolzen und die Helligkeitsschwankungen waren wieder da. Das Original Kaiser Netzteil habe ich dann entsorgt und auf den Hinweis von Christof Gobbers hin mit einem elektronischen Schaltnetzteil ersetzt, das ich in ein Gehäuse eingebaut habe. Das hat relativ lange gut funktioniert, bis es neulich in der Duka etwas sonderbar roch und irgendwann die Lampe ausging.

    Lampe und Kabelzuführung im Vergrößerer machten aber einen guten Eindruck. Ich habe dann an der Kabelklemme die Spannung gemessen, die bei 12V lag. Sobald ich die Lampe wieder in den Sockel gesteckt habe, fiel die Spannung auf 0V.

    Ich habe dann das Netzteilgehäuse geöffnet und festgestellt, dass die Plastikabdeckung über den Kontakten und das Kabel am Pluspol verschmort waren.


    Das Netzteil bringt eigentlich eine Leistung von 150W - Das Leuchtmittel hat 100W.

    Sollte je eigentlich ausreichen, aber irgendwie scheint das häufige ein- und ausschalten des Vergrößerers sowie die hohe Stromstärke immer zu Hitzeproblemen zu führen.


    Hat jemand ähnliche Probleme und eine Lösung gefunden?

    Gibt es hier im Forum versierte Elektriker, die mir die Hintergründe und eventuelle Lösungen erläutern können?


    Beste Grüße,

    Sebastian

  • Bei meinem Omega (Chromega, der Farbkopf) habe ich ein ähnliches Problem, nur [noch] nicht so krass. Das Netzteil hat einen 5-poligen Spezialstecker von Hirschmann, der auch an einem Pol angekokelt ist. Hin und wieder, und meistens öfter, kommt es zu kurzen Helligkeitsschwankungen, und man hört dann auch ganz leise etwas im Stecker.


    Man kriegt diesen Stecker bei Conrad, aber ich hab überlegt, ob ich was robusteres nehme, vielleicht zwei getrennte. Evtl. was XLR-mäßiges oder gar keine Sonderlösung, sondern eher sowas in Richtung Gerätekabel wie beim PC zum Beispiel. Dann müsste ich die Sachen zwar getrennt rausführen, aber die Stecker sind für höhere Ströme ausgelegt.


    Grüße

    Rolf

  • Vermutlich hast du den Fehler bereits gefunden.

    Wenn es zu Erwärmungen oder zum Verschmoren kommt, deutet das auf hohe / erhöhte Übergangswiderstände hin, diese ergeben sich z.B. durch lose Klemmverbindungen oder auch "kalte" Lötstellen. Ausgehend von einer Lampenleistung von 100W und einer Spannung von 12 V plus diverse Übergangswiderstände am Lampensockel und anderen Klemmstellen kann da ein Strom von 9A fließen. Wenn du am Netzteil oder einem anderen Bauteil eine lose Klemmstelle hast, kann der Strom deutlich ansteigen.


    grüsse uwe

  • Hallo Sebastian,

    bitte mach mal ein Foto von der Schmorstelle. Da fließen gute 8 Ampere, und das sollte eigentlich kein Problem sein, wenn der Leiterquerschnitt ausreichend dimensioniert ist und die Schraubklemme sorgfältig angezogen wurde. Übergangswiderstände entstehen an einer Schraubklemme vor allem dann, wenn von einer Litze nicht alle Leiter unter der Klemme sitzen. Hast du Aderendhülsen verwendet, oder hast du die Litze verdrillt oder verzinnt (verlötet)?

  • Bei meinem Omega (Chromega, der Farbkopf) habe ich ein ähnliches Problem, nur [noch] nicht so krass. Das Netzteil hat einen 5-poligen Spezialstecker von Hirschmann, der auch an einem Pol angekokelt ist. Hin und wieder, und meistens öfter, kommt es zu kurzen Helligkeitsschwankungen, und man hört dann auch ganz leise etwas im Stecker.

    ....


    Grüße

    Rolf

    An deiner Stelle würde ich den Stecker austauschen, wenn bereits ein Pol "angekokelt" ist - siehe meinen vorherigen Beitrag.


    grüsse uwe

  • Besser als ein neuer Stecker ist eine feste Verbindung ganz ohne Stecker. Niedervolt-Steckverbinder, die für Ströme bis 10 A ausgelegt sind, sind nicht leicht zu beschaffen und teuer.

  • Häufiges Schalten bei großer Stromstärke kann tatsächlich den Schalter zerstören, weil es immer wieder einen Funkenabriss gibt. Das führt zu Oxidation und höherem Widerstand, was den Prozess beschleunigt. Ich hatte das bei einem Staubsauger und bei einem 3D-Drucker, aber auch bei einer Wohnzimmerlampe.
    Stecker sind ebenfalls kritische Stellen. Auch Schraubklemmen. Selbst verzinnen ist eventuell problematisch. Meist werden jetzt Kabelendhülsen genommen.

