Beiträge von Jochen Schmitt

    Dort wo das Nachbelichten/Abwedeln nicht praktikabel ist (z.B. komplexer Bildaufbau) oder zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, ist der goldene Weg das Herstellen einer sogenannten Unschärfemaske. Das ist ein vom Negativ per Kontaktverfahren auf Film gezogenes sehr dünnes/weiches/leicht diffuses Positiv, das anschließend im Sandwich mit dem Negativ vergrößert wird. Das Verfahren ist aufwändig und setzt Bereitschaft zum Experimentieren und eine gewisse Einarbeitungszeit voraus. Idealerweise nutzt man dabei zur korrekten Positionierung des Sandwichs irgendeine Form von Registrierung, zumindest ab Mittelformat geht es aber nach meiner Erfahrung notfalls auch ohne. Beschrieben z.B. in Cteins Buch "Post Exposure", was vom Autor kostenlos als PDF im Netz zur Verfügung gestellt wird. R. Lambrecht/"Way Beyond Monochrome" müsste auch einen Abschnitt darüber haben.

    "Tube is loaded with film and ready for processing. Determine the best

    time by calibrating the tube. See Process Control and Adjustment. Do
    not immerse the film in a warm water pre-soak.
    Warm-up step is
    done by warming the outside of the tube with hot air or in a
    tempered water bath."

    Kodak Veröffentlichung Z-131, Abschnitt "USING ROTARY-TUBE PROCESSORS", S. 3-6

    (Hervorhebungen im Original)


    Mal als Denkanstoß: Wenn bei jeder Vorwässerung und Entwicklung nur jeweils 10 ml Wasser in der Dose zurückbleiben (das sind bei der Jobo 15xx-Serie nach meiner Erfahrung die Werte, mit denen man rechnen muss), dann hast du nach 10 Durchgängen (etwas vereinfacht gerechnet) 100 ml deiner 500 ml Entwickler durch Wasser ersetzt (und 100 ml deines Bleichbads durch Entwickler, falls du nicht stoppst oder zwischenwässerst).



    Folgendes:

    Vorwässern und Wiederverwendung geht nicht zusammen. Die Jobo-Dosen lassen immer eine gewisse Restmenge in der Dose, außerdem saugt sich der Film ja mit Wasser voll. Du verdünnst dir also mit jedem Durchgang den Entwickler weiter und die verfügbare Gesamtmenge nimmt auch immer weiter ab!


    Generell würde ich dir vom Vorwässern abraten. Nach meiner persönlichen Erfahrung schafft es mehr Probleme, als es löst.


    Du schreibst nicht, ob du einen Lift verwendest.

    Falls du manuell leerst und befüllst, solltest du nach meiner Erfahrung ein Stoppbad in Erwägung ziehen. Hat bei mir die Fehlerzahl ggü kein Stoppbad deutlich reduziert.


    Ich würde die Kapazitätsangaben von Compard mal halbieren und schauen, dass nicht zu viel Zeit zwischen den Entwicklungsdurchgängen vergeht (da Rotationsentwicklung zu einer starken Oxidation führt). Am besten Filme sammeln und am gleichen Tag in mehreren Durchgängen hintereinander entwickeln. Und eine größere Dose nehmen, denn die Einzelentwicklung in der Mini-Dose verstärkt natürlich die ganze Problematik (Verdünnung, s.o,) noch!

    Na ja, neun Filme in 500 ml Ansatz (ohne Verlängerungsfaktor!) ist natürlich auch schon mehr als grenzwertig, wenn man sich mal die Angaben von Kodak zur Rotationsentwicklung bei C41 anschaut. Da ist von 3-4 Filmen pro Liter (!) die Rede und bei Rotationsprozessoren wird davon abgeraten, den Entwickler überhaupt wiederzuverwenden. Die irrwitzigen Kapazitäts-Behauptungen, die Compard da macht (12 bis 20 Filme pro Liter), sind sicherlich nur mit deutlichen Abstrichen bei der Qualität realisierbar. Die Compard-Chemie enthält auch nicht mehr aktive Entwicklersubstanz als die Origianlchemie (sonst müssten die Verarbeitungszeiten andere sein).

    2 Monate alter Entwickler?

    Der muß doch schwarz wie Tusche sein! Also der Entwickler ist ziemlich sicher komplett erschöpft.

