Beiträge von Bernhard Kipperer

    Letztens beim Beladen des Tanks steckte die 135 Patrone S/W Film und 4 Bilder des Negativs blieben dort zurück und wurden nicht mitentwickelt.

    Nun hat die Patrone aber ein aufgebogenes Maul und es kam dort eine Zeit lang Licht rein.

    Zum Glück waren es keine wichtigen Aufnahmen, aber ich will trotzdem versuchen, ob da noch etwas zu machen ist, rein Interesse halber.

    Der Film steckte ursprünglich, weil er warum auch immer am Ende sehr eng aufgewickelt war, also besteht vielleicht die Chance, dass nicht alles schon verschleiert wurde.

    Und das Patronenmaul lässt Licht nur an einer Stelle rein, nicht rundherum.


    Wie würdet ihr am ehesten diese Stückchen Film entwickeln versuchen, um die beste Chance zu haben, irgendwelche Ergebnisse zu bekommen?

    Mit IR Brille in der Dunkelkammer in der offenen Schale auf Sicht, um zu stoppen, wenn gerade genug Bild und noch keine extreme Verschleierung da ist?

    Normal wie immer im Tank auf gut Glück? Oder deutlich kürzer?

    Andre Chemie, dünner/schwächer ansetzen?

    Vielen Dank für die Präsentation Deines sehr interessanten Projektes!


    Ich würde gerne Näheres erfahren, wie Du genau vorgehst, beim Zuschneiden des Films und Befüllen der Patrone,

    und wie bekommst Du die Perforation in den Film? Ich suche nach Alternativen für meine Canon 110 ED, ich bin zwar froh, dass die Lomo-Pocketfilme überhaupt verfügbar sind, aber der Lomo-SW-Film kann mich nicht begeistern.

    Danke!

    Ok, das ist alles recht komplex, ich versuche es mal zu beschreiben:


    Ich nutze schon gebrauchte 110er Patronen, die ich bei Licht vorsichtig mit dem Stanleymesser aufschneide. Das ist eine fummelige Arbeit, wenn man nicht genau aufpasst dann reißt man entweder Teile der Patrone ab, was sie undicht macht, oder man rutscht ab und schneidet sich in die Hände.


    Ist die Patrone einmal offen, dann muss ich am Schwarzpapier Markierungen anbringen. Da ich ja nur 4 statt z.B. 24 Bilder belade, unterscheidet sich der Prozess sehr von dem für normal langen Film, wofür es schon am Ende des Papiers Markierungen gibt. Ich hab durch Experimente und Ausmessen zwei Markierungen am Schwarzpapier gefunden, eine hintere (nach 4 Bildern) und die Startmarkierung. Wenn das Schwarzpapier dann später "1" im Fenster zeigt, dann ist der Film, wenn an der Startmarkierung korrekt ausgerichtet, gerade richtig im "Gate" der Patrone.


    Nun kann ich mit der geknackten Patrone, Schwarzpapier, Stanleymesser und Isolierband ins Dunkle gehen. Ich mach das bei Rotlicht, klappt aber sicher auch mit meiner IR-Brille in totaler Dunkelheit, wenn ich es mal mit Farbfilm machen wollte.

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    Zum Schneiden von breiterem Film auf kleinere Formate (auch 16mm) gibt es ja fertige Vorlagen mit eingeklemmten Stanleymesserklingen usw, davon bin ich aber nicht so begeistert und für meine kurzen Stücke hab ich eine andere Lösung entworfen und dann 3D gedruckt:


    schneider.jpg


    Oben spannt man den Film unter die kleine Lippe ein, die hält ihn dann kurz.

    Dann legt man ihn schön gerade hin und drückt ihn an die seitlichen Wände, dann ist alles gerade.

    Man klebt ihn mit den drei Isolierband-Klebestreifen fest und schneidet unten ihn ab, so hat man genug Länge für 4 Bilder.