  • Hallo,

    die Lampe ist doch sicher eine Stiftsockellampe. Die Stift-Kontakte der Lampe korrodieren mit der Zeit in der Steckfassung aus Keramik. Diese Fassungen sind Verschleißteile und führen erst zu Flackern und Geräuschen und dann verschmort es immer stärker. Wichtig ist, die Silikon-isolierten Zuleitungen dürfen nicht gekürzt werden, da sie auch zur Wärmeabfuhr dienen.

    Jochen

  • Selbst verzinnen ist eventuell problematisch. Meist werden jetzt Kabelendhülsen genommen.

    Eine verzinnte Litze unter einer Schraubklemme führt unweigerlich zu Problemen, weil das Zinn nachgibt und ein Übergangswiderstand entsteht. Aus gutem Grund ist das Verzinnen bei der Montage von Schukosteckern verboten. Aderendhülsen sind Pflicht, nur hat die kaum ein Privatmann.

  • Hallo Sebastian,

    bitte mach mal ein Foto von der Schmorstelle. Da fließen gute 8 Ampere, und das sollte eigentlich kein Problem sein, wenn der Leiterquerschnitt ausreichend dimensioniert ist und die Schraubklemme sorgfältig angezogen wurde. Übergangswiderstände entstehen an einer Schraubklemme vor allem dann, wenn von einer Litze nicht alle Leiter unter der Klemme sitzen. Hast du Aderendhülsen verwendet, oder hast du die Litze verdrillt oder verzinnt (verlötet)?

    Aderendhülse wäre in der Tat die richtige Lösung, um Litze zu klemmen, löten die schlechteste. Verdrillen und klemmen geht, wenn die Klemmung eine Führung hat.

    Bei höheren Übergangswiderständen kann an so einer Klemmstelle signifikant Wärme entstehen (0,1 Ohm ergeben bei 9A schon 8 W Leistung nur am Kontakt).

  • Ich würde alle Verbindungen überprüfen bzw. neu machen. Was hohe Übergangswiderstände bewirken können, hatten wir in unserer Kirche. Dort hatten sich im Hauptanschlusskasten im Laufe der Jahre die Verschraubungen der Kabel, die vom Versorger kommen, leicht gelockert. Mit dem Ergebnis, dass die Kabel (könnten 6 qmm Querschnitt sein) bei höherer Last (das hieß bei uns: wenn alle Glocken geläutet werden und der Orgelmotor läuft und die Heizung an ist, die über ein großes Gebläse verfügt) rotglühend waren. Die Isolierung war über fast 20cm weggeschmort. Ein Glück, dass wir den Kasten mal geöffnet hatten. Wir wunderten uns nur über den Geruch.

  • Dieses lockern verstärkt sich allmählich, nämlich durch Kälte und Wärme.

    Bei uns zu Hause wird regelmäßig von Fachleuten der Übergangswiderstand in Steckdosen geprüft. Zwei wurden ausgetauscht und Verschraubungen durch Klemmverbindungen ersetzt.

  • Schade, Sebastian Bock, dass Du das originale Netzteil entsorgt hast. Es war sicherlich ein "Kupfergrab", also ein Netzteil mit einem ehrlichen, sprich supersoliden, klassischen Trafo drinnen. Solche Teile muß man heutzutage hüten wie seinen Augapfel!

    Warum dessen Steckverbinder des Niedervoltausgangs geschmolzen war, ist ja bereits bestens beschrieben worden, das NT selbst war sehr wahrscheinlich heile.

    Gerade die Chinesen haben bei Schaltnetzteilen für mitteleuropäische Elektroniker unglaubliche Erfolge bei der Erhöhung der Frühsterblichkeitsrate erzielt.

    Da du nun bereits am Schaltnetzteil - Tropf hängst, empfehle ich Dir, dich nach einem Teil aus deutscher oder japanischer Produktion umzuschauen. Am besten beim Bürklin, einem Distributor für professionelle Entwickler und Fabrikation.

    Und sei willens, mindestens das 4- bis 5fache des üblichen, "günstigen" Preises zu investieren. Dann kann man auch mit einem Schaltnetzteil glücklich werden.

    "Digital is made to forget, analogue is made to remember!"
    [Robert Polidori, kanadischer Fotograf, zitiert von Gerhard Steidl in der Süddeutschen Zeitung]

  • Das Bessere ist der natürlich Feind des Guten. Schaltnetzteile sind erst mal kein Makel, sie bauen kleiner und haben deutlich weniger Verlustleistung als „klassische“ Netzteile, werden also weniger warm. Chinesische Herstellung ist erst mal kein Nachteil, von da kommen auch viele „europäische“ Netzteile 😉

    Man sollte generell von renommierten Verkäufern kaufen.