    Weder muss zwei Monate alter Entwickler notwendigerweise schwarz sein, noch muss schwarzer Entwickler notwendigerweise komplett erschöpft sein. Es kommt ganz auf die Lagerung bzw. ggf auch Regenerierung an.


    Allerdings stimme ich zu, der Verdacht ist erst mal da, dass die Suppe am Ende ist bzw. sein könnte. Rotationsentwicklung ist ziemlich hart für den Entwickler und die Frage ist, in welcher Ansatzmenge wurden die neun Filme entwickelt. In einem halben Liter? Oder in fünf Litern?


    Manchmal sind aber auch schon länger latente Fehler im System (falsche Bewegung etc.), die nur bei bestimmten Motiven/Bildern plötzlich besonders deutlich sichtbar werden.


    Vielleicht kann der Waldemar mal etwas mehr Details zu seinem Prozess schreiben. Also, Chemie, Ansatzmenge, wurde regeneriert, Verarbeitungstemperatur, wurde vorgewärmt, gab es ein Stoppbad usw. usf.

    Hi,

    nach meiner Erfahrung deuteten solche von der Perforation ausgehenden Fahnen auf verbrauchten Fixierer hin.


    Gruß Stefan

    Auch das ist denkbar.


    Ein Foto eines kompletten Negativstreifens mit der Smartphone-Kamera würde auf einen Blick sehr viele Fragen beantworten, z.B. auch diese.


    Es sollte eigentlich naheliegend sein, dass man Probleme der Belichtung oder Entwicklung des Negativs vernünftigerweise anhand eines Bildes des Negativs diskutiert.


    Vielleicht schafft es der Fragesteller ja doch noch mal, ein solches Bild des kompletten Negativs bzw. eines ganzen Streifens inkl. Perforation einzustellen.

    Bei einem Messsucher-Weitwinkelobjektiv braucht man sich übers >Boke< eigentlich keine Gedanken machen.


    Hatte das Summicron 35 IV eine Weile. Es hat damals (vor ca. 10 Jahren) 900 Euro gebraucht gekostet. Auch das ist schon ein stolzer Preis. Immerhin, es ist für ein sphärisches WW-Objektiv wirklich recht scharf, bei Offenblende auch über einen erstaunlich weiten Bildkreis, nur die Ecken verschmieren. 2-3 Stufen abgeblendet ist es von Ecke zu Ecke scharf. Ich rede von SW- bzw. Diafilm. Digital kann es immer anders aussehen. Und natürlich darf man das nicht so direkt mit der Abbildungsleistung eines Summicron 50 vergleichen. Weitwinkel ist einfach anders und da haben asphärische Objektive schon erhebliche Vorteile.


    Interessantere lichtstarke 35er für Leica-M (aus eigener Anschauung)


    - das sphärische Summilux, das ich mal leihweise von einem Freund hatte wegen der Kombination aus dem sehr "verträumten" Bildeindruck durch die ausgeprägten sphärischen Aberrationen bei Offenblende und der Rattenschärfe bei Blende 5,6-8.


    - trotz diverser technischer Schwächen (z.B. ausgeprägte Bildfeldwölbung und Verzeichnung) das Feuchtländer Nokton 1,4/35, mit dem mein Freund (selbiger wie oben) wunderbare Fotos zaubert und das er dem Summilux vorzieht (ich glaube wegen der besseren Gegenlichtfestigkeit und weil der Fokustab im Unterschied zum Summilux nicht regelmäßig kostenpflichtig abfällt)


    - das klitzekleine Canon 2,0/35, was sich an der Schraubleica wunderbar macht, dem oben genannten Lux 1,4/35 nicht unähnlich, aber in allen Aspekten (Schwächen/Stärken) nicht so ausgeprägt, dafür im Vergleich quasi "geschenkt"

    Mag sein. Mich würde deshalb interessieren, wo du diese Klientel verortest, Jochen? In meine die Klientel der Analog-M-Käufer, nicht die der Digi-M's.