    Schlussendlich setzt man das Stanleymesser oben an der kleinen Führung an und zieht es langsam durch den Kanal runter, der führt das Messer, nun hat man einen Streifen, der breit genug für 110er Film ist und lang genug für 4 Bilder plus ein bisschen extra.


    Dann wird es mühsamer, beim Beladen des Filmstreifens in die Patrone. Im Finstern / bei Rotlicht muss ich das Ende des Films zuerst bei der Endmarkierung am Schwarzpapier festhalten und gleichzeitig das Sandwich aus Film und Schwarzpapier zusammenrollen. Das macht die größten Probleme und klappt niemals auf Anhieb, heute brauchte ich 4 Versuche, aber ich werde jedes mal besser. Ich rolle und rolle und sehe dann wo der Anfang des Films hin will, hoffentlich möglichst nahe an die Startmarkierung ran. Bin ich zufrieden damit, dann klebe ich ihn dort mit einem kleinen Stück Isolierband fest. Gaffertape und ähnliches ist zu dick und kann beim Transport haken, außerdem reißt es beim wieder loslösen das Schwarzpapier, Isolierband kann vorsichtig entfernt werden.


    Dann wird der Film in die Patrone geladen und die Patrone noch mit zwei kleinen Isolierbandstreifen gesichert, damit sie nicht bei Licht aufspringt.


    Perforationen mach ich keine, manchen Kameras ist das egal, bei meiner Minolta hab ich aber schon vor Jahren eines entdeckt: Wenn ich den Deckel hinten nur ein klein bisschen aufmache, dann springt die Patrone ein paar Millimeter zurück, genug um die Kamera glauben zu lassen, es wäre ein Loch gefunden worden, aber ohne, dass es mir den Film belichten würde.


    Ich muss also:

    Patrone laden, händisch vorspulen bis ich "1" im Fenster sehe.

    Dann im Schatten die Kamera hinten vorsichtig öffnen bis es "klack" macht.

    Gaaanz langsam weiter vorspulen, es sollte nun "durchdrehen" und beim "1" stehen bleiben.

    Dabei spannt die Kamera nun den Shutter, nun kann ich abdrücken.

    Dann weiter vorspulen zu "2", wieder kurz öffnen, usw.

    Nicht zu weit öffnen, sonst kommt Licht rein, ein klein bisschen geht sich aber ohne Einfall aus. Und nach dem Öffnen eben gaaanz langsam weiterspulen, denn die Kamera hört nie damit auf, wenn sie nicht scheinbar ein "Loch gefunden hat". Passt man nicht auf, dann spult man also über alle Bilder drüber und ein Rückspulen ist unterwegs dann ohne Wechselsack und neu zu beladen unmöglich.

    Ich habe in den letzten Wochen viel weiter experimentiert.

    Einiges lief schief, manches klappte, aber ich habe auf jeden Fall sehr viel dazu gelernt!


    Zunächst hatte ich 35mm anstatt Mittelformat / 6x6cm probiert. Da gab es aber leider diverse Probleme, unter anderem überlappende Aufnahmen, sowie total miese Planlage und daher unscharfe Bilder - abgehakt, war wohl nix, weiter zum nächsten Format... 110!


    Das Wiederbeladen von 110er Patronen mit anderem Film ist für mich längst nichts Neues mehr, das Bild meines Avatars, die Plastiktulpe im Grillofen, entstand ja vor Jahren auf altem 16mm Kinofilm, den ich in 110er Patronen lud um dann mit einer Pentax Auto 110 zu verwenden. Der Film hatte aber bereits die passenden 16mm Breite.


    Ich bastelte mir also wieder eine Schneidehilfe für den 1903 abgelaufenen, 8cm breiten, Film und schnitt genug für vier 110er Bilder zurecht. Das Einrollen des Films in das Schwarzpapier und Beladen der Patrone waren beides recht fummelige Schritte - kein Spaß und mühsam bei schwachem Rotlicht. Irgendwie klemmte dann auch die Patrone. Dann hab ich sie vorsichtig im Halbdunklen betrachtet, irgendwie ist die Patronen dabei wieder etwas aufgesprungen - nicht toll, hab ich den Film nun schon belichtet? Dann bemerkte ich, dass der Film aufgrund seines starken Dralls in alle Richtungen wohl auf der Schneideunterlage leicht verrutscht war und nun 1-2 mm zu hoch war und daher die Patrone aufdrückte.


    Kein Problem, einfach noch einmal nachschneiden, oder? Leichter gesagt als getan, der Filmdrall war kaum zu bändigen, schiefe Schnitte die Folge. Nun war ich endgültig entnervt und hatte genug für's Erste, es wird für die paar Tests wohl reichen, wer weiß, ob es überhaupt klappt, mit so einem winzigen Format und dem irren Filmdrall.


    Bald darauf fuhr ich los, um die 4 Testaufnahmen zu machen. Aufnahme 1 war für einen speziellen Test reserviert: Kurze Belichtungszeit anstatt meiner bisherigen ISO 3 +12 Blenden länger. Einer der zwei Kodak Ingenieure, mit denen ich schrieb, sagte mir ja, dass Filme damals so einfach aufgebaut waren, dass es da kaum etwas gab, was an Empfindlichkeit verlieren könnte und dass 2 Blenden für 120 Jahren reichen würden!


    Aufnahme 2 sollte dasselbe wie Aufnahme 1 abbilden, aber dann wie auch Aufnahme 3 und 4 wieder mit meinem +12 Blenden Ansatz gemacht werden, der sich in der Vergangenheit als gut herausstellte.


    Leider war das Wetter am Wochenende recht mies, eiskalt, dunkel und dann kam noch leichter Schneefall.

    Aufnahmen 3 und 4 kamen recht unterbelichtet raus, Aufnahme 2 war die Beste der Versuchsreihe.

    Links das Vorbereiten der Minolta 110 Zoom Mark II, rechts während der Belichtung des zweiten Bildes für 4 Minuten:

    Vorbereitung.jpg


    Hier das Ergebnis:

    Bild2.jpg

    Ich bin zufrieden mit diesem Ergebnis, denn es zeigt mir dass 1.) das 110er Format nicht zu winzig ist, um sinnvolle Bilder zu produzieren und 2.) dass ich gute Planlage und Schärfe bekomme, was mich sehr positiv überraschte.


    Mit dem 110er Filmformat bin ich extrem sparsam unterwegs, so habe ich noch länger was von diesem seltenen Film. Die Minolta hat im Gegensatz zur Lubitel eine Zoomlinse und sogar eine Markoeinstellung. Das Filmtrocknen geht viel schneller und auch das Scannen klappt ganz gut.


    Hier das Bild 1, der Test mit ISO 3 und nur 2 Blenden länger belichtet:

    Bild1.jpg

    Das musste ich natürlich invertieren (da es wie zu erwarten ein Negativ wurde) und so sind die Farben auch bläulich, anstatt gelblich.

    Das Bild ist definitiv unterbelichtet und hat keine Zeichnung auf der Baumrinde, was das +12 Blenden Bild sehr wohl hat.

    Also entweder stimmt ISO 3 als Ausgangswert einfach nicht, oder der Film verliert sehr wohl mehr als nur 2 Blenden.

    Aber immerhin ist da ein Bild zu sehen!


    In der Zwischenzeit habe ich schon eine bessere Schneidehilfe gebaut, dank dessen, was ich beim letzten Mal dazugelernt habe. Sobald das Wetter wieder besser ist möchte ich weitere Aufnahmen mit dem 110er Format versuchen.

    Danke!


    Ich habe in der Zwischenzeit übrigens mit zwei Filmexperten geschrieben, beide ehemalige Kodak Ingenieure.

    Ich habe sie unabhängig von einander befragt, in der Hoffnung, trotzdem übereinstimmende Meinungen zu bekommen und siehe da:

    Beide haben auf massive Überbelichtung und in der Folge davon Solarisation getippt.