    Wahrscheinlich habt ihr recht - auf der anderen Seite: Als Leica-Häuptling wäre ich schon besorgt. Denn die Klientel, die sich ein Set mit Gehäuse in Hammerschlaglackierung und einer Serien-Linse, welche nur eine anders gestylte Fassung ziert, 25000€ hinblättert, wird in baldiger Bälde rarer werden. Weil die Bargeldbestände dieser Freaks zunehmend in den Taschen ihrer Erben versickern werden.

    Ich denke nicht, dass es hierzulande eine nennenswerte Käufergruppe für Hochpreis-Editionen von Leica bzw. generell einen bedeutenden Sammlermarkt gibt. Ohne die Überseemärkte wäre Leica seit vielen Jahren Geschichte. Das Kaufgeschehen spielt sich in erster Linie in Asien (v.a. VR China) ab und die Käuferkreise dort sind auch keine achtzigjähren Wohlstandsbürger, die demnächst dahinscheiden werden.


    Ich hab vor einiger Zeit mal ein sammelwürdiges Leitz-Objektiv über eine der großen Photographica-Auktion (Rahn) vertickt und mich aus diesem Anlass mit dem sehr sachkundigen Herren unterhalten, der diese Auktionen seit vielen Jahren organisiert und der dadurch einen guten Einblick in die Entwicklungen hat. Nach seiner Aussage landeten 90% der Leitz/Leica-Lose nach Asien.


    Dasselbe gilt übrigens auch für die Leica-M-Gebrauchskameras ohne eigentlichen Sammelwert, die zum Fotografieren gekauft werden. Klar gibt es auch jüngere Leute hier bei uns, die sich eine gebrauchte Leica M zum Fotografieren kaufen, aber das meiste geht doch nach Asien und es wäre noch deutlich mehr, wenn nicht das ein oder andere hier abseits der Bucht den Besitzer wechseln würde. Aber selbst auf lokalen Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen ist es mittlerweile so, dass man Leitz/Leica teils an Leute verkauft, die zwar hier in D wohnen, aber aus Asien kommen und die Sachen dann dorthin weiterverkaufen.

    Sehr schön dein Bericht Carsten. Ähnlich wie du habe ich viel Fotopapier eines Bekannten erhalten. Die festgraduierten Papier zeigen bei mir in der Regel weniger Grundschleier als ein z.B. ein Multigrade III von Ilford.

    Da ich auch wenig Platz habe und nicht mal einen separaten Raum nutzen kann, habe ich Vergrößerer/Trockenbereich von Nassbereich räumlich getrennt. Mit einer Jobo Paperdrum habe ich bisher gute Erfahrungen machen können. Es gibt Vor- und Nachteile. Ich sehe das Bild erst nachdem ich entwickelt, fixiert und gewässert habe. Dafür habe ich kein Chemiegeruch.


    Gruß Marc

    Ein Edelvergrößerer auf einem wackeligen Steckregal, das geht gar nicht. Der hat definitiv was Besseres verdient. Einen massiven Spülenschrank z.B. Links Arbeitsfläche mit VG, dann auf Höhe der Wasseranschlüsse ein Spülbecken und rechts daneben sollte gerade noch ausreichend Stellfläche für einen Vertikalprozessor bleiben. Ein Spritzschutz zwischen Vergrößerer und Spülbecken/Vertikalprozessor ist obligat. Oben ein paar einfache Regalbretter an die Wand als Ablage für Kleinkram, Schale und ähnliches verstaust du unten im Spülenschrank. PS Glückwunsch zu den vielen Laborbeleuchten. Bei der Anzahl und dem Abstand zur Arbeitsfläche könntest du wirst du Probleme mit Verschleierung bekommen.

    Hi Norman,


    aus zwei Datenpaaren kann man schlecht extrapolieren. Aber Kodak gibt folgende Datenpaare für die manuelle Trommelverarbeitung an (Kodak alaris Veröffentlichung J-39, S.4):


    36,1 C 45 s

    34,4 C 60 s

    31,1 C 90 s

    28,3 C 120 s

    Temperatur +/- 0,3 C


    Kodak empfiehlt in er Publikation J-39 übrigens ein Vorwässern (30 Sek.). Das ist auch der Grund für die leicht erhöhten Temperaturen im anschließenden Entwicklerbad (z.B. 36,1 C anstelle 35 C für 45s).


    Daraus sollte man die Zeit für 25 Grad ungefähr extrapolieren können. Es ist auch nicht schlimm, wenn man (in Maßen) länger entwickelt, da bei RA-4 sowieso immer ausentwickelt werden sollte. Wichtig ist von Print zu Print die Temperatur konstant zu halten, da Änderungen in der Temperatur die Farbbalance verschieben. Wenn die Temperatur ständig schwankt, filtert man sich sonst einen Wolf.


    Ich denke, es gibt einen Konsens, dass 25 C mit den meisten Papieren und Chemie-Sets problemlos möglich sind. Ob du ohne negative Folgen weiter runter als 25 C gehen kannst, weiß ich nicht. Das müsste man im Einzelfall ausprobieren.

    Allerdings empfehlen sie auch, die Chemie nur einmal zu verwenden.


    Wenn du eine Möglichkeit der Temperatursteuerung/Kontrolle hast, würde ich auf jeden Fall im Wasserbad temperieren.


    Hier ist das Dokument von Kodak mit vielen wertvollen Hinweise für Verarbeitung in Trommel und Schale:
    https://imaging.kodakalaris.co…s/files/resources/j39.pdf

    Falls du den Entwickler wiederverwenden möchtest, solltest du nicht vorwässern.


    Ich würde vorwässern generell nur, wenn das Standardverfahren (= trocken vorwärmen) keine guten Ergebnisse liefert.


    Generell kannst du die Verarbeitungs-Temperatur runtersetzen (zB auf 25° C) und dafür die Verarbeitungszeit entsprechend verlängern. Das macht die Trommelverarbeitung weniger stressig und beugt auch ungleichmäßiger Entwicklung vor. Bei einer gewählten Temperatur solltest du allerdings bleiben und sie in engen Grenzen einhalten, damit Wiederholbarkeit der Filterwerte usw. gegeben ist.

    Hatte mal im Sommer 2017 genau dasselbe Problem. Es lag nicht am Backingpaper, nach langen suchen fand ich heraus, das diejenigen Filme die ich in die Hosentasche steckte das Problem mit den Artefakten und Nummern hatten und diejenige welche ich in die Transportröhrchen von Adox versorgte nicht. Es war Hochsommer, hatte geschwitzt wie Sau. Alle diesselbe Chargen Nr.


    Vielleicht.... wer weiss?

    Wenn Nummern vom Rückpapier auf den Negativen gelandet sind, dann lag es wohl am Rückpapier. Dass Wärme und Feuchtigkeit eine chemische Reaktion zwischen Rückpapier und Film auslösen können, war schon immer so. Nur war das mangelhafte Rückpapier, was Kodak damals eingesetzt hat, offenbar besonders anfällig für solche Probleme.

    Hm. Bin nicht so der MF-Dia-Experte und weiß nicht, was deine Motivation ist für den Kauf des Kindermann, aber meines Erachtens ist der P66A das bessere Gerät. Den Kindermann hatte ich mal und ihn durch den Rollei ersetzt. Mag sein, dass der Kindermann etwas heller ist (ist lange her), aber diese reinen Wattangaben können täuschen und ich hab den P66A bei Wohnzimmerprojektion zumindest nie als düster empfunden. Allerdings verwende ich den Projektor in Kombination mit einem sehr brillianten AV- Xenotar HFT Projektionsobjektiv.


    Wenn deine Motivation für den Kauf eine Qualitätssteigerung ist und du schon einen P66A besitzt, dann gelingt das meiner Einschätzung nach am ehesten über eine gute Projektionsoptik, wie z.B. AV Xenotar. Das Vario-Heidosmat ist hier meiner Erfahrung nach eher kein Maßstab und verkauft den Projektor unter Wert. Bedenke: die Investition in eine gute Projektionsoptik bleibt dir erhalten, wenn du später auf einen der neueren/helleren/komfortableren Rollei-Projektoren aufrüsten solltest!

    Welche Fabrikate haben denn eigentlich noch nie derartige Probleme verursacht?

    Was ich da vorgestern fotografiert habe, werde ich sobald nicht wiederholen können.

    Das Film-Fabrikat, das bei Überlagerung garantiert keine Probleme macht, muss erst noch erfunden werden.


    Man sollte halt für wichtige/nicht zu ersetzende Aufnahmen kein abgelaufenes Material nehmen. Egal von welcher Marke.