    Beide vermuten, dass ich mit weniger Belichtung wohl ein Negativ erhalten würden.

    Das finde ich sehr interessant, dann stimmt bei diesem Film wohl die Regel von +1 Blende pro Dekade nicht so wirklich.

    Oder der Film hatte frisch deutlich mehr als ISO 3, was mich aber sehr wundern würde.


    Einer der Experten geht davon aus, dass der Film ein Jahr vor Ablauf hergestellt wurde, also damit 1902, der andere meint, er kann aus frühestens 1900 sein.


    Am Wochenende habe ich erstmals zwei Fotos auf zu 35mm zugeschnittenem Film geschossen, in den nächsten Tagen werde ich die einmal entwickeln.

    Das war aber noch mit derselben Belichtungszeit wie letztens, also werden das wohl wieder Positive werden.

    Für das nächste Mal werde ich dann wohl mit viel kürzerer Belichtungszeit untersuchen, ob ich so ein Negativ bekomme...

    Es gibt Neues zu berichten:


    Nach nur einer Minute im Fixierer (gemischt wie für aktuellen Schwarzweißfilm) wurde der Film transparent.

    Es bleibt aber nach wie vor ein positives Bild bestehen, trotz der fehlenden dunkleren Schicht.

    Damit ist meine Idee, dass es aufgrund des Dunkelfeldeffekts positiv wirkt, wohl hiermit widerlegt.

    Was ist das nun, wieso wird der Film in Caffenol zum Positiv, gab es 1903 schon Direktpositivfilme??


    Hier sieht man, dass man nun durch den Film durchsehen kann.


    trans.jpg


    Ich hab ihn übrigens so nochmals gescannt, diesmal mit Durchlicht, als Film, anstatt wie letztens als Dokument.

    Aber ehrlich gesagt war das Ergebnis ohne Fixieren und als Dokument gescannt deutlich besser.

    Du kannst ja mit deinen Probeaufnahmen anfangen.

    Genau, das ist auch mein Plan! Jetzt wo ich das Bild durch mehrere Scans gesichert habe kann ich auf jeden Fall das Fixieren ausprobieren.

    Und mit dem Wissen kann ich dann beim nächsten Bild es wieder so machen.

    Bin gespannt, ob der Film dadurch durchsichtiger wird und nicht mehr als Positiv erscheint.


    Könnte es auch ein "Silberunterguss" sein? Gewisse Umkehrfilme haben statt Antihaloschichten einen solchen "Silberunterguss".

    Der wird bei einer vollständigen Entwicklung entfernt, nicht aber, wenn man nur Erstentwicklung macht.


    Ich hab mal einen 1950er Jahre Umkehrfilm als Negativ entwickelt und der Film war total undurchsichtig und jemand sagte mir, dass das eben daran liegt, dass das Silber des Untergusses noch da ist und keinerlei Licht durchlässt. Wird wohl dann beim Bleichen entfernt?

    In diesem ersten Versuch hab ich tatsächlich nicht fixiert, nur entwickelt, dann drei mal gescannt und das Negativ dann wieder ins Dunkle gebracht.

    Selbst das starke Scannerlicht hat das Bild nicht erkennbar nachbelichtet.

    Ich bin mir nicht sicher, ob regulär angesetzter Filmfixierer oder auch schwächer angesetzter Papierfixierer nicht den uralten Film irgendwie angreifen könnte? Drum hab ich für's Erste es mal so gemacht.

    Korrekt, es ist ein Nitrofilm, davon weiß ich natürlich Bescheid und habe viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit nichts passiert.


    Warum es ein Positiv wird ist mir selber nicht ganz klar, ich entwickle ja nur in S/W Chemie (Caffenol) und mach keinerlei Umkehrbleiche.

    Am ehesten würde ich noch in Richtung Dunkelfeldeffekt denken.

    "Aufgrund des Dunkelfeldprinzips erscheint ein unterbelichtetes Negativ vor einem dunklen Hintergrund als Positiv"

    Da ich nichts wegbleiche bleibt so viel dunkler Hintergrund übrig, dass es so wirkt.


    Ich scanne übrigens auch nicht mit Durchlicht, sondern mit Reflektion, also wie ein Stück Papier.

    Das Scannerlicht kommt durch den Film fast gar nicht durch, ginge also gar nicht auf diese Weise.

    Unbelichteten Uralt-Film zu verwenden ist für mich schon seit langem eine interessante Herausforderung.

    Von ersten Versuchen mit Film aus den 1960ern bin ich über die Jahre dann bis zu Agfa Trockenplatten aus ca. 1916 gelangt.


    Vor einigen Wochen hatte ich nun aber das Glück, eine unbelichtete Rolle Eastman Transparent Film, abgelaufen am 1.1.1903!! zu ergattern.

    Dieser Film ist damit nun heute, in 2021, auf jeden Fall mal über 118 Jahre abgelaufen.

    Wenn man sich vorstellt, dass der Film 1-2 Jahre davor produziert wurde, ist er nun wohl rund 120 Jahre alt!


    Siehe den im Bild unten rot unterstrichenen Bereich, zu entwickeln vor "January 1st, 1903":

    spule.jpg


    Es folgten meine übliche Schritte mit Uralt-Film:

    Zuerst untersuchte ich den Film vorsichtig in der Dunkelkammer, die Rolle war noch original verschlossen, ich war positiv überrascht, in welch gutem Zustand der Film optisch war.


    Dann belichtete ich auf einem kleinen Probestreifen (wie mit Fotopapier) mit dem Vergrößerer eine Belichtungsreihe.

    In meiner Caffenol-für-Fotopapier-Mischung entwickelte ich auf Sicht (bei Rotlicht) und sah zu meine Freude: Der Film lebte noch und brachte ein überraschend gutes Bild.


    Einige Tage später probierte ich dann ein erstes echtes Testmotiv, von meinem Balkon aus auf die Hausdächer der Innenstadt, am Stativ, 3 Bilder mit 8 min, 16 min, 32 min Belichtungszeit.

    Ich wusste ja nicht, wie lange ich belichten sollte und so fand ich heraus, dass ISO 3 für damals ganz gut gepasst hatte.

    Wieder in meiner Caffenol-Mischung entwickelt fand ich auch eine passende Entwicklungsdauer von 50 Sekunden bei 20°C.

    Damit wusste ich nun sowohl eine passende Belichtungszeit (basierend auf ISO 3 + 12 Blenden länger für die 120 Jahre Alter), als auch einen passenden Entwicklungsprozess.


    Schlussendlich entwarf ich mir noch eine Schneidehilfe, die ich dann 3D-druckte um damit den 8cm breiten Film auf 6cm (120er Format) zuschneiden zu können.

    Damit konnte ich leeres Papier eines aufgebrauchten 120er Films wiederverwenden und dort je zum Beispiel ein Bild des alten Film festmachen.


    Gestern Samstag war es dann endlich soweit, das erste richtige Foto sollte entstehen.

    Ich hatte in einer 120er Rolle Papier genug alten Film für ein einzelnes Bild vorbereitet, das war die extra Herausforderungen, EIN Foto, EIN Versuch, es musste sofort klappen!

    Gegen Mittag fuhr ich mit meiner guten, alten Lubitel Mittelformatkamera, Stativ, Drahtauslöser, der Filmrolle und einem Belichtungsmesser los.

    Mit gemessenen 1/15s bei f5/6 und ISO 3 und 12 Blenden dazu für das Alter kam ich auf 4 min Belichtungszeit.


    Dann kam mir die Idee, ich könnte doch einfach schnell ins Bild rennen und mich dort wo möglichst unbewegt hinstellen.

    Ich könnte so tun, als würde ich dort einfach nur stehen und auf meinem Smartphone etwas lesen, tatsächlich könnte ich so aber die Stoppuhr genau beobachten.

    So drückte ich den Drahtauslöser, startete die Stoppuhr am Smartphone, rannte an die gewünschte Stelle im Bild und schaute einfach starr nach unten auf das Display.

    4 min sind eine lange Zeit um starr zu stehen, und es hilft auch nicht, mitten auf einer Straße zu stehen und zu hoffen, dass wohl gerade niemand dort fahren will.

    Nach 3:45min rannte ich zurück zur Kamera um sie nach exakt 4 min Belichtungszeit wieder zu stoppen.


    Heute Vormittag hab ich das Bild dann entwickelt:

    AlterWeg.jpg


    Sekunden vor der Belichtung:

    losgehts.jpg


    So sieht der Film während des Trocknens aus:

    trocknen.jpg


    Ich bin nach wie vor total begeistert davon, wie toll der Film nach 120 Jahren noch funktioniert.


    Als nächstes werde ich mir eine Schneidehilfe für 35mm entwerfen um ein paar weitere Bilder in einer 35mm Kamera zu belichten.

    Die 35mm Kamera hat ein 3.5 Blenden schnelleres Objektiv, damit werden vergleichsweise kurze Belichtungszeiten von ein paar Sekunden möglich.

    Außerdem brauche ich damit viel weniger Film auf und kann noch mehr Fotos auf diesem besonderem Film schießen und noch länger damit Freude haben.

    Denn wer weiß, ob ich jemals wieder einen so alten, oder gar noch älteren, Film erfolgreich für aktuelle Fotografie verwenden werden kann.

    Ich bin auf der Suche nach Informationen zu alten Trockenplatten, speziell zur Frage, wann ungefähr gewisse Typen verkauft wurden, um sie eben zu datieren.


    Bisher hab ich aber leider sehr wenig Erfolg damit:
    Ich habe Ilford (speziell zu Ilford Platten) angeschrieben, ebenso das Eastman Museum zu diversen Platten, mit Fotos der Verpackungen usw und den Besitzer einer Webiste zu Trockenplatten.
    Allesamt haben mich ignoriert, bekam absolut keine Antwort jemals zurück.


    Kennt jemand von euch vielleicht einen guten Kontakt, wo ich auch noch nachfragen könnte?
    Vielen Dank!

    Ich bin dabei mir uralte Agfa Diapositiv Trockenplatten zu kaufen.
    Hatte sehr gute Erfolge mit teils sogar schon geöffneten Packungen von Trockenplatten von ungefähr 1930, diese Platten von Agfa sind soweit ich weiß noch etwas älter.


    Meine Frage ist aber nun, ob "Diapositiv" bei den Platten bedeutet, dass diese in Umkehrchemie entwickelt werden müssen.
    Wenn ich einfache S/W Negativchemie verwende, bleiben dann gewisse Schichten übrig, die erst weggebleicht werden müssen?
    Ich hatte Probleme bei sehr altem Umkehrmaterial, das in reiner S/W Chemie komplett undurchsichtig rauskam, da ohne Umkehrentwicklung Silverunterguß oder ähnliches bestehen blieb und kein Licht durchgelassen hatte.


    Weiß jemand, ob das auch für Glasplatten gilt, die "Diapostiv" heißen?

    Super Bild übrigens!
    Und irgendwie finde ich die Zahlen sogar ganz interessant darin ^^


    Ist natürlich nervig, wenn sowas geschieht, aber falls das Digitale dein finales Medium ist, könntest du bei obigem Bild recht einfach die sichtbaren Zahlen in Photoshop oder ähnlichen entfernen.

    Ich hab mich eher allgemein drauf bezogen, dass meine Negative anderer Filme sehr viel Auflösung haben, Silbersalz hab ich noch nie verwendet.


    Sollte das nicht Vision 3 sein, wie der 50D usw, oder verwechsel ich da was? Wie kann 50D denn eine schlechte Auflösung haben?
    Im Kino filmen die 4 Perfs weit, bei Fotos verwenden wir gar 8 Perfs, also noch viel mehr Negativfläche.